Bereits Runde 1 der heute begonnenen Mannschafts-Europameisterschaft in Reykjavik brachte einige dicke Überraschungen sowohl in Team- als auch in Einzelresultaten. Markus Ragger schlug den Polen Radoslaw Wojtaszek auf sehr überzeugende Weise mit Schwarz und sicherte den Österreichern damit ein 2:2. Ebenso deutlich bezwang der Däne Sune-Berg Hansen den Weltklassespieler David Navara und war Matchwinner beim überraschenden 2,5:1,5 gegen Tschechien. Für eine wahre Sensation sorgte Finnland. Die Finnen waren gegen Lettland auf jedem Brett klarer Außenseiter, schlugen jedoch zu und gewannen 2,5:1,5. Deutschland stand in drei Partien sehr bedenklich und hätte sich über eine deutliche Niederlage gegen die Schweiz nicht beschweren können, doch zunächst entkam Wagner in totaler Verluststellung ins Remis und Fridman gewann gar seine schlechte Stellung gegen Sebastian Bogner. Auch Georg Meier stand auf Verlust gegen Yannik Pelletier, holte aber das nötige Remis - ein sehr glücklicher Erfolg für das deutsche Team. Die Damen erreichten nur ein enttäuschendes 2:2 gegen Montenegro.  Offizielle Seite

In Runde 3 der Senioren-WM im italienischen Acqui Terme gab es die ersten hochkarätigen Paarungen zwischen Internationalen Meistern und Großmeistern und prompt gab es ein prominentes Opfer. Der Senioren-Europameister von 2014 Keith Arkell (England) kassierte eine Niederlage gegen IM Roderick McKay aus Schottland. Die drei großen Favoriten, die Großmeister Predrag Nikolic, Eduardas Rozentalis und Alexander Ivanov sind noch ohne Verlustpunkt in der Ü-50-Kategorie. In der Ü-65 mussten mehrere bekannte Großmeister bereits halbe Punkte abgeben, aber Top-Favorit Anatoli Vaisser hat noch eine weiße Weste. Bei den zahlenmäßig nicht so stark vertretenen Damen führen Tatiana Bogumil aus Russland (Ü-50) und die nimmermüde Ex-Weltmeisterin Nona Gaprindashivili in der Ü-65. Offizielle Seite

Am morgigen Freitag beginnen die Partien der Mannschafts-EM im schachgeschichtsträchtigen Reykjavik. 1972 fand dort der legendäre WM-Kampf zwischen Bobby Fischer und Boris Spassky statt und Fischer verbrachte seine letzten Jahre in Island, das ihm Asyl und Schutz vor den amerkanischen Behörden gewährte. Im Rahmenprogramm des Turniers wird am spielfreien Tag auch eine Bobby-Fischer-Center-Tour angeboten. Wie üblich sind die Russen Elofavoriten vor der Ukraine und Aserbaidschan. Deutschland ist an Nr. 10 gesetzt und spielt mit dem gewöhnlich sehr solide und stark agierenden Georg Meier an Brett 1. An den folgenden Brettern spielen Daniel Fridman, Liviu-Dieter Nisipeanu, der zuletzt starke Rainer Buhmann und Youngster Dennis Wagner. Auch Weltmeister Magnus Carlsen ist mit von der Partie, der gemeinsam mit seinem Sekundanten Jon Ludvig Hammer das Team Norwegen anführt. Bei den Damen sind Georgien, Russland und die Ukraine die Favoriten. Deutschland ist an Nummer 7 gesetzt und spielt mit Elisabeth Pähtz, Zoya Schleining, Filiz Osmanodja, Melanie Ohme und der jungen Josefine Heinemann. Offizielle Seite

