Im Rahmen der London Chess Classic gab es ein beachtlich starkes Schnellschachturnier, das Luke McShane fuer sich entscheiden konnte. Er siegte bei 368 Teilnehmern mit ueberragenden 9,5 Punkten vor dem Armenier Hrant Melkumyan mit 8,5 und dem Amerikaner Alexandr Lenderman mit 8 Punkten. chessdom
Andrei Volokitin ist nach 2004 zum zweiten mal ukrainischer Landesmeister. Er gewinnt das Turnier mit 7 Punkten aus 11 Runden vor den punktgleichen Martyn Kravtsiv und Zahar Efimenko. Weltmeisterin Mariya Muzychuk erreicht Platz 10 im Zwoelferfeld mit 4 Punkten. chessdom

Der Titelverteidiger Baden-Baden und Solingen bieten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen in der Schachbundesliga. Baden-Baden besiegte Norderstedt ganz deutlich mit 7,5:0,5 waehrend Solingen mit dem Punktegarant an Brett 1 Harikrishna wieder hoch mit 6,5:1,5 gewann, diesmal gegen Emsdetten. Baden-Baden liegt punktgleich, aber einen halben Brettpunkt vor Solingen an der Spitze. Ohne Verlustpunkt ist auch noch Muelheim Nord, das sich in dieser Saison weitaus stabiler praesentiert als letzte Saison. Das Team gewann sicher mit 5,5:2,5 gegen Griesheim. Dritter vor Muelheim ist Schwaebisch, allerdings mit einem Spiel mehr, da die Muelheimer noch die siebente Runde spielen muessen. Die Schwaben gewannen 5:3 gegen die Schachfreunde Berlin. In den vorderen Regionen setzte sich auch Hockenheim fest nach einem souveraenen 6:2 ueber Hansa Dortmund. Auch Bremen unterstrich die gleichen Ambitionen nach einem knappen 4,5:3,5 gegen Trier. Ins Mittelfeld befoerdert hat sich der HSK nach einem wichtigen 6:2-Erfolg ueber Bayern Muenchen. Gegen den Abstieg wird es in dieser Saison noch harte Auseinandersetzungen geben. Im Moment liegen Erfurt, Dresden, Norderstedt und die Schachfreunde Berlin auf den Abstiegsplaetzen. chess24

Die Partien des London Chess Classic 2015 moegen die Schachfans nicht von den Sitzen gerissen haben, doch das dramatische Finale konnte sich in der Tat sehen lassen. Zunaechst war es Weltmeister Magnus Carlsen in der Schlussrunde, der den einzigen Sieg einfuhr. Es war eine bemerkenswerte Partie im Lb5-Sizilianer, in der Carlsen seinen Laeufer nach d3 zurueck zog und Grischuk postwendend ein sehr aggressives Bauernopfer brachte. Carlsen behielt leichten Vorteil, griff aber laut Computerprogrammen in der entscheidenden Phase daneben, wonach Grischuk ein sehr starkes Qualitaetsopfer haette bringen koennen, was er jedoch nicht sah. Stattdessen setzte Grischuk verlustreich fort und Carlsen konnte den ganzen Punkt einfahren und die Tabellenspitze nach Wertung erobern. Die Partien von Giri gegen Anand und Vachier-Lagrave gegen Aronian wurden relativ ereignisarm Remis. Carlsen, Giri und Vachier-Lagrave standen also mit je 5,5 Punkten an der Tabellenspitze und ein Stechen musste entscheiden. Carlsen stand als Wertungsbester automatisch im Finale und so hatten Giri und Vachier-Lagrave den zweiten Finalisten auszuspielen. Nach dramatischem Verlauf konnte sich der Franzose beim Stand von 1:1 im Armageddon mit den schwarzen Steinen durchsetzen. Im Finale war es dann Weltmeister Carlsen, der den Takt bestimmte und verdient mit 1,5:0,5 gewann. Nach einem ausgekluegelten Punktesystem ist Carlsen damit auch Sieger der Grand Chess Tour. Offizielle Seite

Anish Giri hat nach einem einfach aussehenden Partiegewinn ueber Hikaru Nakamura zum Tabellenfuehrer Vachier-Lagrave aufschliessen koennen. Nakamura stand gut nach der Eroeffnung, war aber im Mittelspiel nicht auf der Hoehe und liess sich von Giri ueberspielen. Als Remiskoenige erweisen sich Michael Adams (heute gegen Vachier-Lagrave) und Fabiano Caruana, der zwar alles versuchte gegen Anand, aber dann doch in sein achtes Remis im achten Spiel einwilligen musste. Weitere Remis gab es in Topalov-Carlsen und Grischuk-Aronian. In beiden Partien hatte Schwarz leichten Vorteil, aber nicht genug um entscheidenden Vorteil zu erreichen. In der Schlussrunde koennen noch 5 Kandidaten Turniersieger werden. Carlsen, Aronian und Grischuk liegen einen halben Punkt hinter dem Fuehrungsduo. Die interessantesten Partien sind morgen Anand-Giri und Aronian-Vachier-Lagrave. Offizielle Seite

