Hou Yifan hat heute in Partie 7 des WM-Kampfes in Lviv eine schöne Stellung in einem offenen Spanier mit Weiß gegen Mariya Muzychuk erreicht. Doch dann verlor sie etwas den Faden und spielte den sehr schwachen 51.Zug b4 im Turmendspiel. Danach war es ein Kampf ums Überleben. Die Weltmeisterin ließ die Chance jedoch erneut liegen und hat nun nach dem Remis nur noch dreimal die Gelegenheit den Rückstand aufzuholen. lviv

Wird Anand wieder Herausforderer von Magnus Carlsen? Heute jedenfalls startete er beim Kandidatenturnier in Moskau mit einem Weißsieg über Veselin Topalov. In der Analyse zeigte sich, dass es ein sehr glücklicher Sieg war, denn Anands Bauernraub mit seiner Dame auf b7 war sehr riskant und nach dem schwachen 19.Sc4 hatte Topalov eine tolle Angriffsmöglichkeit, eingeleitet durch ein Läuferopfer. Er nutzte diese Chance jedoch nicht. Danach kippte die Partie zugunsten von Anand. Für die Schachfans wäre es nicht so prickelt und sicherlich auch nicht für die Sponsoren, wenn es zum dritten Mal hintereinander Carlsen-Anand gäbe, denn der Inder agierte stets wie ein Kaninchen vor der Schlange in den WM-Kämpfen gegen den Norweger. Alle anderen Partien des Kandidatenturniers endeten heute mit Remis. Sehr verhalten gingen Karjakin und Svidler zu Werke. Eine schöne Stellung hatte Nakamura gegen Caruana erreicht, doch Nakamura konnte seinen Vorteil nicht verdichten und so endete sie im Remis. Anish Giri hatte ebenfalls Vorteile gegen Aronian in einem Turmendspiel, doch Aronian verteidigte sich geschickt und erreichte das gewünschte Remis. Kandidatenturnier

Der Inder Gupta Abhijeet und Gawain Jones aus England führen gemeinsam mit weißer Weste das Open in Reykjavik an. Manche Spieler wie Mamedyarov oder auch Elisabeth Pähtz haben eine Runde (als Remis gewertet) ausgesetzt um vermutlich die touristischen Hotsports des Landes zu genießen. Beide Genannten sowie auch Jonas Lampert (Hamburger SK) befinden sich in der Verfolgergruppe mit 3,5 Punkten. chess-results

Am kommenden Wochendende stehen die Runden 10 und 11 in der Schachbundesliga an. Dabei stellt sich vor allem die spannende Frage ob einer der beiden punktgleichen Tabellenführer strauchelt. Titelverteidiger Baden-Baden muss in Emsdetten gegen den Gastgeber und Bremen antreten, die immerhin Sechster und Vierter in der Tabelle sind. Konkurrent Solingen bekommt es in Dortmund mit dem Gastgeber und dem unberechenbaren Mülheim zu tun. Vom aktuell zehnten bis zum fünfzehnten Tabellenplatz kann man harte Kämpfe um jeden Mannschaftspunkt erwarten. In Griesheim kommt es zum direkten Duell beteiligter Teams, nämlich dem Gastgeber und den SF Berlin. Auch in Norderstedt kommt es zu einem direkten Abstiegsduell der fast schon abgestiegenen Norderstedter gegen Erfurt. schachbundesliga

Der HD Bank Cup in Vietnams 8-Millionen-Metropole Ho Chi Minh City (ehemals Saigon) ist ein hervorragend besetztes Schachturnier, das in diesem Jahr in die 6. Auflage geht. Favoriten sind die beiden Chinesen Wang Hao und Ni Hua sowie der Tscheche Viktor Laznicka. Wie hart das Turnier ist musste Ni Hua schon in den ersten Runden schmerzlich feststellen. Er hat erst 3 Punkte nach 5 Runden aufzuweisen. Am besten gestartet sind Wang Hao und sein Landsmann Zhao Jun, die jeweils 4,5 Punkte sammeln konnten. chess-results

