Die chinesische Außenseiterin Tan Zhongyi hat nach einem schönen Sieg über Anna Muzychuk überraschend die Führung beim WM-Finale übernommen. In den auf vier Partien angesetzten Finale liegt sie nun mit 1,5:0,5 vorne. Sie wählte ein kluges Eröffnungskonzept mit der Nebenvariante 5.Dd3 im Semislawen. Diese Variante gilt eigentlich als harmlos, wurde aber schon von Weltklassegroßmeistern wie Aronian, Grischuk und Ivanchuk erfolgreich angewendet. Muzychuk war offensichtlich überrascht von diesem Zug und reagierte nicht optimal, was der Chinesin leichten, aber anhaltenden Vorteil brachte, den sie schließlich nach Ungenauigkeiten von Muzychuk in einen verdienten Partiegewinn umgewandelt hat. Die Ukrainerin steht nun gehörig unter Druck möglichst schon mit ihrer Weißpartie den Ausgleich zu erzwingen. Offizielle Seite

Ein sehr überraschendes Endergebnis gab es auch beim 24. Open in der französischen Kleinstadt Selestat. Es gewann trotz der Teilnahme von 7 Großmeistern der französische FM Emmanuel Reinhart mit 6 Punkten. Einen halben Punkt dahinter platzieren sich IM Jean-Rene Koch und GM Sebastian Feller. Einen sensationellen vierten Platz erreichte die deutsche Fide-Meisterin Judith Fuchs vom Hamburger SK. Offizielle Seite

Einen nie erwarteten Ausgang nahm das hervorragend besetzte Graz Open. Der 1999 geborene polnische FM Mikolaj Tomczak gewinnt als Nummer 61 der Setzliste mit 7 Punkten und einer Eloperformance von 2708, was natürlich eine GM-Norm bedeutete. Punktgleich auf dem Treppchen sind GM Evgeny Romanov aus Russland und GM Evgeny Postny aus Israel. Ungewohnt schwach präsentierte sich Elofavorit und Österreichs Nummer Eins Markus Ragger, der nur 5,5 Punkte machte und sage und schreibe 22 Elopunkte einbüßte. Beste Deutsche wurden IM Leon Mons und IM Roven Vogel mit jeweils 6 Punkten. chess-results

Mit einer sehr soliden Leistung hat die chinesische Außenseiterin Tan Zhongyi ein nie gefährdetes Schwarzremis mit der französischen Verteidigung gegen Anna Muzychuk erreicht. Das Finale ist auf 4 Partien angesetzt. Es wäre eine große Sensation, wenn die Chinesin den Titel und das Preisgeld von 60 000 Dollar holen würde. Offizielle Seite

Das Grand Prix Turnier in Sharjah ist Geschichte und hat sicherlich kaum einen Schachfan vom Hocker gehauen, doch es gab durchaus ein paar tolle Partien wie zum Beispiel heute. Chinas Nummer Eins Ding Liren hat gegen Levon Aronian nach einer Katalanischen Eröffnung seine tollen taktisch-dynamischen Fähigkeiten gezeigt und ein großartiges Qualitätsopfer gebracht, das ihn schließlich auf die Siegerstraße brachte. Nach seiner Erstrundenniederlage machte Ding noch 5 Punkte aus 9 Runden und wurde Fünfter im Turnier. Shakhriyar Mamedyarov ist weiterhin auf dem aufsteigenden Ast und gewinnt wieder Elopunkte hinzu. Er fügte Weltmeisterin Hou Yifan die einzige Niederlage bei diesem Turnier bei und wurde selbst Dritter hinter dem punktgleichen Zweitplatzierten Vachier-Lagrave, der gegen Alexander Grischuk remisierte. Letztgenannter wrude als Wertungsbester mit ebenfalls 5,5 Punkten Turniersieger. Pavel Eljanov gewann gegen Salem Saleh doch noch recht klar, obwohl er die Eröffnung nicht sehr gut behandelt hatte, doch der Ägypter nahm die Chancen eine schöne Stellung in der Eröffnung zu erhalten nicht wahr. Eljanov holte letztlich 4,5 Punkte und Saleh 3,5. Vierter wurde Hikaru Nakamura, der trotz seiner taktischen Fähigkeiten diesmal sehr solide (heute remis gegen Adams) und sicher agierte. Er gewann eine Partie und verlor keine. Die restlichen Partien endeten ebenfalls mit Remis. Offizielle Seite