In der heutigen Runde 3 der Schachbundesliga kam es zum interessanten Duell zwischen Alexei Shirov und Rasmus Svane. Der junge Deutsche IM liess dem Weltklassespieler keine Chance. Er gewann sehr ueberzeugend mit der franzoesischen Verteidigung. Der HSK konnte die Niederlage gegen den Titelverteidiger allerdings nicht verhindern und verlor 2,5:5,5. Sehr ueberzeugend agierten erneut die baerenstarken Solinger, die auch Bremen klar mit 6,5:1,5 besiegten. Frontmann Harikrishna gewann auch heute und bewegt sich in der Weltrangliste Richtung Top Ten zu. Schwaebisch Hall gewann mit 6:2 ueberraschend hoch gegen die stark aufgestellten Dresdner. Einen unerwarteten 4,5:3,5-Erfolg schaffte Muelheim gegen das staerker eingestufte Team aus Hockenheim. In den unteren Tabellenregionen trennten sich Erfurt und die Schachfreunde Berlin 4:4 wie auch Norderstedt und Bayern Muenchen. Das dritte Remis gab es bei Trier Emsdetten. Griesheim feierte den ersten Saisonsieg gegen Hansa Dortmund mit 5:3. Solingen hat mit den hohen Siegen die Tabellenfuehrung vor dem punktgleichen amtierenden Meister Baden-Baden uebernommen. chess24

Was fuer eine bittere Pille fuer Axel Rombaldoni, der die italienische Meisterschaft bis zur 10. Runde dominiert hatte! Er verlor in der Schlussrunde gegen Sabino Brunello und buesst damit den sicher geglaubten Titel ein. Danyyil Dvirnyy nutzt seine Chance und zieht nach seinem Remis gegen Alberto David punktgleich, aber wertungsmaessig leicht besser an Rombaldoni vorbei und holt sich die Italienische Meisterschaft. Platz drei geht an Alberto David mit 7 Punkten ebenfalls punktgleich mit dem Sieger. Offizielle Seite

An diesem Wochenende ist wieder Grosskampftag in der Schachbundesliga. Bereits Freitag kam es in der vorgezogenen Runde 7 zu interessanten Auseinandersetzungen. Im Nord-Derby konnte der Hamburger SK den SK Norderstedt sehr knapp mit 4,5:3,5 bezwingen. Ein extrem wichtiger Sieg der Hanseaten, die mit zwei Niederlagen in die Saison gestartet waren. In Hockenheim siegte der klar favorisierte Gastgeber etwas deutlicher mit 5,5:2,5 gegen den Abstiegskandidaten SV Griesheim. Solingen mit hervorragender Besetzung schlug Trier deutlich mit 6:2 und feierte damit den dritten Sieg im dritten Spiel. chess24

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Viswanathan Anand sorgt gemeinsam mit Topalov in London fuer die meisten entschiedenen Partien, was ihm und seinem Kampfgeist hoch anzurechnen ist, auch wenn er heute erneut das schlechtere Ende fuer sich hatte. Manchmal ist es nur ein Zug, der die Richtung bzw. die Wende in einer Partie bestimmt. Haette Anand im 21. Zug Sc4! statt Tad1 gespielt, dann haette er die Partie vielleicht fuer sich entscheiden koennen, doch nach dem weitaus schwaecheren Zug konnte Vachier-Lagrave die Initiative uebernehmen und schliesslich gewinnen. Bestens aufgelegt zeigte sich Levon Aronian gegen den arg gebeutelten Veselin Topalov. Aronian war in einem sehr aggressiven Abspiel wesentlich besser vorbereitet als Topalov und gewann sicher. Der Bulgare sackte nach dieser vierten Niederlage im Turnier von Weltranglistenplatz zwei auf neun ab und verlor bereits satte 23 Elopunkte. Endlich seinen ersten Sieg feierte Weltmeister Magnus Carlsen gegen Nakamura. In einigen Abspielen des Slawen gibt es oftmals das Motiv fuer Weiss sich den Vorteil des Laeuferpaars zu sichern und danach dessen Staerke auszuspielen. Genau das geschah in dieser Partie, die Carlsen stark und sicher im Endspiel gewann. Vachier-Lagrave fuehrt mit 4,5 Punkten aus 7 Runden. Offizielle Seite