Eine großartige Leistung zeigte Fabiano Caruana in Runde 6 der London Chess Classic gegen seinen Landsmann HIkaru Nakamura. In einem scharfen Sizilianer brachte der italienisch-stämmige US-Amerikaner ein brillantes und folgerichtiges Damenopfer, das jedoch in seiner Tragweite für Menschen kaum zu berechnen war. Erstaunlich ist, dass starke Schach-Engines ebenfalls dieses Damenopfer gespielt hätten. Nakamura konnte die entstandenen Probleme nicht lösen und verlor nach nur 32 Zügen. Damit nähert sich Caruana dem amtierenden Weltmeister Magnus Carlsen gefährlich nahe in der Elo-Weltrangliste. Nicht weniger stark spielte Tabellenfüher Wesley So, der Veselin Topalov in einem Italiener, wohlgemerkt mit Schwarz, keine Chance ließ und schon nach 27 Zügen gewann. Topalov ist meilenweit von seiner Normalform entfernt und fällt in der Weltrangliste weit zurück. In sechs Runden nur einen halben Punkt aufweisen zu können, spricht Bände! Den dritten Tagessieg landete Vachier-Lagrave gegen Levon Aronian. Der Armenier stand nach einem zweifelhaften Figurenopfer des Franzosen sicherlich gut und fand in komplizierter Stellung nicht die beste Verteidigung und verlor. Viswanathan Anand und Anish Giri teilten den Punkt nach spektakulärem Verlauf. Anand opferte inkorrekt einen Springer gegen drei Bauern, was ihn nach der starken Entgegnung des jungen Holländers nur in Schwierigkeiten brachte, doch Giri fand in besserer Stellung ebenfalls nicht den idealen Plan und begnügte sich am Ende mit Dauerschach. Kramnik und Adams trennten sich mit einem gerechten Remis. Wesley So führt mit 4,5 Punkten vor Caruana mit 4.
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