Der Chinese GM Ni Hua spielt souverän auf in Sardinien und führt eine Runde vor Schluss mit 7 Punkten und benötigt nur noch ein Remis zum alleinigen Turniersieg. Sehr gut im Rennen auch GM Rai Tischbierek (USV TU Dresden), der mit 6 Punkten Vierter ist hinter den punktgleichen GM Schandorff (Dänemark) und GM Marin (Rumänien). portomannu2014

Sergey Karjakin heißt der Turniersieger des Superturniers 2014 in Stavanger. Damit gewinnt der Russe zum zweiten Mal nach 2013. Die Schlussrunde in Stavanger hatte es in sich und auch die Konstellation. Caruana hätte mit einem Partiegewinn gegen Karjakin den geteilten Turniersieg sicher gehabt und Karjakin seinerseits mit einem Remis. Caruana erhielt in einem Symmetrie-Engländer die positionell deutlich bessere Stellung ehe er mit einem unachtsamen und sehr schwachen Springerzug alles verdarb. Karjakin sah den hervorragenden Konter und ließ sich die Butter vom Brot und auch den alleinigen Turniersieg nicht mehr nehmen. Er gewann sicher nach 51 Zügen. Magnus Carlsen musste gewinnen um noch Chancen auf den Turniersieg zu haben. Dies tat er gegen seinen ehemaligen Trainer und Mentor Simen Agdestein, der sich im Endspiel ein paar Ungenauigkeiten leistete. Dennoch eine tolle Turnierleistung des klaren Außenseiters Agdestein. Carlsen sicherte sich mit dem Sieg den alleinigen zweiten Platz, aber wer Carlsen kennt weiß, dass der Weltmeister nur Turniersiege als standesgemäß betrachtet. Er blieb als Einziger ungeschlagen. Alexander Grischuk zeigte mit dem erreichten dritten Platz, dass er zu Recht die Nr. 3 der Welt ist. Heute schlug er den in diesem Turnier sehr unterschiedlich aufgetretenen Ex-Weltmeister Vladimir Kramnik, der die beste Fortsetzung in einer schönen Stellung verfehlte und im Konter Grischuks unterging. Topalov-Aronian trennten sich remis obwohl Topalov wie in einigen Partien zuvor gute Chancen auf einen schönen Vorteil hatte und doch verdarb. Beide dürften mit ihren Leistungen nicht ganz zufrieden sein. Ein schnelles Remis gab es schließlich zwischen Giri und Svidler, die beide im Rahmen ihrer Möglichkeiten blieben. Karjakin gewinnt mit 6 Punkten vor Carlsen 5,5, Grischuk, 5, Caruana und Topalov je 4,5, Aronian, Svidler, Giri, Kramnik je 4, Agdestein 3,5 Punkte. norwaychess

