NRW Mannschafts Blitzmeisterschaft 2006

Herford, 19. März 2006
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20.3.2006

Godesberg dominiert

Drittligist Plettenberg entscheidet Fernduell gegen Solingen um zweiten Qualifikationsplatz


Zunächst ist da nur das Ticken der Uhren, dann kürzeste Unterbrechungen durch das Schlagen auf die Uhr. Und das Schlagen erfolgt immer öfter. Nach wenigen Minuten auch am einzelnen Brett innerhalb einer halben Sekunde. Und das an knapp fünfzig Brettern. Die uhrentickernder Ruhe schwillt nach wenigen Minuten an zu nervösem Lärm. Bei der diesjährigen Mannschaftsblitzmeisterschaft von Nordrhein-Westfalen im Schachspiel kämpfen 20 Teams mit je vier Spielern gegen die Zeit. Im Blitzschach: der kürzesten aller schachlichen Disziplinen. Fünf Minuten Bedenkzeit bleiben dem einzelenen Spieler, um seinen Gegner matt zu setzen. Sonst verliert er nach Ablauf der eigenen Bedenkzeit durch Zeitüberschreitung. Egal, um wieviel Materialvorteil er besser steht, wie dicht der gegnerische König im Mattnetz zappelt. Die Zeit rennt unerbittlich.

Doch siegen auch in dieser schnellen Disziplin letztlich die besten Schachkünstler. So wie der Ex-Weltmeister 2004 - 2005 im langsamen Schach, Rustam Kazimdzhanov am Spitzenbrett des Bundesligist Godesberg. Der in Deutschland lebende 27jährige Profi ist seit zwölf Jahren Profi und legt den Grundstein für den Sieg der Godesberger am Sonntag in Herford. Nur einen einzigen Mannschaftpunkt geben sie ab. Neben dem Weltklassespieler Khasimdzhanov als Spielertrainer verpflichtet der finanziell nicht auf Rosen gebettete Bundesligist ausschließlich aufstrebende Nachwuchsspieler. "Heute war das ein sicherer Sieg. Und wir können uns zur Deutschen Meisterschaft noch verstärken. Rustam Khasimdzhaonv und Christian Seel haben heute herausragend gespielt," lobt Mannschaftsführer Bodo Schmidt.

Den Zweikampf zwischen dem Drittligisten Plettenberg und dem Erstligafünften Solingen entscheiden die Plettenberg knapp für sich und sichern sich damit den zweiten Qualifikationsplatz zur Deutschen Meisterschaft im Juli. Der zweite Platz des in dieser Saison bereist vorzeitig in die Zweitliga aufgestiegenen Plettenberger überrascht Insider kaum. In Herford garantieren die aus Minsk und Amsterdam eingefolgenen Weltklassespieler Alexcey Aleksandorv und Friso Nijboer wertvolle Punkte. Die Solinger Bundesligastars verpfehlen mit Platz drei die angestrebte Qualifikation. "Schade, doch wir haben es auch nicht verdient. Im Duel gegen Gescher haben wir gegen die niederländische D-Nationalmannschaft völlig unnötig verloren. Die beiden Punkte haben bitter gefehlt," Mannschaftsführer Bernd Schneider behält seinen Humor. Die ersatzgeschwächten Bundesligisten Mühlheim-Nord und Katernberg spielen im Kampf um Spitze keine Rolle.

Wenig Erfolg ist auch den ostwestfälischen Amateuren beschieden. Als bestes ostwestfälisches Team platzieren sich der Bielefelder SK mit 17:21 Punkten auf Platz 12, doch Mannschaftsführer Matthias Krallmann ist enttäuscht: "Wir haben uns mehr ausgerechnet. Wir wollten mindestens 50% der Punkte. Am Anfang hatten wir etwas Pech, später lief es besser. Doch gegen die Profis in den oberen Rängen haben wir als Amateure keine Chancen." Nicht nur sie: Gütersloh, Herford und Brackwede belegen die Plätze 16., 19. und 20.

