Im Rahmen der Winterchess-Serie auf Mallorca findet derzeit in Can Picafort ein internationales Open statt. Nach 4 Runden führt nicht einer der anwesenden renommierten Großmeister, sondern der ungarische IM Benjamin Gledura mit weißer Weste. Elofavorit unter den 60 Teilnehmern ist GM Vladimir Burmakin aus Russland. winterchess

Vassily Ivanchuk, der Elofavorit beim Finale der ukrainischen Meisterschaft in der Großstadt Lviv, hat einen schlechten Start erwischt und in Runde 2 einen Niederlage gegen Mitfavorit Pavel Eljanov kassiert. Eljanov hat damit 2 Punkte wie auch Anton Korobov, dem in Runde 2 gelang Ruslan Ponomariov zu bezwingen. ukrchess

Viswanathan hat seine Strategie mit Schwarz geändert und das mit Erfolg! Er sah ein, dass die spanischen Abspiele zu trocken sind und eher dem Geschmack des Weltmeisters entsprechen und so wechselte er zur Sizilianischen Verteidigung mit 2...e6. Natürlich hatte Carlsen eine kleine Überraschung vorbereitet, nämlich 3...g3, was entweder zu geschlossenen Stellungen oder zu Abspielen führt, die eher an die Tarrasch-Variante der franzöischen Verteidigung erinnern. So auch heute, denn Anand spielte bald d5, bekam freies Spiel und glich bald aus. Genau die richtige Strategie mit Schwarz. Carlsen versuchte noch einiges und Anand traf vielleicht nicht immer die allerbesten, doch vernünftige Entscheidungen und letztlich reichte es zu einem sicheren remis für ihn. Der Kampf steht damit 2:2. sochi2014

Alexander Grischuk, der nie besonders viel Aufhebens um seine Person macht festigt auf beeindruckende Weise Weltranglistenplatz 3 hinter Carlsen und Caruana, indem er klar das Petrosjan-Memorial in Moskau gewinnt. Auch er ist mal ein Kandidat, der Carlsen herausfordern kann und mit seinen 31 Jahren im besten Schachalter. Wladimir Kramnik begnügte sich im direkten Duell der beiden Führenden mit Remis und so konnte Grischuk seinen Ein-Punkte-Vorsprung behalten und mit 5,5 Punkten aus 7 Runden triumphieren. Kramnik wird Zweiter mit 4,5 Punkten vor Aronian und Gelfand (je 4 Punkte), die beide in der Schlussrunde siegreich waren. Aronian gewann nach starker Leistung gegen Inarkiev und Gelfand ließ Peter Leko keine Chance. tashir-chess.com

Viswanathan Anand hat heute in Runde 3 die richtige Antwort gefunden und mit viel Risiko den Ausgleich geschafft. In einem Damengambit mit Lf4 setzte Anand auf eine komplizierte und riskante Variante, in der er mit hervorragender Vorbereitung im 20. Zug eine Neuerung spielte. Mit exaktem Spiel ließ er den Vorteil mit einem bis zur siebten Reihe vorgestoßenen Freibauern anwachsen und Carlsen konnte seine Stellungsprobleme nicht mehr lösen und gab im 34. Zug auf. Beim WM-Kampf 2013 konnte Anand keine einzige Partie gewinnen. Dieser Partiegewinn sollte bewirken, dass Anand an sich und seine Chance glaubt erneut Weltmeister zu werden. Ein wahrlich verheißungsvoller Auftakt ohne Abtasten und bereits zwei entschiedenen Partien nach drei Runden. Der Tiger von Madras zeigt seine Zähne, worauf wir alle gehofft hatten.  sochi2014

Wladimir Kramnik zeigt sich in einigen Partien beim Petrosjan-Memorial in Moskau sehr angriffslustig und aggressiv. Leidtragender des starken Spiels Kramniks war Alexander Morozevich, der sich völlig außer Form befindet und aus 6 Runden erst 1,5 Punkte sammeln konnte. Peter Leko hat heute eine schöne Gelegenheit mit Gewinnchancen gegen Inarkiev ausgelassen, auch er zeigt ungewohnte Schwächen in diesem Turnier. Grischuk erreichte ein sicheres Schwarzremis gegen Aronian und Ding Liren spielte sein sechstes Remis in Folge gegen Gelfand. Grischuk führt mit 5 Punkten vor Kramnik mit 4. tashir-chess.com