Der Gründer der Zeitschrift Rochade, die später in Rochade Europa umbenannt wurde, Heinz Köhler ist am 11. Juni im Alter von 82 Jahren verstorben. Der Schachenthusiast hatte die bei vielen Schachfreunden beliebte Zeitschrift 1972 gegründet und schuf damit auch eine wichtige Veröffentlichungsplattform für die Landes- und Regionalverbände. Natürlich kamen und kommen darin auch Partien und Nachrichten aus der ganzen Schachwelt nicht zu kurz. Köhlers Sohn Carsten führt die Rochade Europa weiter. schachbund
Simen Agdestein, der bisher so stark und zäh gegen die Weltelite gekämpft hatte, erwischte heute einen schwachen Tag. In einer englischen Partie entschied er sich ab dem 18. Zug für einen falschen Plan, der die eigene bis dahin intakte Bauernstruktur sehr anfällig machte. Die Initiative ging danach klar an Topalov, der sich diese Chance nicht entgehen ließ und verdient den ganzen Punkt einstrich. In der Partie Aronian-Caruana zeigte der Armenier, dass er nicht die beste Form hat, denn eine sehr vielversprechende Stellung mit Mehrbauer konnte er nicht verwerten. Der Italiener erwies sich als zäh und Aronian fand einfach keinen Weg zur Verwertung des Vorteils. Eine große Chance die Führung zu übernehmen vergab heute Weltmeister Carlsen. Er überspielte Svidler ganz deutlich und stand wohl bereits nach 19 Zügen mit Schwarz auf Gewinn. Er hatte eine Vielzahl an tollen Fortsetzungen, die ihm den großen Vorteil gesichert oder vergrößert hätten, aber er entschied sich für ein schwaches Qualitätsopfer, das seinen Vorteil schrumpfen ließ. Danach spielte Svidler stark und zauberte eine Stellung herbei, die ihm wie durch ein Wunder das Remis sicherte - eine sehr aufregende Partie und sicherlich sehr ärgerlich für Carlsen, dass er nicht imstande war Svidlers armselige Eröffnungsbehandlung zu bestrafen. In Grischuk-Giri hatte man über die ganze Partie den Eindruck Grischuk wäre auf dem Weg zu einem Partiegewinn, aber Giri verteidigte sich zäh und am Ende verschwanden alle Figuren in der Schachtel ohne einen Sieger. Sergey Karjakin sammelt die Punkte ein, die seine Kontrahenten liegen lassen. Kramnik misshandelte ein Turmendspiel so, dass er sich selbst der Remischancen beraubte und Karjakin sackte den ganzen Punkt ein. Karjakin führt nun mit 5 Punkten vor Carlsen und Caruana mit je 4,5. norwaychess
Der chinesische Großmeister und klare Elofavorit Ni Hua führt beim Open Capo d' Orso standesgemäß mit 5,5 Punkten aus 6 Runden. Auch einige deutsche Teilnehmer haben den Weg nach Porto Mannu in den Osten Sardiniens auf sich genommen um ihre Kräfte mit anderen Schachfreunden zu messen, darunter auch GM Raj Tischbierek und FM Norbert Friedrich, die beide bisher 4 Punkte gesammelt haben. portomannu2014
Neben dem Superturnier in Stavanger mit Weltmeister Carlsen fand auch ein Open mit starker Besetzung statt. Es gewann GM Aleksa Strikovic aus Serbien mit 5 Punkten aus 6 Runden vor den punktgleichen GM Andrey Sumets (Ukraine) und GM Vladimir Burmakin aus Russland. tournamentservice
Beim 28. Pula-Open in der gleichnamigen Stadt an Kroatiens Mittelmeerküste (Istrien) findet die 28. Auflage des traditionell starken Opens statt. Die Nr. 7 der Setzliste IM Miroslav Zufic (Kroatien) hat bisher (5 Runden) als einziger Spieler alle Partien für sich entscheiden können. Hervorragend mit im Rennen ist auch der deutsche FM Oliver Zierke (SK Norderstedt) mit 4 Punkten. In Runde 3 bezwang er den kroatischen GM Jovanic. chess-results
In Sotschi, dem Ort der Winterolympiade 2014 wird die Schach-WM zwischen Titelverteidiger Magnus Carlsen (Norwegen) und dem Ex-Weltmeister und Herausforder Viswanathan Anand aus Indien stattfinden. Das verbreitete der Weltschachbund FIDE auf seiner Seite. Das Match, das lange keinen Ausrichter finden konnte startet am 7. November und endet spätestens am 28. November 2014. Der Austragungsstätte wird innerhalb des Olympischen Dorfes sein und der Preistopf beinhaltet 3 Millionen Dollar. fide
Hikaru Nakamura erwies sich beim der Chess Trophy in Prag als zu großes Kaliber für Tschechiens Nr. 1 David Navara. Er zeigte heute seine ganze Klasse und ließ dem Tschechen keine Chance. Ein deutliches 3,5:0,5 stand am Ende für Nakamura zu Buche. Damit darf sich der Amerikaner auch über ein Plus an 12 Elopunkten freuen. praguechess

Was für eine Runde! Es war sehr abwechslungsreich und spannend heute, wenngleich auch nur eine Partie in einem Drama entschieden wurde. Anish Giri spielte stark gegen Karjakin und hatte in einem Lavier-Duell ständig Vorteile und konnte im 76. Zug sogar die Qualität erobern. Sicherlich führten mehrere Wege nach Rom, aber Giri fand nicht den Entscheidenden. Nach 120 Zügen hatte er die Stellung schon zum Ausgleich verdorben und im 131. Zug passierte dem jungen Holländer dann ein katastrophaler Fehler, der ihm noch den ganzen Punkt kostete. Simen Agdestein gelang einmal mehr ein ungefährdetes Remis gegen Svidler. Carlsens Endspielvorteil von einem Bauern gegen Grischuk reichte nicht zum Sieg und Caruana war stellungsmäßig recht deutlich im Hintertreffen gegen Topalov, aber der Bulgare ist einfach nicht in Form und verdarb die Partie zum Remis. Hochinteressant war Kramnik-Aronian. Der Ex-Weltmeister spielte sauberes Positionsschach und behielt bis ins vorgerückte Mittelspiel einigen Vorteil ehe Aronian eine großartige Verteidigungsresource unter Opfer seines Läufers fand, die schließlich zum Remis reichte. Das Quartett Kramnik, Carlsen, Karjakin und Caruana führt das Turnier mit 4 Punkten aus 7 Runden an. norwaychess