Die teils sehr hochklassige Spreu wurde vom Weizen getrennt und es gibt tolle Paarungen in Runde drei des Weltcups in Tiflis. Die klangvollste Paarung dürfte Kramnik-Ivanchuk sein, doch es kann sich jede sehen lassen und verspricht Spannung. Carlsen-Bu, Svidler-Onischuk, Vachier-Lagrave-Lenderman, Grischuk-Navara, Giri-Sethuraman, Aronian-Matlakov, Dubov-Artemiev, So-Vallejo Pons, Nepomniachtchi-Jobava, Nakamura-Fedoseev, Kovalyov-Rodshtein, Caruana-Najer, Rapport-Li, Kuzubov-Wang, Ding-Vidit. Offizielle Seite

Einige der Favoriten haben heute tolle Partien gezeigt und sich für Runde 3 qualifiziert wie zum Beispiel Alexander Grischuk, der den Peruaner Jorge Cori mit Weiß klar schlug oder auch Peter Svidler mit einer brillanten Weißpartie mit vielen taktischen Motiven gegen Viktor Erdös. Auch Hikaru Nakamura setzte sich verdient durch mit einem 2,5:1,5 gegen Lazaro Bruzon. Der Gegner von Magnus Carlsen wurde ermittelt im Duell Bacrot-Bu. Die frühere langjährige Nummer Eins Chinas setzte sich mit Schwarz in der entscheidenden Partie durch. Es ist der erste wirkliche Brocken, den Carlsen vorgesetzt bekommt. Bu Xianghzi ist erfahren und abgebrüht genug um nicht vor Ehrfurcht zu erstarren (wie es bei Dreev den Anschein hatte) und selbst seine Chance zu suchen, doch der Weltmeister scheint in bester Spiellaune zu sein. Jedenfalls ein mit Spannung erwartetes Duell! Radoslaw Wojtaszek fing sich einen bösen Konter ein gegen Alexander Onischuk. Der favorisierte Pole hatte eine sehr gute Stellung nach der Eröffnung erreicht, verdarb den Vorteil und verlor sogar noch. David Navara, der stets bescheiden ist, läßt öfter mal sein Genie aufblitzen wie auch heute mit kräftigem Angriffsschach, vor allem in der zweiten Tiebreakpartie gegen Ivan Cheparinov - 3:1 für den Tschechen. Im inner-indischen Duell konnte sich überraschend Außenseiter Sethuraman gegen Harikrishna mit 2,5:1,5 durchsetzen. Ian Nepomniachtchi ist ein sehr findiger Spieler und gegen ihn muss man seine Chancen nutzen. Der Inder Adhiban vergab gestern eine Gewinnstellung und heute schlug er sich quasi selbst in Partie 4 nach einem unangebrachtem Qualitätsopfer, wonach der Russe in die nächste Runde einzog. Evgeny Najer ist "schon" 40 Jahre alt, hat aber in den letzten beiden Jahren enorm an Spielstärke und Stabilität zugelegt. Er schaltete Nikita Vitiugov mit 3:1 aus. Richard Rapport hat sich im Duell der Jungspunde gegen Wei Yi durchgesetzt. Der Ungar gilt als Taktiker, aber er ist auch in der Lage hervorragende Positionspartien zu spielen, was man heute gesehen hat. Li Chao bezwang Samuel Sevian mit 2,5:1,5. Yu Yangyi scheiterte mit 2:4 am unberechenbaren Georgier Baadur Jobava. Eine Sensation ist das 1:3 - Ausscheiden von Shakhriyar Mamedyarov gegen Yuriy Kuzubov. In dieser Form ist Kuzubov ein harter Gegner für jeden Spieler. Mit Teimour Radjabov erwischte es auch den zweiten Spitzenspieler aus Aserbaidschan. Er unterlag Vladislav Artemiev mit 3,5:4,5. Ein Eröffnungsdebakel erlebte Boris Gelfand in der entscheidenden Partie gegen Wang Hao und schied mit 1,5:2,5 aus. Áuch Wangs Landsmann Ding Liren konnte sich mit 2,5:1,5 gegen Martyn Kravtsiv durchsetzen. Matthias Blübaum konnte seine Leistung leider nicht krönen und unterlag Wesley So letztlich mit 2:4. Blübaum hat wie auch schon in Dortmund gezeigt, dass er mit der absoluten Weltklasse mitspielen kann. Fabiano Caruana siegte letztlich verdient gegen Luka Lenic mit 4:2. Vassily Ivanchuk musste seine ganze Erfahrung ausspielen um den aufstrebenden Jan-Kryszstof Duda auszuschalten. Anish Giri schlug ebenfalls zu und bezwang Alexander Motylev mit 4:2. Das gleiche Ergebnis gab es in Aronian-Hou, wodurch die letzte Dame im Turnier ausgeschieden ist. Im längsten und härtesten Duell des Tages feierte Europameister Maxim Matlakov einen verdienten 5:3-Sieg über Dmitry Andreikin. Offizielle Seite