Der 48-jährige Ex-Europameister GM Zdenko Kozul gewinnt nach einem beeindruckenden Schlussspurt das Open im albanischen Durres mit 7,5 Punkten knapp nach Wertung vor dem punktgleichen GM Kiril Georgiev aus Bulgarien. Platz 3 geht an den Italiener GM Sabino Brunello mit 7 Punkten. chess-results

Es kristallisiert sich ein Dreikampf in der Schachbundesliga heraus. Nach Runde 4 stehen Titelverteidiger Baden-Baden, Bremen und der starkbesetzte Neuling Schwäbisch Hall an der Tabellenspitze. Der Meister schlug Trier sicher mit 6:2. Arkadij Naiditsch brilliert mit 5 Punkten aus 5 Runden (einschließlich der vorgezogenen Runde 7). In der Live-Elo-Weltrangliste klettert Deutschlands Nr. 1 damit auf Platz 24 und 2730. Eine stattliche Zahl, so darf es für Naiditsch weitergehen! Bremen schlug das starke Solingen 5:3, wobei die großartige Angriffspartie Luke McShanes gegen Markus Ragger herausstach. Schwäbisch Hall mit ihrem Frontmann Li Chao gewann 5:3 gegen Hamburg und ist vielleicht der gefährlichste Konkurrent für den Titelverteidiger. Auch am Tabellenende gab es sehr interessante Duelle. So gewann Bayern München im Vergleich der Punktlosen gegen Rostock souverän mit 6:2 - Rostock ist damit erster Abstiegskandidat, aber das wussten die Schachfreunde von der Ostsee sicherlich schon vor dem Abenteuer Schachbundesliga. Sehr schwer wird es in dieser Saison auch Katernberg haben. Heute gab es ein 2,5:5,5 gegen starke Dresdner. Nur einen Punkt wie Katernberg hat auch Dortmund auf der Habenseite nach dem 4:4 gegen die Schachfreunde Berlin. Die viel stärker eingeschätzten Hockenheimer finden sich ebenfalls in der unteren Tabellenregion wieder nach der knappen 3,5:4,5-Niederlage gegen Eppingen, aber das dürfte nur eine Momentaufnahme sein, denn Hockenheim ist eigentlich zu stark um Probleme im Kampf gegen den Abstieg zu haben. Die überraschende Niederlage von Rainer Buhmann gegen Youngster Leon Mons war mitentscheidend. Schließlich trennten sich noch die Mittelfeld-Teams von Emsdetten und Mülheim 4:4. schachbundesliga

Peter Leko, sonst ein sehr sicherer und solider Spieler, erwischte heute einen schwarzen Tag und hatte keine Chance gegen Tabellenführer Grischuk, der von Beginn an sehr aggressiv zu Werke ging. Eine hochinteressante Partie gab es in der Begegnung Gelfand-Morozevich, in der Gelfand eine Figur opferte um dafür zwei gefährliche verbundene Freibauern am Damenflügel zu erhalten. Taktiker Morozevich versuchte verzweifelt Gegenspiel zu erhalten, aber es gelang ihm nicht und Gelfands Bauern entschieden den Tag. Levon Aronian spielt seit einiger Zeit nicht so hart und exakt wie in vergangenen Tagen. Auch heute nutzte er die erhaltenen Chancen gegen Kramnik nicht und die Stellung versandete im Remis. Das gleiche Ergebnis gab es in einer ereignisarmen Partie zwischen Inarkiev und Ding Liren. Grischuk führt klar mit beeindruckenden 4,5 Punkten aus den 5 Runden. tashir-chess.com

Eine typische Carlsenpartie in Runde 2! Er wählte eine seltene Variante in einer spanischen Eröffnung. Anand beging den Fehler zu passiv zu agieren, hatte keinerlei Ansatz zu einem Gegenspiel und so kreierte Carlsen positionellen Druck, der ihm auch schließlich Angriffschancen gegen den gegnerischen König einbrachte. In wohl schon verlorener Stellung patzte Viswanathan Anand mit 34...h5?? und gab nach Carlsens Antwort auf. Bereits 2013 verstanden viele Experten nicht, warum Anand nicht von Beginn an die mehr herausfordernde Sizilianische Verteidigung anwendete. In der Spanischen Eröffnung, mit ihrer Vielzahl an scheinbar harmlosen Nebenvarianten, fühlt sich Carlsen pudelwohl, was er heute einmal mehr unter Beweis stellen konnte. Anand hat nur eine Chance, wenn er auch mit Schwarz aggressiv zu Werke geht. Passivität wird von Carlsen bestraft! sochi2014