Runde 6 war eine wegweisende Runde in Saarbrücken und alles deutet nun auf einen Zweikampf um den Titel hin zwischen Vitaly Kunin und Klaus Bischoff. Letzterer bediente sich heute der in hochklassigen Auseinandersetzungen sehr selten anzutreffenden Aljechin-Verteidigung und war damit gegen Hagen Pötsch erfolgreich. Einen heftigen taktischen Schlagabtausch lieferten sich Vitaly Kunin und Rene Stern in einem Katalanen. Wenn man die Partie nachspielt, gewinnt man den Eindruck, dass Kunin hervorragend vorbereitet war und die Stellung bereits zu Hause auf dem Brett hatte. Er gewann sicher. Auf den folgenden Brettern bremsten sich die Kontrahenten gegenseitig aus, wodurch Bischoff und Kunin schon einen ganzen Punkt Vorsprung haben. Bessere Karten scheint Bischoff zu haben, der in Runde 7 mit Weiß gegen Dmitrij Kollars antritt, während Kunin die schwere Aufgabe hat mit Schwarz gegen Fridman zu bestehen. chess24

Hikaru Nakamura hat seinen ersten Sieg feiern können. In einem Katalanen setzte er Ex-Weltmeister Viswanathan Anand von Beginn an unter Druck und nutzte seine Chance gewinnbringend mit exaktem Spiel. Weltmeister Carlsen versuchte heute alles gegen Michael Adams um seinen ersten Sieg zu landen, doch der zähe Engländer schaffte nach 101 Zügen das Remis. Zeitlich noch länger benötigten Topalov und Caruana. Der US-Amerikaner erreichte wie durch ein Wunder ein Remis, obwohl er die ganze Partie über mit dem Rücken zur Wand stand. Es führen nun Giri, Vachier-Lagrave und Nakamura mit je 2,5 Punkten aus vier Runden. Offizielle Seite

Heute war der Tag des Vitaly Kunin. An den vorderen Brettern siegte er als einziger Spieler und zwar gegen Johannes Carow und konnte damit zu Klaus Bischoff aufschließen, der gegen Rasmus Svane relativ schnell Remis machte. Stern-Fridman spielten remis wie auch Pötsch-Donchenko. Einen herben Rückschlag erlitt Igor Khenkin, der gegen den starken FM Wilfried Bode sang und klanglos verlor. Mit etwas Glück erreichte Youngster Vincent Keymer remis gegen Erik Zude, der in einer scharfen Stellung Zugwiederholung machte statt den Angriff fortzusetzen. Kunin und Bischoff führen mit je 4 Punkten. chess24

Maxime Vachier-Lagrave teilt verdientermaßen die Führung mit Anish Giri. Er sorgte für den einzigen Tagessieg bei der London Chess Classic in Runde 3. Er schlug Veselin Topalov, der bereits seine zweite Niederlage kassierte und nun am Tabellenende steht. Die Spitzenpaarung Anand-Carlsen hatte die Berliner Verteidigung zum Thema, wobei sich Carlsen im Mittelspiel dank eines starken Springers etwas Vorteil, den er aber nicht verdichten konnte. Carlsens Dominanz scheint nicht mehr zu bestehen. Der Weltmeister wirkt zahnlos und besitzt derzeit nicht die gefürchtete Präzision im Endspiel.. Giri hatte Glück gegen Grischuk, ebenfalls in einer Berliner Verteidigung, Remis zu halten. Offizielle Seite

Klaus Bischoff verteidigte erfolgreich seine Führung bei der Deutschen Meisterschaft in Saarbrücken. Die etwas ungewöhnliche Eröffnungswahl zahlte sich aus und er holte ein relativ lockeres Schwarz-Remis gegen Daniel Fridman. Einen Sieg hätte vermutlich Rasmus Svane gegen Rene Stern erreichen können, aber er versäumte den starken Zug 23.Le8 und Stern entkam ins Remis. Alexander Donchenko siegte gegen Erik Zude und liegt nun in der Verfolgergruppe einen halben Punkt hinter Bischoff. chess24

Der 23-jährige Großmeister Axel Rombaldoni führt mit 4,5 Punkten nach sechs Runden die italienische Meisterschaft an. Er konnte sich damit schon etwas absetzen. Nur der mit 2460 Elo enorm starke Fide-Meister Luca Moroni kann mit einem halben Zähler weniger einigermaßen Schritt halten. Offizielle Seite

Ausgerechnet einen Tag vor dem Schachturnier in Nikolosi, in der Nähe des Vuklans Ätna auf Sizilien ist dieser heftig ausgebrochen und hat nicht nur den Nordosten der Insel mit Asche überschüttet, sondern auch den Flugverkehr teils lahmgelegt. Es war der heftigste Ausbruch seit 20 Jahren. Erstaunlicherweise sind es doch recht viele Schachfreunde, die den Weg zum Schachturnier gefunden haben. Vermutlich waren die meisten Teilnehmer bereits kurz vor der Eruption angereist. Nach vier Runden bilden die vier Teilnehmenden Großmeister Jan Werle, Peter Prohaszka, Gundavaa Bayarsaikhan und Oleg Romanishin das Führungsquartett. etnascacchi tagesschau

Mit einem souveränen Partiegewinn über Vitaly Kunin hat der 54-jährige Großmeister Klaus Bischoff die Tabellenführung übernommen. Saarbrücken scheint ein gutes Pflaster für ihn zu sein, denn an gleichem Ort wurde er 2013 Deutscher Meister. Ein Drama gab es an Brett 2 als GM Igor Khenkin nach haushoher Gewinnstellung gegen IM Erik Zude unglaublicherweise noch aus der Hand gab und verlor. Fridman-Svane endete mit Remis. Im Turmendspiel hätte Fridman eventuell mehr herausholen können. In einer weiteren Spitzenpaarung konnte GM Rene Stern den Youngster Vincent Keymer bezwingen. Alexander Donchenko schaffte heute gegen Schachpräsident Herbert Bastian seinen ersten Sieg und startete seine Aufholjagd. chess24

Es war keine spektakuläre Runde, denn nahezu alle Partien plätscherten so dahin und endeten in gerechten und ausgeglichenen Remis. Allein die Partie Nakamura-Vachier-Lagrave hätte einen Gewinner verdient gehabt, nämlich den Franzosen. Er versäumte es jedoch in komplizierter Stellung die beste Lösung zu finden. Weltmeister Carlsen holte nichts gegen Fabiano Caruana heraus. So bleibt Anish Giri weiterhin mit dem einzigen Sieg des Turniers in Front. Offizielle Seite

Anish Giri hat heute zum Auftakt der siebenten Auflage der Chess Classic einen etwas glücklichen Schwarzsieg davongetragen. Veselin Topalov war der Unglückliche, der die Drohungen des jungen Niederländers nicht zur Gänze erfasste und seinen König plötzlich im Mattnetz fand. Die übrigen Partien endeten mit Remis, obgleich Nakamura in einer sehr komplizierten Berliner Verteidigung Chancen auf den Sieg gehabt hätte. Vachier-Lagrave gegen Weltmeister Carlsen hatte die Sweshnikov-Variante im Sizilianer zum Thema und endete mit Zugwiederholung. Offizielle Seite