Ein sehr enttäuschendes Turnier spielte Ex-Weltmeister Viswanathan Anand, der nur 2,5 Punkte aus 7 Runden machte, weil er auch in der Schlussrunde noch gegen Michael Adams in einem Turmendspiel verlor. Arkadij Naiditsch spielte ebenfalls Remis gegen Levon Aronian, obgleich es optisch nach mehr aussah, aber die Remisbreite wurde dabei nie verlassen durch die starke Verteidigung Aronians. Sicher mehr herausholen können hätte Magnus Carlsen gegen Etienne Bacrot, der einen Bauern einbüßte für aktives Spiel, welches aber verpuffte und so blieb der Franzose mit einem Minusbauern. Doch Carlsen fand nicht die richtige Fortsetzung und geriet in eine Remisschaukel, der er nicht mehr ausweichen konnte. David Baramidze holte in der Eröffnung gegen Fabiano Caruana nichts heraus und nach und nach übernahm der Italiener die Initiative. Doch der Italiener konnte seinen Partie nicht gewinnen und blieb einen halben Zähler hinter den Führenden. So kam es, dass sowohl Carlsen als auch Naiditsch auf 4,5 Punkte kamen und es musste ein Stechen über den Turniersieg entscheiden. Nach zwei 10-Minuten- und zwei 5-Minutenpartien stand es 2:2, so dass ein Armageddon entscheiden musste. Die Auslosung brachte Weiß für Magnus Carlsen, was 5 Minuten für ihn und 6 Minuten für Naiditsch bedeutete. Naiditsch hätte ein Remis genügt, aber Carlsen brachte ein sehr interessantes Qualitätsopfer in einem Naidorf-Sizilianer und gewann im Königsangriff. Das Turnier hätte zwei Turniersieger verdient gehabt, denn Arkadij Naiditsch spielte bis zur letzten Partie ein hervorragendes Turnier. Insgesamt war das Grenke Chess Classic eine tolle Werbung für das Schach auf deutschem Boden.
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