Die Münchner Schachakademie hat ein beachtliches Schnellturnier auf die Beine gestellt, dank des Sponsors Immobilien Krulich. Am ersten Tag des zweitägigen Turniers gab es interessante Kämpfe. Kommentiert werden die Partien von GM Dr. Helmut Pfleger und dem englischen Großmeister Stuart Conquest. Nach 6 Runden führen Francisco Vallejo Pons und Anna Muzychuk mit je 5 Punkten. Platz drei hat derzeit Michael Bezold mit 4,5 Punkten inne vor Nigel Short (4) und Markus Ragger (3,5). Offizielle Seite

Nach zwei turbulenten Runden ist die Georgierin Nino Batsiashvili erneut in Führung gegangen, denn ihre starken Konkurrentinnen wurden durch Verlustpartien zurückgeworfen. Sie führt nun mit 4,5 Punkten aus 6 Runden einen ganzen Zähler vor einem Verfolgerquartett. Es gibt nur noch eine ungeschlagene Spielerin und das ist nicht etwa die Tabellenführerin sondern die Iranerin Sarasadat Khademalsharie. Offizielle Seite

Wie wir jetzt erst erfahren haben ist der langjährige Schachfreund und Mäzen Wilfried Hilgert bereits am 11.11. verstorben. Unter ihm gewann die SG Porz zehnmal die Deutsche Meisterschaft und zahlreiche andere Titel. Der deutsche Schachpräsident Herbert Bastian schrieb einen Nachruf. schachbund

In einer für Sergey Karjakin bitteren Partie hat Magnus Carlsen den 5:5-Ausgleich geschafft. In einem Spanier holte Carlsen nichts aus der Eröffnung und Karjakin hätte im 20. Zug wohl schon eine sehr gute Möglichkeit gehabt ein Remis mit Zugwiederholung oder ein bequemes Endspiel zu erreichen. Er verschmähte diese Variante und blieb dann mit einer schlechteren Bauernstruktur. Carlsen spielte diesmal stark und geduldig und nutzte vor allem seinen besseren aktiven Springer in einem Turm + Springer-Endspiel. Diesmal nutzte Carlsen alles was seine Stellung hergab und zeigte endlich seine Fähigkeiten. Offizielle Seite

Am heutigen Tag begann das Heusenstamm Sparkassen-Open mit sehr guter Besetzung und vielen Titelträgern. An der Spitze der Setzliste steht Großmeister Vitaly Kunin (Freibauer Mörlenbach). Sensationellerweise musste Kunin gegen die Nr. 100 der Setzliste Gerhard Dietz vom SC Bad Nauheim gleich in Runde 1 ein Remis hinnehmen. Mitfavoriten im Turnier sind GM Peter Michalik, GM Oleg Korneev und GM Alexander Donchenko. Auch Jungstar Vincent Keymer ist mit von der Partie. Offizielle Seite

In einer hochkomplizierten Spanischen Partie lieferten sich Sergey Karjakin und Magnus Carlsen gestern einen großen Kampf. Vermutlich war es die bislang niveauvollste Partie der bisherigen WM. Die Vorentscheidung lag einige Zeit in der Luft. Karjakin hatte einen Bauern mehr, allerdings einen häßlichen Doppelbauern. In der entscheidenden Phase opferte Karjakin nach langem Nachdenken mit 39.Lf7: vielversprechend eine Figur und bekam diese Figur wieder zurück, doch Carlsen spielte sehr umsichtig und konnte alle weiteren Gewinnversuche abwehren. Stattdessen hätte der Russe 39.Db3 spielen können mit guten Gewinnchancen. In Zeiten der mächtigen Rechenmonster, den Engines, läßt sich das leicht so dahinschreiben, doch am Brett waren die ganzen hochkomplizierten Varianten kaum exakt zu berechnen. In einer hochklassigen Partie konnte Carlsen seine Chancen wahren und den Knockout verhindern. Man kann großes Kampfschach in den verbleibenden drei Partien erwarten. Carlsen hat noch zweimal den Anzugsvorteil. Offizielle Seite

