Nach den ersten beiden tollen Partien Carlsens beim Gashimov-Memorial in Shamkir dachte man, dass der junge norwegische Weltmeister in Topform ist und kaum zu stoppen sein wird. Nach der gestrigen bitteren Niederlage gegen Caruana, verlor Carlsen heute mit Weiß sang- und klanglos gegen den Königsindisch-Experten Teimour Radjabov, einer der Lokalmatadoren. Carlsen holte nichts aus der Eröffnung raus und musste sich dem Kenner dieser Stellungstypen im Mittelspiel beugen. Radjabov verwertete den Vorteil dann sehr souverän im Endspiel. Vielleicht glaubte Carlsen selbst an eine gewisse eigene Unverwundbarkeit und wurde dafür bestraft. Wer weiß? Eine spannende Situation für den interessierten Schachfan - wie wird Carlsen zwei Niederlagen in Folge verkraften können und darauf reagieren? Mamedyarov spielte eine schöne Partie gegen Caruana und gewann gegen den gestern so stark aufgetretenen Italiener. Nakamura und Karjakin trennten sich remis. Das Feld ist jetzt eng zusammengerückt. Es führt Radjabov, der nach einer langen Durststrecke wieder positiv auf sich aufmerksam macht, mit 3 Punkten vor 4 Spielern mit 2,5 und Mamedyarov mit 2 Punkten. In Gruppe B spielte Etienne Bacrot eine mustergültige Partie gegen die Leningrader Variante im Holländer von Rauf Mamedov und erhöht sein Punktekonto auf 4. Er führt damit vor Eljanov (3,5 Punkte), der seinerseits mit dem Spanier gegen Safarli gewann. shamkirchess