Das 8. Pfalz-Open kann sich wahrlich sehen lassen. Im stark besetzten A-Open haben sich 225, im B-Turnier 177 und im C-Turnier 108 Spieler zusammengefunden, darunter sehr viele starke Jugendliche. Die Nummer Eins der Setzliste ist Ex-Europameister GM Zdenko Kozul aus Kroatien. Es führt jedoch überraschend der Jugendliche IM Kirill Shevchenko aus der Ukraine, der die Partien der ersten fünf Runden allesamt für sich entscheiden konnte. Einen halben Zähler dahinter befindet sich ein Quintett, darunter die deutschen Nordlichter IM Aljoscha Feuerstack (FC St. Pauli) und Benedict Krause vom SK Norderstedt. chess-results

Alexander Grischuk, der in den letzten Jahren von Weltranglistenplatz 2 arg abstürzte, ist wieder im Aufwind. Heute schlug er nach einer starken Leistung den bisherigen Co-Leader Shakhriyar Mamedyarov und schließt selbst zum Tabellenführer Vachier-Lagrave auf, der remis gegen Nepomniachtchi spielte. Jon-Ludvig Hammer hat heute seine zweite und völlig unnötige Niederlage kassiert. Mit Weiß traf er im Dameninder eine fatale Entscheidung mit dem positionell sehr schwachen Zug 20.a4, wonach Eljanov die Initiative ergreifen und den Vorteil gewinnbringend ausbauen konnte. Insgesamt wieder eine recht enttäuschende Runde für die Schachfans, denn in den übrigen Partien tat sich recht wenig. Morgen folgt die Schlussrunde. Offizielle Seite

Der Tiebreak im Halbfinale der Damen-WM zwischen Tan Zhongyi und Harika Dronavalli hatte es in sich. Man kann vorausschicken, dass beide Spielerinnen es verdient gehabt hätten ins Finale einzuziehen. Die Chinesin hatte in der allerletzten Armageddon-Partie das bessere Ende für sich und gewann mit 5:4. Harika hatte den Tiebreak optimal begonnen und schon nach 17 Zügen gewonnen und konnte dann eiin ausgeglichenes Springerendspiel nicht remis halten, was wohl einen mentalen Knacks bei der Inderin verursachte wodurch sich die Außenseiterin Tan durchsetzen konnte. fizielleSeite

Der Chinese Li Chao hat in einem Petrosjan-System im Dameninder einen feinen Sieg über Pavel Eljanov davongetragen und steht nun wieder bei 50% der Punkte wie sein Landsmann Ding Liren, der gegen Hikaru Nakamura remisierte. Die schnellen Remis sind sehr zahlreich in diesem Grand Prix und die Fide muss sich ernsthaft überlegen dagegen vorzugehen. Den zweiten Tagessieg und damit seinen ersten Partiegewinn schaffte Salem Saleh, der den nun schwächelnden Alexander Riazantsev in der Vorstoßvariante im Caro-Kann keine Chance ließ. Die übrigen Partien verliefen ausgeglichen und teils  enttäuschend für den kibitzenden Schachfreund. Offizielle Seite

Remis ist nach wie vor das vorherrschende Ergebnis beim Grand Prix Turnier in Sharjah. In der heutigen sechsten Runde gab es zwei Tagessiege durch Richard Rapport und Ian Nepomniachtchi. Rapport schlug Alexander Riazantsev in einem Nimzoinder in einer relativ ruhigen Partie und Ian Nepomniachtchi bezwang Li Chaos Russische Verteidigung indem er den König des Chinesen in ein Mattnetz zog. Die restlichen Partien verliefen sehr ausgeglichen und endeten teils unter 20 Zügen mit Remis. Es führen Vachier-Lagrave und Mamedyarov mit 4 Punkten. Offizielle Seite