Die Runden drei und vier der Schachbundesliga werden am kommenden Wochenende ausgetragen und es kommt bereits zu zwei absoluten Top-Duellen. Das niveauvollste Schach dürfte in Bremen gespielt werden, denn dort duellieren sich die starken Teams Bremen, Solingen, Mülheim und Hamburg. Bremen trifft am Samstag auf Titelverteidiger Solingen. In Baden-Baden trifft der vielfache Deutsche Meister am Samstag auf das Team aus Schwäbisch Hall. Wenn alles an Weltklasse aufgeboten wird was aufgestellt ist, kann man sich auf tolles Schach freuen. Speyer-Schwegenheim und Dresden sind ebenfalls mit von der Partie. Abstiegskampf pur bereits am zweiten Bundesliga-Wochenende gibt es in Berlin. Die beiden Münchner Teams treffen auf die beiden Berliner Mannschaften. Favorisiert gehen die Berliner Schachfreunde an die Bretter. In Trier stehen sich der Gastgeber sowie Hockenheim, Aachen und Griesheim gegenüber. Offizielle Seite

Die Schachfans haben eine erstaunlich schwache, aber sehr interessante WM-Partie 4 gesehen. Was die Kontrahenten in dieser Partie zeigten war alles andere als weltmeisterlich! Karjakin traf in einem Spanier früh eine sehr fragwürdige Entscheidung, die ihm eine immens schwache Bauernstruktur am Damenflügel gab. Die weiße Stellung war schon nach 19 Zügen ohne Perspektive, ohne gute Figuren und Karjakin musste sich da bereits auf eine lange, mühsame Verteidigung einstellen. Carlsen spielte weiter stark und vergrößerte seinen Vorteil, doch dann traf er eine wie es scheint miserable Entscheidung, nämlich 45...f4 und Karjakin könnte tatsächlich eine Festung aufbauen. Carlsen unternahm einen letzten Versuch mit Läufertausch, doch dann hatte Karjakin kein Problem mehr diese von ihm in der Eröffnung so miserabel gespielte Partie ins Remis zu führen. Ein weiterer Rückschlag für den Weltmeister, der diesmal eine klare Gewinnstellung verdarb. Beide sind weit von ihrer Bestform entfernt! Man kann sehr gespannt sein, was die Analysen zu Tage fördern werden. Offizielle Seite

Carlsen hat in seiner zweiten Weißpartie eine als sehr harmlos geltende Variante im Spanier gewählt, doch diese hatte etwas Gift. Nach langem Lavieren gewann der Titelverteidiger einen Bauern, doch die Remisbreite war dennoch noch längst nicht überschritten. Nach einer Ungenauigkeit Karjakins hätte Carlsen im 42. Zug Tb8+ spielen müssen und hätte danach hervorragende Chancen und schöne Koordination seiner Figuren bekommen. Nach dem gespielten Zug hatte er Mühe Fortschritte zu machen. In leichter Zeitnot spielte Karjakin erneut ungenau und brachte sich in Schwierigkeiten, doch am Ende reichten die Verteidigungsressourcen nach dramatischem Verlauf für ein Remis. Ein großer moralischer Sieg für den Russen! Wer Carlsen kennt wird sich vorstellen können, wie sehr sich der ehrgeizige Weltmeister ärgern wird. Offizielle Seite

Ex-Weltmeister Viswanathan erwies sich beim Champions Showdown in St. Louis als konstantester Spieler in allen drei Disziplinen und gewinnt mit überragenden 15 Punkten aus 22 Runden vor Hikaru Nakamura, der erwartungsgemäß bester Blitzer war und mit nur einem Punkt Rückstand Zweiter wurde. Caruana holte sich mit 11 Punkten Rang drei vor dem "schlechten" Blitzer Veselin Topalov, der diese Disziplin noch nie mochte. Anand kassierte durch diesen Erfolg 60 000 Dollar. Offizielle Seite