Nach einer zweiten sehr zähen Weißpartie hat Georg Meier erneut "nur" Remis gespielt beim Fall Classic in Saint Louis und zwar gegen den 14-jährigen Nachwuchs-Großmeister Awonder Liang. Es führt ein Trio mit je 1,5 Punkten, nämlich Darius Swiercz, Aleksandr Shimanov und Yaroslav Zherebukh. Offizielle Seite

Ex-Weltmeister Viswanathan Anand ist sensationell am Kanadier Anton Kovalyov gescheitert. Anand ließ eine Abwicklung in ein damenloses Endspiel mit wenig Perspektiven zu und bot in etwas schlechter Stellung remis, was sein Scheitern besiegelte. Sehr überraschend ausgeschieden ist auch Sergey Karjakin gegen Fridman-Bezwinger Daniil Dubov, der eine starke Partie spielte und den Vize-Weltmeister mit 1,5:0,5 rauswarf. Wladimir Kramnik ist in der nächsten Runde. Kopfschütteln rief das Remisangebot in der Eröffnung von Anton Demchenko hervor, der gewinnen hätte müssen, aber wohl mit dem übergroßen Respekt vor Kramnik nicht fertig wurde. Weltmeister Carlsen ließ einen zweiten, sehr leicht aussehenden Sieg über Sergey Dreev folgen. Aleksandr Lenderman passierte auch die zweite Runde nach einem positionell hervorragenden Sieg gegen den Norweger Aryan Tari. Francisco Vallejo Pons schlug Evgeny Tomashevsky in einer Nebenvariante der spanischen Eröffnung. Vidit Santosh ließ gegen Le Quang nichts anbrennen und setzte sich mit 1,5:0,5 durch. Überraschend kam das Ausscheiden von Michael Adams, der gegen Maxim Rodshtein unterlag. Vladimir Fedoseev erreichte das nötige Remis gegen Ernesto Inarkiev um in Runde 3 einzuziehen. Adhiban Baskaran stand klar auf Gewinn gegen Ian Nepomniachtchi, vergab die relativ einfachen Möglichkeiten jedoch verblüffenderweise und muss nun in den Tiebreak gegen den Schnellschachspezialisten. Matthias Blübaum schaffte auch heute ein souveränes Remis gegen Wesley So. Schon jetzt ein toller Erfolg für den deutschen Hoffnungsträger. Im Übrigen leidet dieses zugegebenermaßen spannende Format unter der Tatsache, dass die klassische Disziplin Schach mehr und mehr in anderen Disziplinen entschieden wird, wofür es eigentlich eigene Weltmeisterschaften gibt, nämlich im Blitz- und Schnellschach. Einige Duelle endeten heute mit schnellen Remis und der Bereitschaft die Entscheidung mit verkürzter Bedenkzeit zu suchen. Offizielle Seite
Saint Louis ist wieder einmal als Schachhochburg der us-amerikanischen Schachszene im Blickfeld und Georg Meier ist Favorit der Fall Chess Classic, einem 9-rundigen Einladungsturnier. Mit von der Partie ist auch die Nr. 3 der Damenwelt Ju Wenjun, die erste Gegnerin von Meier war und ein Schwarzremis erreichte. Offizielle Seite

Matthias Blübaum, der letzte verbliebene Deutsche im Turnier, hat ein beachtliches und souveränes Schwarzremis mit der französischen Verteidigung gegen Weltklassemann Wesley So erkämpft. Einen in der Klarheit überraschenden Schwarzsieg errang Weltmeister Carlsen gegen den sonst so stabilen Russen Alexey Dreev. Vorgelegt haben auch Maxime-Vachier-Lagrave gegen Boris Grachev und Vladimir Kramnik gegen Anton Demchenko, dem der Ex-Weltmeister keine Chance ließ. Weitere Siege erzielten Vladimir Fedoseev, der eine starke Leistung gegen Ernesto Inarkiev zeigte und David Navara gegen Ivan Cheparinov. Letzterer verrechnete sich im Mittelspiel. Positionell ins Hintertreffen geriet überraschend der favorisierte Vietnamese gegen den aufstrebenden Vidit Santosh. Der Inder eroberte einen Bauern und gewann sicher im Turmendspiel.  Einer schockierenden Fehleinschätzung erlag Ex-Weltmeister Viswanathan Anand mit den weißen Steinen gegen den Kanadier Anton Kovalyov. Anand opferte völlig unnötig in bequemer Stellung einen Springer und kämpfte fortan für eine verlorene Sache. Ihm droht nun das vorzeitige Aus. Offizielle Seite

