Zum dritten Mal in Folge findet in Nicolosi am Ätna ein gut besetztes Schachfestival Stadt. Schon oft wurde der geplagte Ort auf Sizilien von Vulkanausbrüchen zerstört und im letzten Jahr gab es während des Turniers einen Ausbruch des Ätna, der allerdings den Ort nicht gefährdete. Turnierfavorit ist Oleg Korneev aus Spanien vor dem Ukrainer GM Yuri Solodovnichenko. Offizielle Seite

In der ewigen Stadt Rom findet erstmals ein stark besetztes Open mit 182 Spielern statt. Unter den vielen starken Schachmeistern befinden sich auch die beiden Hamburger IM Dmitrij Kollars und IM Jonathan Carlstedt. Auch WGM Sarah Hoolt und FM Matthias Bach sind mit von der Partie. Elofavorit ist der Weißrusse GM Sergei Zhigalko. Sarah Hoolt erreichte in Runde 1 gleich ein beachtliches Schwarzremis gegen den Brasilianer GM Alexandr Fier und auch Matthias Bach spielte Remis gegen GM Hristos Banikas aus Griechenland. Es gab weitere zahlreiche Überraschungen. chess-results
Die beiden großen Konkurrenten der letzten Saison Baden-Baden und Solingen werden vermutlich auch in dieser Saison den Titel unter sich ausmachen. Beide Teams sind noch nach sechs Runden verlustpunktfrei. Baden-Baden schlug Griesheim mit einem klaren 7,5:0,5. Erstaunlich in diesem Kampf war das sehr glückliche Remis von Fabiano Caruana gegen den schweizer IM Nico Georgadis, der wohl in der Schlussstellung zu viel Respekt hatte und ins Remis einwilligte. Solingen bezwang Bayern München 6:2 mit ihrem an diesem Wochenende zweimal erfolgreichen Frontmann Markus Ragger. Hockenheim ist nach dem 5:3 über Speyer-Schwegenheim Dritter vor den punktgleichen Mülheimern, die MSA Zugzwang mit 5,5:2,5 schlagen konnten. Schwäbisch Hall gab den Schachfreunden aus Berlin mit 5:3 das Nachsehen und König Tegel kam gegen Dresden mit 1,5:6,5 unter die Räder. Die knappsten Duelle gab es bei Hamburg-Aachen 3,5:4,5 und Bremen-Trier 4,5:3,5. schachbundesliga
Die absolute Top-Paarung des heutigen Tages in der Schachbundesliga war Hockenheim gegen Baden-Baden. Der letztgenannte Favorit setzte sich mit 5:3 standesgemäß durch. An Brett 1 und 8 gewannen Fabiano Caruana gegen Evgeny Tomashevsky und Arkadij Naiditsch siegte mit Schwarz gegen David Baramidze. Nur Solingen ist wie Baden-Baden noch ohne Verlustpunkt. Die Klingenstädter schlugen MSA Zugzwang mit einem klaren 6,5:1,5. Die Münchner haben damit die rote Laterne übernommen. Vierter in der Tabelle ist nun Mülheim Nord, das Bayern München mit 5:3 bezwang. Einen immens wichtigen und überraschenden 5:3-Sieg schaffte das bisherige Schlusslicht Griesheim gegen Neuling Speyer-Schwegenheim. Aufwärts Aachen bleibt nach der 3:5-Niederlage gegen Bremen auf einem Abstiegsplatz. Im Mittelfeld-Duell zog Trier mit 2,5:5,5 den Kürzeren gegen den HSK. Schwäbisch Hall bezwang König Tegel erwartungsgemäß mit einem 5,5:2,5 und die Schachfreunde Berlin trennten sich 4:4 von Dresden. schachbundesliga

Ab dem morgigen Samstag gibt es die Runden 5 und 6 der Schachbundesliga. Es kommt zu einem richtigen Kracher morgen in Hockenheim. Die Gasteber, selbst noch verlustpunktfrei, treffen auf Tabellenführer Baden-Baden. Die anderen beiden Teams werden Griesheim und Speyer-Schwegenheim sein. In Aachen lädt der Gastgeben die Teams aus Bremen, Trier und Hamburg ein. Meister Solingen wird in Mülheim wie der Gastgeber auf die beiden Münchner Teams treffen. In Dresden schließlich haben es die Gastgeber und Schwäbisch Hall mit den beiden Berliner Mannschaften zu tun.

Liebe Schachfreunde, hier der Link zur Schlusszeremonie und Siegerehrung der Schach-WM in New York zwischen dem neuen und alten Weltmeister Magnus Carlsen und seinem unterlegenen Herausforderer Sergey Karjakin. Interessant vor allem die Reden der beiden Hauptakteure. SCHACH-WM

Der erst 17-jährige Großmeister Karthikeyan Murali wiederholt seinen Überraschungs-Coup von 2015 und gewinnt erneut die indische Einzelmeisterschaft mit hervorragenden 10,5 Punkten aus 13 Runden. Es war das Turnier der Jungspunde, denn der ebenfalls 17-jährige GM Aravindh Chithambaram landete auf dem zweiten Platz mit 9,5 Punkten. Auf Platz drei dann GM Adhiban, einer der Favoriten des Turniers, mit 9 Punkten. Offizielle Seite

Die starke Chinesin Ju Wenjun gewinnt mit einer soliden und starken Leistung das Grand-Prix-Turnier in Khanty-Mansiysk mit 7,5 Punkten. Entscheidend war ihr Schwarzsieg in Runde 10 über die Georgierin Nona Batsiashvili, die einen starken zweiten Platz mit 6,5 Punkten erreichte. Unter vielen punktgleichen Spielerinnen mit 6 Punkten hatte die Russin Valentina Gunina die beste Wertung und holte damit Rang 3. Ju führt auch in der Grand-Prix-Gesamtwertung. Offizielle Seite

Tiebreak Partie 1: Ein relativ ruhiges System im Spanier ist erneut das Thema und beide riskieren nichts. Nach 37 Zügen einigen sich die Spieler auf Remis.