Viswanathan Anand zeigt sich in Saint Louis beim Champions Showdown in sehr guter Form. Beim sogenannten Classic Event mit der ungewöhnlichen 60-Minuten-Bedenkzeit holten Viswanathan Anand und Veselin Topalov je 3,5 Punkten aus 6 Runden. Im Rapid über ebenfalls 6 Runden dominierte Ex-Weltmeister Anand mit 4 Punkten und er führt nun in der Gesamtwertung klar mit 7,5 Punkten vor Nakamura (6), Topalov (4,5). Fabiano Caruana liegt vor dem Blitzturnier mit 4 Punkten auf dem letzten Platz. Offizielle Seite

Der chinesische Großmeister Lu Shanglei gewinnt die offene Serbische Meisterschaft mit 7,5 Punkten aus 9 Runden vor seinen punktgleichen Kontrahenten GM Ivan Saric aus Kroatien und GM Miodrag Savic aus Serbien. Das Treppchen knapp verpasst hat der deutsche Nationalspieler GM Daniel Fridman mit 7 Punkten auf Platz 4. Offizielle Seite

Auch in Partie 2 des WM-Kampfes zwischen Carlsen und Karjakin bestimmte Sicherheitsdenken das Geschehen. Karjakin schaffte es ebenso wenig wie Carlsen gestern, seinen Anzugsvorteil zu nutzen. Am morgigen Sonntag ist Ruhetag und die Kontrahenten können die gewonnenen Erkenntnisse mit ihren Teams im stillen Kämmerlein erörtern. Mal sehen ob es bald mehr Risikobereitschaft gibt. Offizielle Seite

Mit einer sehr soliden und starken Leistung gewinnt der ukrainische GM Vitaly Sivuk das Einladungsturnier in Suleymanpasa mit hervorragenden 7 Punkten aus 9 Runden. Die große Überraschung war jedoch die sensationelle Leistung von IM Ekaterina Atalik, die mit Abstand die schwächste Elozahl vorzuweisen hatte, aber mit 6 Punkten den zweiten Platz machte. Lubomir Ftacnik kämpfte sich nach einigen schwächeren Partien doch noch am Ende auf Platz drei vor mit 5 Punkten. Thomas Luther sammelte 4 Punkte und wurde Siebter. Offizielle Seite

Das Team Alkaloid Skopje hat mit einem Punkt Vorsprung den European Club Cup in Novi Sad gewonnen. Es genügte dazu ein 3:3 mit sechs Remis gegen das Team SHSM aus Moskau. Zweiter wurde Mednyi Vsadnik vor SHSM Moskau. Ein starkes Einzelresultat gibt es aus dem Duell Padova-Ashdod zu vermelden. Vassily Ivanchuk (Ashdod) schlug den französischen Topspieler Maxime Vachier-Lagrave mit den schwarzen Steinen. Bremen bezwang das "Ragger-Team" Maria Saal aus Österreich klar mit 4,5:1,5 und landete auf einem sehr guten 14. Platz. Die Berliner Schachfreunde können nicht zufrieden sein. Am Ende gab es ein 2,5:3,5 gegen das holländische Team JSV Sissa und das bedeutete Platz 47. Bei den Damen siegte ganz klar ohne Verlustpunkt das Team Cercle d' Echecs aus Monte Carlo mit Weltmeisterin Hou Yifan am Spitzenbrett, die alle ihre Partien gewann. Offizielle Seite

In St. Louis läuft derzeit der Champions Showdown mit den US-Amerikanern Fabiano Caruana und Hikaru Nakamura sowie den beiden Fide-Ex-Weltmeistern Viswanathan Anand und Veselin Topalov. Der Bulgare überraschte gleich in Runde 1 mit sehr risikoreichem Spiel gegen Fabiano Caruana. Das Risiko zahlte sich aus und er gewann. In Runde 4 siegte Anand mit einem schönen Qualitätsopfer mit Schwarz gegen Nakamura und führt nun allein die Tabelle an mit 2,5 Punkten. Noch werden zwei Runden mit der Bedenkzeit 60 Minuten + 5 Sekunden pro Zug gespielt, danach misst man sich im Rapid und Blitz. Offizielle Seite