David Navara spielte heute stark mit Schwarz und die Stellung war völlig ausgeglichen und das logische Ergebnis wäre Remis nach Zugwiederholung gewesen. Navara wich völlig unverständlicherweise dieser Zugwiederholung und kam alsbald ins Hintertreffen und verlor. Damit benötigt Nakamura nur noch ein Remis um die Trophy zu gewinnen. praguechess
Vladimir Kramnik hat in einer sehr interessanten Partie, in der früh viele Abtäusche stattfanden, Fabiano Caruana geschlagen. Der Italiener verteidigte sehr gut, aber im Endspiel unterlief ihm ein fataler Fehler wonach Kramniks König entscheidend eingreifen konnte. Kramnik hat damit die alleinige Führung übernommen mit 3,5 Punkten aus 5 Runden. Anish Giri gewann recht glücklich gegen den indisponierten Veselin Topalov, der eine hervorragende Stellung auf unverständliche Weise verdarb. Im 31. Zug schrie die Stellung förmlich nach dem Zentrumsvorstoß ....d5 doch Topalov machte stattdessen einen sehr schachen Königszug, der die Partie zugunsten des Holländers drehte. Simen Agdestein spielte heute mit Schwarz gegen den mit Weiß immer sehr starken Alexander Grischuk. Einmal mehr verteidigte der Norweger großartig und übernahm die Initiative beim Übergang ins Endspiel. Leider konnte Agdestein den Vorteil nicht in einen Sieg ummünzen - ähnlich wie in seiner Partie gegen Karjakin. In Svidler-Karjakin hatte Weiß eine sehr schöne Stellung erreicht, aber Karjakin verteidigte sich gut und die Stellung verflachte bald zum Remis. Die längste Partie des Tages spielten Weltmeister Carlsen und Aronian. Es kam zu einer aggressiven Variante innerhalb des Ragosin-Systems. Die Partie verlief keinesfalls fehlerlos, denn der Vorteil wogte hin und her. Im Mittelspiel tauschte dann Aronian die Damen, was den Weltmeister entlastete und ihm ein etwas besseres Endspiel bot. Nach einigen Wirrungen und Irrungen setzte er sich schließlich gegen Aronian durch. norwaychess
Die schon zur Tradition gewordene Chess Trophy in der schönen Stadt Prag organisiert 2014 das Duell des stärksten Tschechen David Navara und der Nr. 1 der USA Hikaru Nakamura. Der Amerikaner spielte in Runde 1 mit Schwarz und kam gleich nach einer sauberen starken Leistung zu seinem ersten Sieg in einem Königsinder. Bis Dienstag werden die insgesamt 4 Partien im schönen Ambiente des Michna Palastes gespielt. praguechess
Der favorisierte GM Krasimir Rusev aus Bulgarien gewinnt das Whitsun Grandmasters in Kopenhagen mit 6,5 Punkten aus 9 Runden. Einziger Spieler der einigermaßen mithalten konnte war IM Helgi Dams Ziska von den Färöer Inseln, der 6 Punkte erreichte. Dritter wird der Schwede Stellan Brynell mit 5 Punken. whitsungrandmasters

Während Weltmeister Carlsen erneut und zwar mit Topalov den Punkt teilte, ist Alexander Grischuk noch ohne Remis. Er eroberte in seiner heutigen Partie gegen Karjakin in einem Grünfeldinder mit Schwarz die Qualität und stand besser. Ab diesem Zeitpunkt machte Karjakin aber keinen Feher mehr und einige Ungenauigkeiten Grischuk reihten sich aneinander, so dass das starke Bauernzentrum Karjakins zu marschieren begann und mit dem aktiven König zum Siegesgarant wurde. Es sollte die einzige Entscheidung bleiben. Simen Agdestein spielte auch heute gegen Ex-Weltmeister Kramnik sehr sicher und hatte keine Schwierigkeiten ein Remis zu erreichen. Caruana hatte gegen Giri gute Chancen seine Tabellenführung auszubauen, fand aber nicht den richtigen Weg den Stellungsvorteil umzumünzen. In Aronian-Svidler zeigte Letzterer einmal mehr wie sicher er sich in seinem bevorzugtem System Grünfeldindisch fühlt. Aronian holte keinen Vorteil heraus und so endete auch diese Partie mit Remis. Caruana führt mit 3 Punkten und einen halben Zähler vor Kramnik. norwaychess

Alexandre Rakhmanov heißt der Turniersieger beim 44. Bosna International Open in Sarajewo. Er siegt souverän mit 7 Punkten aus 9 Runden vor dem Slowenen IM Matej Sebenik mit 6,5 Punkten. Dritter wird Ex-Europameister GM Zdenko Kozul aus Kroatien mit 6 Punkten. IM Bernd Kohlweyer spielt ein gutes Turnier, macht 4,5 Punkten und erreicht Platz 20. chess-results

