Wenn Wimbledon das Wohnzimmer von Boris Becker ist bzw. war, dann entwickelt sich Saarbruecken zum Wohnzimmer von GM Klaus Bischoff. Nach 2013 gewinnt der zigfache Deutsche Blitz- und Schnellschachmeister zum zweiten Mal seinen Deutschen Meistertitel im Turnierschach in Saarbruecken mit 6,5 Punkten. Nicht nur seine Kontrahenten, sondern auch er selbst muss nun einsehen, dass er noch nicht zum alten Eisen gehoert. In der spannenden letzten Runde der deutschen Meisterschaft bezwang er den jungen GM Alexander Donchenko und erkaempft sich auf der Ziellinie den Titel. Punktgleich den zweiten Platz erreicht nach einem ebenfalls sehr stark gespielten Turnier GM Vitaly Kunin, der den Titel ebenso verdient gehabt haette. Nach solider, starker Leistung wird IM Rasmus Svane Dritter mit 6 Punkten. Stark auch die Leistung von Dmitrij Kollars, der mit ebenfalls 6 Punkten auf Rang sechs landet. Tolle 5,5 P:unkte macht der 11-jaehrige Vincent Keymer mit 5,5 Punkten und Platz 10. Damit landet der deutsche Hoffnungstraeger der Zukunft deutlich vor GM Igor Khenkin, der einen fuer ihn sehr enttaeuschenden 14 Platz bei nur 5 Punkten macht. chess24

Das ACP (Association of Chess Professionals)-Masters, ein hervorragend besetztes Rapid-Turnier, wurde in der israelischen Hafenstadt Ashdod ausgetragen. Vassily Ivanchuk hat sehr ueberzeugend seine absolute Weltklasse in dieser Disziplin unter Beweis gestellt. Nach diesem Turnier ist Ivanchuk Nr. 2 der Welt mit Elo 2844 hinter Weltmeister Carlsen. Bereits die Vorrunde konnte er fuer sich entscheiden, dann gewann er im Halbfinale gegen Nepomniachtchi. Bacrot entschied das zweite Halbfinale extrem gluecklich gegen Gelfand fuer sich. Ivanchuk liess Bacrot im anschliessenden Finale mit 2,5:0,5 keine Chance und kassierte 10 000 Dollar fuer seinen Triumph. Offizielle Seite

Die britische Knockout-Meisterschaft konnte David Howell im Finale gegen Nicholas Pert mit 4:2 fuer sich entscheiden. Das Turnier fand im Rahmen der London Chess Classic statt. Howell kassierte das stattliche Preisgeld von 20 000 Pfund. Offizielle Seite
Das London Chess Classic 2015 wird nicht als das aufregendste Turnier in die Geschichte eingehen. Die Remisbreite ist von Beginn an sehr hoch und man muss um einen Tagessieg sehr froh sein. Heute in Runde 6 schaffte diesen einen Sieg Alexander Grischuk mit einem erstaunlichen Konzept gegen Ex-Weltmeister Anand. Vor allem die Zugfolge in dieser englischen Eroeffnung war von Grischuk klug gewaehlt und nach 25 Zuegen stand er deutlich besser und gewann schliesslich in einem Turmendspiel. Weltmeister Carlsen und auch dessen Gegner riskieren nichts und so verbuchte man sein sechstes Remis, diesmal gegen Anish Giri. Als Schachfreund sehnt man sich nach einem Weltmeister wie Garri Kasparov, der stets hoechst motiviert und kaempferisch in die Partien ging und vor Ideen nur so spruehte. In welch schlechter Form Veselin Topalov ist zeigte sich heute erneut gegen Michael Adams. Er erspielte sich die Qualitaet und setzte dann derart ungenau fort, dass Adams die Qualitaet zurueckgewann und locker zu einem Remis ausgleichen konnte. Die restlichen Partien verliefen sehr ausgeglichen. Grischuk, Giri, Vachier-Lagrave und Nakamara fuehren mit je 3,5 Punkten. Offizielle Seite

Die achte Runde verlief spannend und teils mit unerwarteten Ergebnissen. So verlor Klaus Bischoff ueberraschend klar gegen Christian Braun in einem Sizilianer mit 4...Db6. In der Folge liess sich Bischoff zu einem Bauernraub hinreissen, der ihn letztlich eine Figur und bereits die Partie kostete. Daniel Fridman hievte sich nach einem Schwarzsieg ueber Igor Khenkin auf Platz zwei. Alexander Donchenko stand im Spitzenspiel gegen Vitaly Kunin bereits im Mittelspiel besser und hatte dann im Endspiel einen Bauern mehr, aber die Stellung verliess nie wirklich die Remisbreite, so dass Kunin das von ihm herbeigesehnte Remis erreichte. Er liegt damit sehr aussichtsreich einen halben Zaehler vor einem fuenfkoepfigen Verfolgerfeld. Vielleicht reicht in der letzten Runde schon ein Remis gegen Rasmus Svane um den Titel einzufahren. chess24

Alexander Donchenko liegt nach seinem Sieg über Jens Hirneise nur noch einen halben Punkt hinter Kunin und Bischoff und hat morgen mit Schwarz gegen Kunin die Chance mit einem Sieg sogar an diesem vorbeizuziehen. Kunin spielte heute Remis gegen Fridman wie auch Bischoff gegen Kollars. Bischoff muss nun gegen Christian Braun antreten, der seine letzten vier Partien gewinnen konnte. Youngster Vincent Keymer erhielt heute einen kleinen Rückschlag und bleibt nach seiner Niederlage gegen Alexander Hilverda bei 3,5 Punkten hängen. chess24

Das Team aus Königshofen mit den Spitzenspielerinnen Valentina Gunina und Elisabeth Pähtz hat nach 4 Runden die Führung in der Frauenbundesliga inne. Bisher gelangen ausschließlich Kantersiege. Am vergangenen Wochenende gab es auch noch Schützenhilfe aus Schwäbisch Hall, das den amtierenden Meister aus Baden-Baden 3,5:2,5 schlug. Der Titelverteidiger liegt damit schon 3 Punkte hinter Bad Königshofen. Ärgste Konkurrenten sind nun Schwäbisch Hall und Friedberg auf Platz zwei und drei. schachbund
Dr. Helmut Reefschläger, 24-facher Nationalspieler und internationaler Meister ist vergangenen Freitag im Alter von 71 jahren in Rastatt verstorben. schachbund

In einer langen Partie der Runde 5 konnte Viswanathan Anand den Widerstand von Veselin Topalov brechen. Es war ein Najdorf-Sizilianer, bei dem es dauernd um das wichtige Feld d5 ging und Anand schaffte es ein Endspiel mit dominantem Springer herbeizuführen, was letztlich nicht zu halten war für Topalov, der damit klar Letzter in der Tabelle ist. Alle anderen Partien endeten mit Remis. Fabiano Caruana hatte sehr gute Chancen gegen Alexander Grischuk, schaffte es jedoch einfach nicht sein Stellungsplus umzumünzen. Es führen Giri, Nakamura und Vachier-Lagrave mit je 3 Punkten. Offizielle Seite

Der ungarische Großmeister und Elofavorit des zweiten Etna Schachfestivals Peter Prohaszka gewinnt das Turnier mit 5,5 Punkten aus 7 Runden vor dem punktgleichen Niederländer GM Jan Werle. Rang drei und vier gehen an die Großmeister Gundavaa aus der Mongolei und Oleg Romanishin (Ukraine) mit je 5 Punkten. etnascacchi