In der Damen-Schachbundesliga herrscht Spannung pur und morgen kommt es zum Finale in zwei Duellen. Sage und schreibe vier Teams können eine Runde vor Schluss noch vom Meistertitel träumen und ausgerechnet diese vier Teams spielen untereinander. Baden-Baden trifft auf Bad Königshofen, das einen Punkt weniger hat, aber bei einem Sieg noch Meister wird, falls Schwäbisch Hall-Hamburg unentschieden endet. damenbundesliga

Einen Tagessieg sahen die Schachfans heute nur im Duell der beiden Letztplatzierten. Hikaru Nakamura bezwang Veselin Topalov in einer slawischen Partie. Topalov brachte ein interessantes Läuferopfer im Mittelspiel, das ihm Initiative gab. Als die Stellung im dynamischen Gleichgewicht war, wich der Amerikaner der Zugwiederholung aus um auf Gewinn zu spielen. Topalov selbst gab ihm recht, indem er ungenau fortsetzte. Danach verwertete Nakamura sicher seinen Vorteil. Jegliches Risiko scheuten Anish Giri und Viswanathan Anand gegeneinander - Remis. Auch die beiden Tabellenführer Karjakin und Aronian wollten ihre Spitzenposition nicht einbüßen und waren ebenfalls sehr auf Sicherheit bedacht, was zum Remis führte. Eine bessere Stellung erreichte Peter Svidler nach kreativer Eröffnungsbehandlung gegen Fabiano Caruana. Svidler opferte gerechtfertigterweise eine Figur für Angriff. Aus den Verwicklungen kam er mit Mehrbauern ins Endspiel, doch inakkurates Spiel ließ Caruana ins Remis entwischen. Hätte Svidler seine guten Stellungen genutzt, hätte er nun wohl ein positives Punkteverhältnis. Karjakin und Aronian führen mit je 4,5 Punkten nach 7 Runden. Die Hinrunde ist damit abgeschlossen. Ab morgen folgen die restlichen 7 Runden. Kandidatenturnier

Das Romanian Open finden im rumänischen Alba Iulia (deutsch: Karlsburg) mit deutscher Beteiligung statt. Großmeisteranwärter IM Andreas Heimann (OSG Baden-Baden), der über die beachtliche Elozahl von 2560 verfügt, ist Nummer vier der Setzliste, die Andrei Istratescu (Frankreich) anführt. Das Turnier hat nur 34 Teilnehmer, aber es befinden sich nur wenige Titellose darunter. Heimann startete etwas verhalten mit 2 Punkten aus 3 Runden. Keinem der Teilnehmer ist es gelungen alle drei Partien zu gewinnen! chess-results

Der für Bad Mergentheim tätige russische GM Mikhail Ivanov führt nach sieben Runden mit 5,5 Punkten beim 23. VfB Schach Leipzig Open. Hinter ihm lauert eine Verfolgergruppe aus vier Spielern, die vom Elofavoriten Alexander Graf angeführt wird. vfb-schach-leipzig
Kurioses ereignete sich in der Partie Aronian-Nakamura gestern während des Kandidatenturniers in Moskau. In der entscheidenden Phase beführte Nakamura seinen König eindeutig und nicht versehentlich, schien jedoch gleich darauf auf Nachsicht Aronians zu hoffen, denn jeder Königszug war ein Verlustzug. Es gab eine kleine Diskussion und Nakamura musste ziehen. Aronian meinte allerdings später in der Analyse, dass die Stellung ohnehin für ihn gewonnen war, worüber die Kommentatoren inklusive Alexandra Kosteniuk überrascht waren, denn sie hielten die Stellung für Remis. chess
Viswanathan Anand war heute gut aufgelegt und spielte sehr aggressiv gegen den sonst super soliden Peter Svidler. Heute war der Russe aber Opfer eines Blitzangriffs des indischen Ex-Weltmeisters und musste bereits nach 24 Zügen aufgeben. Einen soliden und starken Auftritt zeigte Levon Aronian, der den jetzt Letztplatzierten Hikaru Nakamura in einem Turmendspiel niederrang. Aronian liegt nun mit Karjakin bei jeweils 4 Punkten in Führung. Eine bemerkenswerte Schlacht lieferten sich Caruana und Karjakin, einmal mehr war die Damenindische Verteidigung das Thema. Caruana hatte Vorteile, aber die Stellung war derart unübersichtlich und dynamisch, dass es schwer ist eine abschließende Bewertung abzugeben. Jedenfalls gab es am Ende ein Remis. Eine erstaunliche Eröffnung kam in Topalov-Giri aufs Brett. Topalov packte bereits im dritten Zug h4 aus und Giri antwortete mit einem Wolgagambit. Giri hatte mit Schwarz Vorteile und auch Gewinnchancen, aber nach dem Abtausch des letzten Turmpaares war der Vorteil zu gering um den vollen Punkt einzusacken. Kandidatenturnier