Ein sehr schlechter Tag für die deutschen Fans, denn sowohl Liviu-Dieter Nisipeanu als auch Daniel Fridman sind ausgeschieden. Nisipeanu scheiterte am 16-jährigen Samuel Sevian aus den USA mit 1,5:2,5 und Fridman musste sich gegen Daniil Dubov mit 2,5:3,5 geschlagen geben. Bei den heutigen Tiebreaks gab es ein paar Überraschungen. Aryan Tari aus Norwegen konnte sich gegen den klar favorisierten Englänger David Howell durchsetzen wie auch Luka Lenic (Slowenien) gegen Laurent Fressinet. Der Ungar Viktor Erdös schlug den zuletzt sehr erfolgreichen Bassem Amin. Eine gute Chance verpasste Mladen Palac, der einige bessere Stellungen nicht ausspielte gegen Ian Nepomniachtchi und am Ende 2,5:3,5 verlor. Das längste Duell lieferten sich Baadur Jobava und Ivan Salgado Lopez, bei dem sich der Georgier am Ende mit 4,5:3,5 durchsetzen konnte. In Runde zwei gibt es viele tolle Paarungen wie z.B. Carlsen-Dreev, Bacrot-Bu, Navara-Cheparinov, Ivanchuk-Duda, Giri-Motylev, Aronian-Hou, Motylev-Andreikin, Radjabov-Artemiev, Nakamura-Bruzon und natürlich aus deutscher Sicht das Highlight Matthias Blübaum gegen Wesley So. Offizielle Seite

Matthias Blübaum ist eine Runde weiter - er konnte sich souverän gegen seinen Kontrahenten Sandro Mareco aus Argentinien nach starker Partie durchsetzen. Er trifft nun auf keinen Geringeren als Wesley So. Vitaly Kunin spielte heute gegen einen aggressiv aufgelegten Le Quang Liem, der ein extrem mutiges Damenopfer brachte. Leider verpasste Kunin die besten Fortsetzungen und musste sich am Ende geschlagen geben. Liviu-Dieter Nisipeanu und Daniel Fridman müssen ins Tiebreak gegen ihre Widersacher. Ausgeschieden sind Ruslan Ponomariov gegen den Inder Sethuraman und Pavel Eljanov gegen Aleksandr Lenderman.  In den Tiebreak gerettet haben sich Wei Yi, Harikrishna Pentala und Vladimir Fedoseev die gestern überraschend gegen Außenseiter verloren hatten. Hou Yifan ist nach dem Ausscheiden von Nana Dzagnidze gegen Anish Giri, die einzige verbliebene Dame. Sie schlug den Polen Kacper Piorun mit 1,5:0,5. Viele Stars sind eine Runde weiter aber einige müssen doch nachsitzen wie zum Beispiel Sergey Karjakin gegen den 16-jährigen Australier IM Anton Smirnov, der seit Jahren als außergewöhnliches Talent gilt. Ian Nepomniachtchi muss gegen das kroatische Urgestein Mladen Palac in die Verlängerung und versucht seine Stärken mit verkürzter Bedenkzeit in die Waagschale zu werfen. Ein tolles Duell wird es in Runde zwei geben. Alexey Dreev, zweifacher Familienvater und ein Bollwerk an Solidität, trifft auf Weltmeister Magnus Carlsen. Der verstorbene Supertrainer Mark Dvoretsky lobte Dreev einst als einen der talentiertesten Spieler, die er je trainiert habe. Dreev ließ GM Axel Bachmann auch in der zweiten Partie keine Chance. Offizielle Seite

Der für die Berliner Schachfreunde spielende IM Marco Baldauf, der genau wie sein ärgster Widersacher IM Christopher Noe (SC Eppingen) auf dem aufsteigenden Ast ist, haben Platz 1 und 2 beim Zirndorf-Cup gemacht und den erfahrenen Großmeister Aloyzas Kveinys aus Litauen auf den dritten Platz verwiesen. Alle erzielten 5,5 Punkte wie auch der Viertplatzierte Schachfreund Mario Linsenmeyer (FSV Großenseebach). Offizielle Seite

32 Schachfreunde fanden saßen an diesem Wochenende in Magdeburg an den Brettern um den Deutschen Schnellschachmeister zu ermitteln. Nach 9 Runden konnte sich nach 2011 zum zweiten Mal IM Hagen Poetsch vom SC Heusenstamm mit 7,5 Punkten klar durchsetzen. Den zweiten Platz errang GM Alexander Naumann (SG Solingen) mit 6,5 Punkten vor dem punktgleichen FM Rudolf Wilhelm Bräuning (SK Bebenhausen). Herauszuheben ist auch die hervorragende Leistung der besten Dame im Feld. WGM Tatiana Melamed aus Magdeburg erreichte einen tollen vierten Platz mit 6 Punkten. schachbund