2014 konnte das Edmonton International große Namen wie Wang Hao, Vassily Ivanchuk und Turniersieger Harikrishna Pentala aufbieten. In diesem Jahr fehlen derartige Stars. Dennoch ist es ein interressantes Turnier mit sechs starken kanadischen Amateuren und höher eingeschätzen Gästen aus den USA und Indien. Nach sechs Runden führt GM Jesse Krai aus den USA mit 5,5 Punkten vor seinem Landsmann GM Enrico Sevillano und GM Bake Tejas aus Indien, beide mit 5 Punkten. Offizielle Seite

Im italienischen Acqui Terme, einem Thermalbadeort im Piemont, beginnen morgen die Partien der 25. Senioren-Weltmeisterschaft. In der Ü-50-Kategorie ist der Bosnier GM Predrag Nikolic Favorit, der als einziger Spieler über Elo 2600 liegt. Titelverteidiger GM Surab Sturua ist nicht am Start. In der Ü65 wird GM Anatoli Vaisser als Elobester versuchen seinen Titel zu verteidigen. Bei den Damen sind die beiden Titelverteidigerinnen WGM Svetlana Mednikova und GM Nona Gaprindashvili erneut dabei. Offizielle Seite

Großmeister Axel Bachmann aus Paraquay hat dem einstigen Top-Ten-Spieler Alexander Morozevich eine deftige Schlussrunden-Niederlage beigebracht und damit mit ihm gleichgezogen, aber Morozevich gewann das Einladungsturnier Magistral Ciutat de Barcelona trotzdem, weil er dreimal die schwarzen Steine führte und Bachmann nur zweimal. So sahen es die Regularien des Turniers vor.  Beide Spieler machten 3 Punkte aus 5 Runden. Offizielle Seite

Der polnische Großmeister Kacper Piorun wird hochverdient mit souveränen 8 Punkten aus 9 Runden Turniersieger der Offenen Internationalen Bayerischen Meisterschaft in Bad Wiessee. Am Ende genügte ihm ein Kurzremis gegen den deutschen GM Igor Khenkin, der damit Rang drei mit 7,5 Punkte belegte. Vor Khenkin schob sich der russische GM Sergey Volkov. Für die Nr. 1 der Setzliste GM Liviu-Dieter Nisipeanu blieb Rang 14 mit 7 Punkten. Offizielle Seite
GM Kacper Piorun hat auch heute mit Schwarz überzeugt und in Runde 8 sein erstes Remis gegen GM Sergey Volkov abgegeben, was ihm gute Chancen bietet den Turniersieg bei der stark besetzten Internationalen Bayerischen Schachmeisterschaft davonzutragen. Verfolger des Polen sind nun der deutsche GM Igor Khenkin, der IM Edin Pezerovic bezwang und Sergey Volkov mit je 7 Punkten. Erstaunlich bisher das Auftreten des titellosen Karl-Heinz Kannenberg aus Kitzingen, der nach GM Womacka auch IM Souleidis bezwingen konnte und bei sehr starken 6,5 Punkten steht. Offizielle Seite

Der Leipziger Schachfreund Woflgang Just hat souverän mit 6,5 Punkten die 20. Auflage des Jenaer Schachopens gewonnen. Bei 24 Teilnehmern siegte er vor dem Sankt Petersburger Jurj Kuzmin mit 5,5 und IM Evgenij Piankov aus der Ukraine mit 5 Punkten. Offizielle Seite

Das Einladungsturnier Magistral Ciutat de Barcelona ist gut besetzt und hat in Alexander Morozevich einen einstigen Welttopspieler auf Setzlistenplatz Nummer eins. Morozevich startet ungemein glücklich gegen den Letzten der Setzliste IM Hipolito Asis Gargatagli. Der junge Spanier stand total auf Gewinn und ließ sich die Butter unglaublicherweise noch vom Brot nehmen. Nun nach drei Runden führt Morozevich mit 2,5 Punkten nach einem weiteren Sieg gegen GM Marc Narciso Dublan. Alle weiteren Partien endeten mit Remis. Offizielle Seite