Es gab weitgehend ausgeglichene Partien zu sehen in Runde 5 des Kandidatenturniers in Moskau. Eine interessante Damenindische Partie hatten Topalov und Karjakin am Brett. Der russische Tabellenführer verteidigte sich gut und schaffte es auszugleichen. Recht turbulent war die Partie Aronian-Caruana, die auf der Höhe der Spannung im Mittelspiel Remis gegeben wurde. In der Schlussstellung hatte Caruana drei Mehrbauern, aber optisch sah es nach einem gefährlichen Angriff von Aronian aus, falls der Italiener der Zugwiederholung aus dem Weg gegangen wäre. Die beiden anderen Partien endeten auch mit Remis, so dass sich in der Tabelle keine Verschiebungen ergaben. Kandidatenturnier

Eine tolle Turnierleistung bescherte dem indischen Großmeister Gupta Abhijeet einen souveränen Turniersieg beim Reykjavik Open. Er spielte ständig an den Spitzenbrettern und machte großartige 8,5 aus 10 Runden. Der Russe Dmitri Andreikin erspielte sich Rang zwei mit 8 Punkten durch einen Schlussrundensieg gegen den Engländer Gawain Jones. Ivan Cheparinov (7,5 Punkte) wurde Dritter. Bester Deutscher mit 7 Punkten wurde der junge Hamburger IM Jonas Lampert auf Rang 19. chess-results

Die Saison in der 2.Bundesliga Ost wurde vergangenes Wochenende mit einer Doppelrunde beendet. Schließlich setzte sich der Münchner Schachclub Zugzwang 82 durch. In der Mitte der Saison sah alles nach einem Aufstieg des SK Göggingen aus, doch die Schwaben schwächelten am Ende, so dass der Weg für die Münchner frei wurde. Säulen des Bundesliga-Ost-Meisters sind die Großmeister Stefan Bromberger, Stefan Kindermann und Gerald Hertneck. Ob man aufsteigen will bzw. finanziell kann, wird laut Bericht von Gerald Hertneck nach Ostern in einer internen Sitzung besprochen werden. zugzwang-muenchen

Sergey Karjakin will es wohl wissen beim Kandidatenturnier 2016. Heute schlug er Viswanathan Anand nach starker positioneller Leistung. Sein Stil erinnert mehr und mehr an den Stil von Ex-Weltmeister Karpov. Einen klaren Sieg verschenkt hat heute Fabiano Caruana, der lange als Kronprinz von Carlsen angesehen wurde. Doch seit einiger Zeit findet er nicht mehr die Form, die er vor ca. eineinhalb Jahren zeigte. Er überspielte Topalov im Mittelspiel und stand auf Gewinn, doch die Sache war nicht trivial und Caruana fand nicht den richigen Weg und Topalov erreichte genügend Gegenspiel zum Remis. Eine turbulente Partie lieferten sich Nakamura und Giri, doch die Stellung blieb in einem dynamischen Gleichgewicht und endete mit einer Zugwiederholung. Peter Svidler spielt ein starkes Turnier bisher, doch es reicht einfach nicht zu einem Sieg. Heute hatte er wieder Vorteile in seiner Partie gegen Aronian, der sich erneut wie schon gegen Anish Giri in Runde 1 mit geschickter Verteidigung ins Remis rettete. Karjakin führt mit 3 Punkten aus 4 Runden vor Aronian mit 2,5. Kandidatenturnier