Die Schachförderung wird fortgesetzt! Großartige Nachrichten für den Deutschen Schachbund. In einer Presseerklärung hat der haushaltspolitische Sprecher der CDU/CSU Norbert Bartle verkündet:

"...zwar erfüllt der Schachsport nicht die im Dezember 2013 verabschiedeten neuen Förderkriterien des Deutschen Olympischen Sportbundes, dennoch respektieren wir den einstimmigen Beschluss der DOSB-Mitgliederversammlung, dem Schachsport auch zukünftig einen Sonderstatus zuzubilligen."

Carlsen oder Agdestein? Diese Frage könnte ein Nichtschachspieler stellen, der sich die Teilnehmerliste und die Tabelle des Superturniers in Stavanger ansieht. Nun....Agdestein spielt jedenfalls bisher überzeugender als sein weltmeisterlicher Zögling. Er spielt so als wäre er seit zig Jahren in der absoluten Weltspitze beheimatet und hatte bisher in keiner Partie ernsthafte Schwierigkeiten - im Gegenteil. In der heutigen Schwarzpartie gegen Karjakin verteidigte der allererste norwegische Großmeister und ehemalige Fussballnationalspieler phantastisch um den Russen dann sogar zu überspielen. Er stand auf Gewinn aber leider fand er den kaltblütigen Weg zur Verwertung des Vorteils nicht und Karjakin entkam knapp ins Remis. Einen immensen Zuwachs an Sympathie-Elo hat Agdestein jetzt schon sicher. Kein Wunder, dass ihn Kasparov einst als besten Amateur der Welt bezeichnete. Agdestein ist Lehrer an einem Sportgymnasium in Oslo, ist verheiratet und hat drei Kinder. Was für ein Potential steckt in diesem Multitalent, an dem die fokussierte, hochprofessionelle Schachelite bislang abprallt! Hat er die Kraft dieses Niveau durchzuhalten? Es ist ihm zu wünschen - es würde ein Raunen durch Norwegen gehen und es hätte eine gewisse Magie, wenn es Agdestein gelingen würde Weltmeister Carlsen in Stavanger zu schlagen. Insgesamt war es eine hochinteressante Runde heute. Aronian leistete sich in einer englischen Partie gegen Grischuk den katastrophalen Fehler 13...Df5, wonach 14.Th4 folgte und die armenische Dame nicht mehr zu retten war. Im 40.Zug hatten Aronians Leiden ein Ende. Einen sehr schlechten Tag erwischte Anish Giri, der aus einer schönen Stellung gegen Kramnik aufgrund eigener Planlosigkeit eine Verluststellung machte, die nicht mehr zu halten war. Es war ein Katalane und da gewinnt Kramnik gerne und oft mit beiden Farben. Weltmeister Carlsen ist offenbar nicht in Form, auch wenn das brillante Blitzschachergebnis zum Auftakt anderes vermuten ließ. In seiner Partie gegen Tabellenfüher Caruana versäumte er es eine sehr gute Position mit klarem positionellem Vorteil richtig zu behandeln. Er ließ sich auf ein taktisches Geplänkel ein, worin Caruana besser gerechnet hatte. Mit Glück und guter Verteidigung rettete sich Carlsen in einem Endspiel mit einer Figur weniger ins Remis. In der Partie Svidler-Topalov gab es nur einen der auf Sieg spielen konnte. Der schöne Vorteil Svidlers verflachte nach dem Abtausch eines Turmes und auch hier stand am Ende ein Remis. Caruana führt mit 2,5 Punkten vor Grischuk und Kramnik mit je 2, Agdestein, Aronian und Carlsen folgen mit 1,5 Punkten. norwaychess

Beim stark besetzten Open an Bulgariens Schwarzmeerküste in Albena führen drei Spieler mit je 4,5 Punkten aus 5 Runden. Auf Rang 1 ist der türkische GM Baris Esen vor den beiden Ukrainern IM Vitaliy Bernadskiy und GM Martin Kravtsiv. albena

Ein engagierter Schachfreund, dem die Zukunft des Deutschen Schachsports am Herzen liegt, hat uns dankenswerterweise auf folgende sehr interessante Seite hingewiesen. Schach wird darin als förderungswürdiger Sport anerkannt. "Eine Körperschaft verfolgt gemeinnützige Zwecke, wenn ihre Tätigkeit darauf gerichtet ist, die Allgemeinheit auf materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet zu fördern." Das ist der einleitende Satz zu § 52, den das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz veröffentlicht hat. Unter Punkt 21 findet man den Hinweis "Schach gilt als Sport". schach