Viele Schachfreunde blicken mit Bewunderung zu den Weltklasseschachspielern auf, doch heute gab es keinen Grund dazu! Wirklich krass war in Karjakin-Aronian, dass es schon in der Eröffnungsphase ohne Zeitdruck zu beidseitiger Schachblindheit kam. Im 10. Zug spielte Aronian den lediglich auf den ersten Blick normal aussehenden Zug f6. Karjakin zog schablonenhaft 11.d4, hätte aber mit 11.c4 nebst c5 eine Figur gewinnen können, was beide Spieler nicht gesehen haben. Aronian verlor die Partie dann aber trotzdem zurecht am Ende. Weltmeister Magnus Carlsen überspielte Anish Giri im Mittel- und Endspiel und hätte in der entscheidenden Phase in drei Zügen matt setzen können, was ganz einfach zu berechnen gewesen wäre. Er sah es nicht und vergab stattdessen den entscheidenden Vorteil. Am Ende wurde es Remis. Carlsen verpasste es dadurch mit Wesley So gleichzuziehen. Auch Radoslaw Wojtaszek bekleckerte sich nicht mit Ruhm in seiner Partie gegen Adhiban. Er stand auf Gewinn, opferte ohne Not eine Figur und verlor sogar noch. Drei solche Patzer-Partien an einem Tag in einem absoluten Topturnier sind kaum zu glauben. Mit anderen Worten: Der normale Kleinmeister kann, leicht schadenfroh, beruhigt aufatmen! Wei Yi stieg mit seinem Angriffssieg über Loek van Wely zur Verfolgergruppe mit 4,5 Punkten aus 7 Partien auf. Wesley So bleibt alleiniger Tabellenführer nach einem durch gute Verteidigung erkämpftes Remis gegen Eljanov. Die übrigen Partien endeten mit Remis. In der Challengergruppe hat Markus Ragger, gut erholt nach seiner gestrigen Niederlage, zurückgeschlagen und mit Weiß Sopiko Guramishvili bezwungen. Co-Leader Gawain Jones räumte einen größeren Brocken aus dem Weg und feierte einen wichtigen Schwarzsieg über Jorden van Foreest. Offizielle Seite