Tiebreak Partie 2: Eine dramatische Partie. Carlsen will es mit Weiß wissen. Nach einem Fehler Karjakins gewinnt Carlsen im Mittelspiel zwei Figuren für einen Turm. Sowohl die Zuschauer als auch die Computerprogramme wähnen den Weltmeister auf der Siegerstraße, doch es ist verzwickter als man meint. Carlsen spielt nicht exakt und Karjakin schafft es tatsächlich seine ganze Zähigkeit in die Waagschale zu werfen und das Remis nach 83 Zügen zu erreichen. Die Endspielanalysen werden zeigen ob es eine Festung war, die Karjakin fand. Ein äußerst frustrierender Moment für den Weltmeister an seinem 26. Geburtstag.

Tiebreak Partie 3: Karjakin hat wieder Weiß. Sein risikoloses Spiel scheint seit Beginn des WM-Kampfes die ausgetüftelte Waffe des Russen zu sein. Auch diesmal ist Carlsen der Aktivere und reißt nach dem zweifelhaften 20.f3?! von Karjakin die Initiative an sich. Carlsen öffnet mit starken Zügen den Damenflügel und öffnet anschließend auch noch das Zentrum mit einem starken Bauernopfer. Der Druck wird zusehends größer und der von Carlsen installierte Oktopusspringer auf e3 wirkt äußerst beunruhigend für Karjakin-Fans. Im 38. Zug unterläuft Karjakin ein katastrophaler Fehler in schwieriger Lage, der die Partie sofort zugunsten des Weltmeisters entscheidet. Eine große, dynamische Leistung Carlsens, der nun alle Trümpfe in der Hand hat. Er braucht nur noch Remis und bleibt dann Weltmeister. In der letzten Rapid-Partie ist Karjakin nun "endlich" gezwungen etwas zu riskieren.

Tiebreak Partie 4: Wen wunderts! 1.e4 c5! - das musste jetzt sein. Erstmals kommt die kämpferische Siziilanische Verteidigung bei dieser WM aufs Brett. Carlsen packt 5.f3 aus und will keine gänzlich ausgetretene Theorie-Pfade betreten, denn darin läge Karjakins Stärke. Nach 12 Zügen ein ungewöhnliches Bild. Carlsen hat noch nicht rochiert, Karjakins a-Bauer steht auf a4, die Dame auf a5. Carlsens Stellung sieht sehr sicher und positionell stabil aus. In Karjakins Struktur befinden sich Felderschwächen. Nach der Eröffnungsphase hat Carlsen positionelle Vorteile. Karjakin verliert durch einen einfachen Fehler die Qualität in bereits schwieriger Stellung und ist im Hintertreffen. Karjakin versucht dennoch alles, doch seine Lage wird immer aussichtsloser. Der Herausforderer macht einen letzten scheinbar aktiven Zug, nach dem die Computerprogramme Matt-Alarm schlagen. Carlsen sieht die brillante Kombination und beendet die WM mit einem Bilderbuchmatt unter Damenopfer. Ein in der Tat weltmeisterliches Ende! Er siegt 3:1 im Tiebreak und bleibt Weltmeister. Hochverdient, weil wesentlich aktiver und kämpferischer als sein Kontrahent, doch Karjakin verkaufte sich teurer als von den Experten vorher erwartet. Die Nummer Eins der Welt Magnus Carlsen regiert weiter! Offizielle Seite

Die Fide ermittelte in einem langen Turnier in Marienbad seine neuen Senioren-Weltmeister. In der Ü50 gewann der georgische Großmeister Giorgi Bagaturov, der nur Nummer 15 der Setzliste war. Er gewann nach toller Leistung mit großartigen 9,5 Punkten aus 11 Runden und verwies IM Alexander Reprintsev (Ukraine) und Zurab Sturua (Georgien), die jeweils 8,5 Punkte machten, auf die Plätze zwei und drei. Bester Deutscher wurde GM Jakob Meister (SK Zehlendorf) mit 7 Punkten auf Platz 20. Die Ü50 der Damen gewann die Russin WFM Tatiana Bogumil mit 8 Punkten vor der punktgleichen Favoritin WGM Elvira Berend aus Luxemburg. WGM Galina Strutinskaia (Russland) holte sich den Bronzeplatz mit 7 Punkten. WFM Olga Birkholz (TSV Bindlach Aktionär) wurde gute Achte mit 6,5 Punkten. In der Ü65-Gruppe der Männer gewann einmal mehr, bereits zum vierten Mal, Elofavorit GM Anatoly Vaisser aus Frankreich, jedoch denkbar knapp vor mehreren punktgleichen Konkurrenten. Platz zwei geht an GM Vlastimil Jansa (Tschechien) vor GM Evgeny Sweshnikov (Russland). Ein großartiges Turnier spielte FM Clemens Werner (Karlsruher SF), der punktgleich mit dem Turniersieger Platz 5 erreichte. Ihren fünften Senioren-WM-Titel GM Nona Gaprindashvili aus Georgien mit 8 Punkten vor WGM Elena Fatalibekova aus Russland (7,5) und Tamar Khiadashvili aus Georgien (6,5 Punkte). Offizielle Seite