120 Spieler aus 11 Nationen, darunter 14 Großmeister
und 26 Internationale Meister kämpfen im MARTa Museum Herford
bei der 25. Deutschen Blitzschach - Mannschaftsmeisterschaft um
Ruhm und Titel.
Und
lange Zeit sieht es nach einem Sieg für den TV Tegernsee
im Duell gegen den Deutschen Vize-Blitzmannschaftsmeister Bindlach
Aktionär aus. Bindlach erwischt einen schlechteren Start,
aber kämpft sich an die Spitze zurück. Zwei Runden liegen
beide Teams gleichauf. Doch im entscheidenden direkten Duell der
23. Runde siegen die mit dem Weltklassespieler David Navara, Viktor
Laznicka, Michael Bezold und Ilya Schneider angetretenen Bindlacher
klar mit 4-0. Der fränkische Bundesligist (Bild links im
Duell gegen Erfurt. Spitzenbrett Navara - Krämer) , der sich
mit dem Abschluss der Saison freiwillig aus der ersten Liga zurückgezogen
hat, gibt die Führung nicht mehr her und siegt verdient mit
46-4 Punkten. "Ich habe immer daran geglaubt," so der
Bindlacher Vereinsvorsitzende Klaus Mühlnickel, blass und
erschöpft, doch hocherfreut: "Ich freue mich, dass nach
dem Rückzug noch
einmal ein großer Erfolg stand. Die Spieler (Bild rechts:
Laznicka, Bezold, Navara, Schneider mit Teamchef Steffan) wollten
noch mal zeigen, was in ihnen steckt. Es ist gelungen." Gleich
zwei Bindlacher zeigten ihre überragenden Blitzqualitäten
im Feld der besten Deutschen Blitzer. Der Tscheche Viktor Laznicka
wurde mit 21.5 Punkten aus 25 Runden bester Spieler an Brett zwei.
Großmeister Michael Bezold (22.5) kämpfte als bester
Turnierspieler an Brett drei.
Horst
Leckner, Chef des zweitplatzierten Team Tegernsee (Bild rechts:
Herford - Tegernsee. Vorn Bellers - Bischoff) ist auch nach dem
Turnier guter Dinge: "Ein zweiter Platz macht mich sehr zufrieden.
Alles andere war unrealistisch. In dieser Aufstellung waren die
Bindlacher überlegen." Die Tegernseeer mussten auf den
Weltklassespieler Volokitin verzichten, der in Prüfungen
steckt. Der vielfache Nationalspieler Klaus Bischoff, mit 21 erspielten
Punkten Sieger der Einzelwertung am Spitzenbrett, sieht die Niederlage
gegen seinen Ex-Verein Bindlach auch mit einem weinenden Auge:
"Vor dem Termin hätten wir nicht gedacht, dass es so
gut lief. Doch nun bin ich zum Schluss doch enttäuscht."
Neben Bischoff wird auch der Tegernseeer Großmeister Markus
Stangl (22.5 Punkte) bester Spieler an Brett vier. Gerald Hertneck
und Stefan Bromberger ergänzen das Team.
Einen beachtenswerten Platz erreicht der SV Wattenscheid. Teambegleiter
Rudolf Veith ist zufrieden: "Wir wollten unter die ersten
fünf und sind Dritter geworden." Die Nordrheinwestfalen
lassen die mit Predrag Nikolic angetretenen Solinger deutlich
auf Platz vier zurück. Die drei Berliner Mannschaften König
Tegel, SC Kreuzberg und Schachfreunde Berlin belegen die Plätze
fünf bis sieben.
Der
FC Bayern München kommt auf den 10. Rang. Trotz des warmen
Sommertags und heißen Blitzschachkampfs starten die Spieler
in Fanschals gekleidet. Doch sportlich reicht es heute für
den Bundesligaaufsteiger nicht zu mehr. "Gegen die guten
Mannschaften wie Bindlach und Wattenscheid konnten wir punkten,
doch gegen die mittleren Mannschaften haben wir zu viele Punkte
gelassen." kommentiert IM Olaf Heinzel (Bild). "Doch
den wichtigsten Kampf haben wir gewonnen: den gegen Werder Bremen,"
spielt er auf fußballerische Rivalitäten an. Nicht
nur der Erfolg im Einzelduell geht in den Süden. Auch in
der Gesamtrechung behalten die Bayern die Nase vorn: Der Deutsche
Vizemeister im klassischen Schach Werder Bremen wird ohne seine
ausländischen Stars beim Blitzschach nur Vierzehnter.
Gastgeber
Herford kann zufrieden sein. Dank eines kurzfristigen Ausfalls
von Bad Mergentheim schicken sie gleich zwei Teams ins Rennen.
Während Herfords Zweite mit Heinz-Burkhard Heuermann, Andre
Wolf, Bernd Hanisch, Bert Hollmann und Ralph Pohlmann statt Mannschaftspunkten
überwiegend Erfahrungen sammelt, spielt die "Erste"
des NRW-Klassen-Vereins im Reigen der Erst - und Zweitligamannschaften
munter mit. Jürgen Peist, Frank Bellers, Thomas Nordsieck,
Carsten Pieper-Emden und Matthias Krallmann sind in der ersten
Hälfte des Turniers oft um den 15. Rang zu finden. Sie schlagen
das Bundesligateam der Schachfreunde Berlin und kommen aus den
Duellen gegen Werder Bremen und den Godesberger SV mit einem Mannschaftspunkt
heraus. In der Spitze Platz zehn belegen die Herforder in der
Endabrechnung den zwanzigsten Rang.
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