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Betrugsfall: Igors Rausis

Es ging wie ein Lauffeuer durch alle Gazetten - auch durch jene, die sich nur gelegentlich mit Schach beschäftigen, aber Skandale sind immer eine Meldung wert. Dass sich im Schach auf Toiletten einiges abspielt oder abspielen soll, weiß man seit dem Toilettenskandal bei der WM zwischen Topalov und Kramnik. Nun gab es beim Schachopen in Straßburg einen großen Skandal mit dem tschechischen Großmeister Igors Rausis (geboren in der Ukraine), der in den letzten Jahren einen unvergleichlichen Eloaufstieg erlebte. Von einer Elozahl, die sich immer um die 2500 bewegte kletterte er die Leiter empor auf zuletzt fast 2700, was natürlich sehr ungewöhnlich ist für einen 58-Jährigen. Als Berichterstatter fiel mir auf, dass Rausis bevorzugt an Turnieren teilnahm, in denen er ganz klarer Favorit war und es war insofern nicht verwunderlich, dass er fast alle seiner Partien gewann. Doch nun weiß man, dass mehr dahinter steckte, nämlich Betrug mithilfe einer Schachsoftware. In Straßburg wurde er auf der Toilette in flagranti überrascht, er gab den Betrug zu und verkündete gleichzeitig das Ende seiner Karriere. Ein unwürdiges, schmachvolles und trauriges Karriereende und ein bitteres Thema im Bereich des königlichen Spiels. Ohne Fairplay und Respekt macht kein Sport Freude. Es bleibt die Hoffnung, dass diese Erkenntnis ins Bewusstsein aller Schachfreunde Einzug findet. chessbase TV youtube

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