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WM-Kandidatenturnier in Jekaterinburg: Zwei Schwarzsiege

So gut wie alle bedeutenden Sportereignisse und Wettkämpfe sind weltweit gestoppt. Heute begann das WM-Kandidatenturnier im russischen Jekaterinburg mit den 8 WM-Kandidaten. Das riesige Russland ist vergleichsweise wenig vom Coronavirus betroffen und die Veranstalter tun alles menschenmögliche um die Sicherheit der Akteure und sonst beteiligten Personen vorort zu schützen. Zuschauer haben keinen Zugang zum Turniersaal. Ein Opfer fand die Coronakrise aber dennoch im Vorfeld des Turniers. Der qualifizierte Kandidat Teimour Radjabov kritisierte die Austragung und Unsicherheitsfaktoren hinsichtlich der Gesundheitskrise und zog sich quasi aus Protest vom Turnier zurück. Maxime Vachier-Lagrave rückte verdientermaßen nach. Heute fand die erste Runde statt und es gab zwei etwas überraschende Schwarzsiege. Im innerchinesischen Duell siegte Geheimfavorit Hao Wang mit den schwarzen Steinen gegen Liren Ding. Ding hatte in guter Stellung den katastrophalen positionellen Fehler 30.f4? begangen, der seine ganze Stellung ruinierte. Wang nutzte diesen auf vorbildliche Weise aus. Anish Giri wählte wohl eine Variante, die dem Stil seines Kontrahenten genau in die Hände spielte. In einer englischen Symmetrievariante kam es zu einer etwas unübersichtlichen Stellung, die der Supertaktiker Ian Nepomniachtchi wesentlich besser behandelte als der Holländer und er knackte die nur scheinbare Festung. Die Partien Vachier-Lagrave gegen Caruana und Grischuk-Alekseenko endeten mit jeweils interessantem Remis. Offizielle Seite

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