Am heutigen Donnerstag findet die Eröffnungsfeier des Kandidatenturniers in Moskau statt. Ab morgen wird dann der WM-Herausforderer für Magnus Carlsen ermittelt. Als Favoriten werden vor allem Fabiano Caruana und Hikaru Nakamura gehandelt. Zum erweiterten Favoritenkreis zählen sicherlich Levon Aronian und auch Veselin Topalov, wenn er gute Form hat sowie der Shootingstar des vergangenen Jahres Anish Giri. Nie abzuschreiben ist auch Ex-Weltmeister Viswanathan Anand, der immer für eine tolle Turnierleistung gut ist. Aber Carlsen bräuchte in der Tat mal einen anderen Herausforderer, das würde dem Weltschach gut tun. Sehr schade ist, dass Ex-Weltmeister Vladimir Kramnik, derzeit die Nr. 2 der Welt, nicht mit von der Partie ist. Außenseiterchancen haben Sergey Karjakin und Peter Svidler. Der Preisfond beträgt 420 000 Euro. Der Sieger des Turniers wird im November in New York gegen Weltmeister Magnus Carlsen um die WM-Krone kämpfen. Kandidatenturnier

Evgeniy Najer hat einen hochverdienten Turniersieg beim Aeroflot-Open mit 6,5 Punkten errungen. Der Russe führte über weite Strecken und am Ende genügte ihm ein Remis gegen Gata Kamsky. Allein Boris Gelfand erreichte die gleiche Punktezahl durch einen Schlussrundensieg gegen Rinat Jumabayev aus Kasachstan. Mateusz Bartel aus Polen erreichte Platz drei mit einem halben Zähler weniger. Ein sehr gutes Turnier spielte Matthias Blübaum, der nach seinem Remis in Runde 9 gegen Vallejo Pons aus Spanien 5 Punkte und Rang 21 erreichte. Vitaly Kunin, Falko Bindrich und Dennis Wagner machten jeweils 4 Punkte. chess-results

Bei der Frauen-WM im ukrainischen Lviv scheint eine Vorentscheidung gefallen zu sein. Die Weltranglistenerste Hou Yifan siegte in einer italienschen Partie mit den schwarzen Steinen und geht somit 4:2 in Führung. Dabei übersah die Weltmeisterin Mariya Muzychuk am Ende einen taktischen Zwischenzug, doch bereits im Mittelspiel wurde sie von der Chinesin überspielt. Nun wird es schwer für Muzychuk nochmal zurück ins Match zu finden um ihren Titel zu verteidigen. lviv

Am vergangenen Wochenende wurde an vier verschiedenen Austragungsorten die Mannschaftspokal-Zwischenrunde ausgetragen. Dabei kam es zu überraschenden Ergebnissen. Die größte Überraschung war, dass der HSK die hervorragend besetzte Truppe aus Porz aus dem Wettbewerb warf. Ein 2:2 reichte nach Berliner Wertung, denn Georgios Souleidis schlug Christopher Lutz an Brett zwei. Die Hamburger ihrerseits scheiterten dann aber an Rotation Pankow im Finale der Zwischenrunde. Ein weiteres sehr überraschendes 2:2 gab es in Emmendingen im Finale der Gastgeber gegen Baden-Baden. Schließlich musste die Entscheidung ausgeblitzt werden und die Favoriten setzten sich dann durch. Für das Halbfinale am 30.4. haben sich qualifiziert: OSG Baden-Baden, SC Rotation Pankow Berlin, SF Deizisau und der SK Norderstedt. schachbund

Die Isländer sind ein erstaunliches Volk! Bei nur 332 000 Einwohnern (ungefähr so viele wie Bielefeld) haben sie eine sehr gute Fussball- und Handballnationalmannschaft. Die Fussball-Nationalmannschaft hat sich als Gruppenzweiter direkt für die EM in Frankreich qualifiziert und in der Qualifikation zweimal die Niederlande mit Robben und Co. besiegt. Im Schach ist Island eine Nation der Superlative. Bei der geringen Einwohnerzahl verfügt es über 12 Großmeister! Die einzigartige Natur und ein stark besetztes Turnier haben auch in diesem Jahr zahlreiche starke Schachmeister und Amateure angelockt. Es gab gleich in Runde 1 eine große Sensation, denn der Isländer Einar Valdimarsson mit Elo 2029 konnte den starken Großmeister Nils Grandelius (Elo 2646) aus Schweden bezwingen. Auch Schachlegende Alexander Beljavsky stand am Rande einer Niederlage gegen Bardur Örn Birkisson (Elo 2017), doch der Amateur begnügte sich mit Remis. Elofavorit ist Shakhriyar Mamedyarov (Aserbaidschan) vor Dmitry Andreikin (Russland) und Richard Rapport (Ungarn). 30 deutsche Schachfreunde, angeführt von Stefan Bromberger und Elisabeth Pähtz nehmen in Reykjavik teil. chess-results