Ex-Weltmeister Rustam Kazimdzhanov ist der Star des Tages. Der usbekische Weltklassespieler mit ständigem Wohnsitz im Rheinland erkämpft 17 Punkte aus 19 Partien, ebenso wie der für Solinger spielende Alexander Naumann. Bester Spieler Ostwestfalens wird der Bielefelder Martin Forchert (10,5 Punkte). Als bester Herforder erkämpft Michael Lömker 7 Punkte. Das ist schon nicht schlecht für das Herforder Team um Mannschaftsführer Burkhard Heuermann. Carsten Pieper-Emden, Thomas Nordsieck, Bernd Hanisch, Bernd Lömker und Heuermann selbst erkämpfen 23 Punkte aus 76 Partien. Gut für die Amateure eines der besten ostwestfälischen Teams. Ex-Weltmeister Kasimdzhanov macht 17 Punkte aus 19 Partien. Ob Khazimdzahnov seinem dreijährigen Sohn Schach beibringen wird, steht noch in den Sternen. "Doch wenn er Profi werden will, dann sollten er mit dem Training schon in zwei, drei Jahren anfangen," lacht der sympathische Usbeke.

 

17.3.2006

Ex-Weltmeister Kasimdzhanov beim Herforder NRW Blitz

Ein Schachfest der besonderen Art feiern die Herforder Schachliebhaber am Sonntag im Grün-Gold Haus um 11.00 Uhr bis in den Nachmittag (ca. 16.30 Uhr) hinein. Die stellvertretende Bürgermeisterin Angela Schmalhorst wird die Nordrhein-Westfälischen Mannschaftblitzmeisterschaften eröffnen. In der schnellsten aller regulär ausgetragenen Schachdisziplinen treten die besten 22 Viererteams im schachstärksten deutschen Bundesland an. Vier Bundesligisten und einige Zweitligateams, aber auch vier ostwestfälische Mannschaften wie die Herforder Königsspringer kämpfen um die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft. Und es sind klangvolle Namen im Reigen der kopflastigen Kämpfer.

Der vielfache Deutsche Meister und aktuellem Tabellenvierten der Bundesliga Aljechin Solingen reist u.a. mit den Großmeistern David Baramidze und Alexander Naumann, sowie "Fast-GM“ Michael Hoffmann und Markus Schäfer. "Im letzten Jahr sind wir ganz knapp an der Qualifikation gescheitert. Das muss in diesem Jahr anders sein", so Teamchef Herbert Scheidt. Mit Ex-Weltmeister Rustam Kasimdzhanov am Spitzenbrett kommt der Bundesligist Godesberg in die Werrestadt. Der bis zum letzten Sommer amtierende Weltmeister reist als Spielertrainer mit den deutschen Nachwuchstalenten und IMs Jan Sprenger und Christian Seel, sowie dem nationalen Meister Bodo Schmidt an. Die Ziele der Bonner sind eindeutig "Wir wollen zur Deutschen Meisterschaft", erkündet Mannschaftsführer Schmidt. Ein Ziel, das auch Bundesligist und Titelverteidiger Mühlheim Nord verfolgt. Vereinschef Heinz Schmitz: "Im letzten Jahr konnten wir verlustpunktfrei siegen. Doch beim Blitzen ist immer alles drin. Da entscheidet bei dem engen, starken Feld die Tagesform. Wir wollen oben mitspielen und kommen mit mindestens zwei Großmeistern an den oberen Brettern."

Vermutlich gibt es auch ein Wiedersehen mit Ex-Bundesligaspieler und dem Rekordsieger des traditionellen Herforder Schnellschachturniers. Karl-Heinz Podzielny spielt für den Regionallisten Essen-Überruhr. Für Herforder Schachfans wird das Schachfest dann wohl perfekt: Auch der Eintritt ist kostenlos.

 

13.3.2006

NRW-Blitzschachmeisterschaften in Herford

Die NRW-Blitzschachmeisterschaften finden am kommenden Sonntag, den 19.3. um 11.00 Uhr im Herforder Grün-Gold Haus, Bruchstr. statt. Mit den Teams aus Solingen, Mühlheim Nord, Katernberg, Godesberg sind gleich vier Bundesligisten am Start. Die zweite Liga ist mit Turm Bergheim und den SF Lohmar vertreten. Der Bielefelder SK, der SK Brackwede, der Gütersloher SV sind die drei ostwestfälischen Teilnehmer. Auch die Herforder Königsspringer stellen als Gastgeber eins der 22 Teams im Kampf um die Qualifikation für die Deutsche Blitzschachmeisterschaft. Am kommenden Freitag tragen die Königsspringer bei vereinsinternen Turnier die Mannschaftsaufstellung aus.

Fünf Minuten beträgt die Bedenkzeit beider Spieler in der schnellsten und vielleicht für den Zuschauer attraktivsten Disziplin des Schachsports. Mehrere Großmeister werden in den Viererteams der besten nordrheinwestfälischen Blitzmannschaften erwartet. Zuschauer sind gerne willkommen, der Eintritt ist frei.