Valentina Gunina (Russland) hat mit einem Weißsieg im Bogo-Inder gegen die Tabellenführerin Nino Batsiashvili das Feld wieder zusammengerückt und selbst zur Georgerin aufgeschlossen. Dazugesellt zum Führungstrio hat sich Olga Girya (Russland), die ihrerseits gegen Lela Javakhishvili (Georgien) gewann. Die Iranerin Sarasadat Khademalsharie bildet mit Ju Wenjun (China) das Verfolgerduo. Offizielle Seite

Der einstige indische Wunderknabe Aravind Chitambaram ist mittlerweile 17 Jahre alt und Großmeister. Bei der indischen Einzelmeisterschaft führt er nun mit 5 Punkten aus 6 Runden die Tabelle an. In der zuletzt gespielten Runde machte er einen wahren Big Point, in dem er den Elofavoriten GM Adhiban Baskaran mit den schwarzen Steinen schlug. Das Turnier umfasst 13 Runden. Offizielle Seite

Ein starkes Quartett führt die Tabelle der Senioren-WM mit voller Punktezahl nach vier Runden an. Derisländische GM Henrik Danielsen hat derzeit die beste Wertung vor GM Ralf Akesson (Schweden), IM Nikolai Vlassov (Russland) und IM Alexander Reprintsev (Ukraine). Erfreuliches gibt es vom Ü-65-Turnier zu berichten. Dort führen IM Nathan Birnboim und der deutsche Schachfreund Dr. Matthias Kierzek (SC Fulda), der zuletzt GM Plachetka schlug, die Tabelle mit 4 Punkten an. In der Ü-50 der Damen liegt WIM Annett Wagner-Michel (SC Rotation Pankow) aussichtsreich auf Platz zwei hinter WGM Yelena Ankudinova aus Kasachstan. Offizielle Seite

Die heutige Partie war die achte des WM-Kampfes und man war nach sieben Runden geneigt, wie im Fussball zu sagen: Ein Tor würde dem Spiel tut tun. Heute war es so weit. Magnus Carlsen eröffnete mit der wenig verheißungsvollen Colle-Zuckertort-Variante. Karjakin holte souverän bequemen Ausgleich aus der Eröffnung und hätte mit 19...Dg5 eine sehr aktive, für Carlsen gefährliche Option gehabt. Im Mittelspiel begann Carlsen im Trüben zu fischen und genau mit diesem Bild beschreibt man am besten das Spiel von Carlsen in dieser Partie. Er opferte einen Bauern, dann noch einen zweiten und stand plötzlich bedenklich. Er hatte noch einen billigen Trick in Petto, wenn Karjakin 37...Dd3 statt dem besten Zug Da4 spielt. Unglaublicherweise spielte Karjakin das schwache Dd3 und ließ Carlsen eigentlich ins Remis entwischen. Carlsen hingegen verschmähte das Remis und kämpfte weiter um Vorteil, was die Stellung nicht hergab. Karjakin spielte sehr solide und stark nach seiner vertanen Chance und dann griff der Weltmeister im 51.Zug sehr daneben und Karjakin stand plötzlich auf Gewinn. Diese großartige Chance ließ sich der Russe nicht entgehen und nach einem weiteren sehr schwachen Zug des Norwegers schob er seinen Bauern nach a2. Diesen konnte Carlsen zwar schlagen, würde dann aber in eine Mattkombination mit Springer und Dame laufen. Der Weltmeister gab auf, denn er hatte nicht mal mehr Dauerschach-Optionen. Carlsen zeigte sich sehr kämpferisch, doch diese Niederlage hatte er verdient. Es wird sehr spannend zu sehen wie Carlsen diesen 3,5:4,5-Rückstand mit welchen Eröffnungssystemen versuchen wird in den verbleibenden vier Partien wett zu machen. Offizielle Seite