Nach den ersten beiden tollen Partien Carlsens beim Gashimov-Memorial in Shamkir dachte man, dass der junge norwegische Weltmeister in Topform ist und kaum zu stoppen sein wird. Nach der gestrigen bitteren Niederlage gegen Caruana, verlor Carlsen heute mit Weiß sang- und klanglos gegen den Königsindisch-Experten Teimour Radjabov, einer der Lokalmatadoren. Carlsen holte nichts aus der Eröffnung raus und musste sich dem Kenner dieser Stellungstypen im Mittelspiel beugen. Radjabov verwertete den Vorteil dann sehr souverän im Endspiel. Vielleicht glaubte Carlsen selbst an eine gewisse eigene Unverwundbarkeit und wurde dafür bestraft. Wer weiß? Eine spannende Situation für den interessierten Schachfan - wie wird Carlsen zwei Niederlagen in Folge verkraften können und darauf reagieren? Mamedyarov spielte eine schöne Partie gegen Caruana und gewann gegen den gestern so stark aufgetretenen Italiener. Nakamura und Karjakin trennten sich remis. Das Feld ist jetzt eng zusammengerückt. Es führt Radjabov, der nach einer langen Durststrecke wieder positiv auf sich aufmerksam macht, mit 3 Punkten vor 4 Spielern mit 2,5 und Mamedyarov mit 2 Punkten. In Gruppe B spielte Etienne Bacrot eine mustergültige Partie gegen die Leningrader Variante im Holländer von Rauf Mamedov und erhöht sein Punktekonto auf 4. Er führt damit vor Eljanov (3,5 Punkte), der seinerseits mit dem Spanier gegen Safarli gewann. shamkirchess

Bei der Asienmeisterschaft im Arabischen Emirat Scharjah führt ein starkes Quartett mit 5,5 Punkten aus 7 Runden. Neben dem Usbeken Kasimzhanov liegen die Chinesen Ni Hua, Yu Yangyi und Bu Xiangzhi mit in Führung. asianchesscont

Auch ein Weltmeister Carlsen ist nicht unverwundbar, das zeigte die heutige Partie gegen den Italiener Caruana. Erstaunlich wie es Caruana schaffte die "Berliner Mauer" Carlsens einzureißen. Anscheinend wählte der Italiener eine für Weiß sehr gute Aufstellung gegen die als supersolide geltende Verteidigung im Spanier. Kaum merkliche Ungenauigkeiten brachten Carlsen in eine schwierige Position und Caruana münzte den Vorteil souverän in einen Sieg um und zieht mit dem Norweger (beide 2,5 Punkte) gleich. Gute Chancen auf einen Partiegewinn ließ heute Radjabov gegen Nakamura aus und schließlich endete die Partie im Remis, ebenso wie die ausgeglichene Auseinandersetzung zwischen Karjakin und Mamedyarov. In Gruppe B führt Bacrot mit 3 Punkten vor Eljanov und Wojtaszek (je 2,5). shamkirchess

Am Osterwochenende gab es ein Kurz-Open im niederländischen Delft. 7 Großmeister waren am Start und Eric van den Doel (Niederlande) sowie der deutsche Nationalspieler Igor Khenkin schnitten am besten ab und gewannen das Turnier gemeinsam mit je 5 Punkten aus 6 Runden. GM Dimitri Reinderman wird mit 4 Punkten Dritter. chessdom

Es gibt nicht viele Beispiele in denen ein in die Jahre gekommener Schachmeister seine größten Erfolge feiert. Ein solch seltenes Exemplar war Alexey Suetin, der erst mit knapp 40 Jahren den Großmeistertitel verliehen bekam und in der Folge schöne Erfolge feierte. Er machte sich auch als Schachbuchautor beim Sportverlag Berlin einen Namen und war Sekundant des Weltmeisters Tigran Petrosjan. schach-und-kultur

Hikaru Nakamura hat im Duell der vielleicht weltweit gefährlichsten Taktiker gegen Mamedyarov das bessere Ende für sich. In einem geschlossenen Caro-Kann holte der Amerikaner zwar nichts aus der Eröffnung, überspielte den Aserbaidschaner jedoch im Mittelspiel und gewann im Königsangriff. Radjabov und Caruana übten sich in einem wohlanalysierten Grünfeldinder und einigten sich auf Remis nach Zugwiederholung. Die längste Partie des Tages lieferten sich Karjakin und Carlsen. Der Weltmeister bekam die etwas bessere Stellung in einem Nimzoinder mit 4.f3, der in letzter Zeit häufig gespielten Modevariante. Carlsen beschwor mit 6....Sh5 früh Komplikationen hervor und bekam nach einem Geplänkel und Abtäuschen das leicht bessere Endspiel doch Karjakin verteidigte sich stark und machte seine Stellung zu einer Art Festung und ließ den Weltmeister nicht wie so oft im Endspiel zur Entfaltung kommen. Carlsen führt nach wie vor mit einem ganzen Punkt Vorsprung. In Gruppe B hat der Franzose Etienne Bacrot die Führung mit 2,5 Punkten übernommen. Er überspielte Gadir Guseinov in einem Königsinder und gewann nach 31 Zügen. Europameister Motylev unterlag dem Polen Wojtaszek nach missglückter Eröffnung in einem Lb5-Sizilianer. shamkirchess

Die stattliche Anzahl von 270 Teilnehmern spielte beim 41. Torneo Internacional de Ajedrez de la Roda in der spanischen Provinz Albacete. Der russische GM Vladimir Burmakin gab eine souveräne Vorstellung und ließ nur 2 Remis zu. Er gewann das Turnier mit 8 Punkten vor den beiden spanischen Internationalen Meistern Daniel Forcan Esteban und Angel Arribas Lopez, die jeweils 7,5 Punkte machten. chess-results

Der klare Favorit setzte sich beim Philadelphia Open durch - GM Gata Kamsky (USA) mit 7,5 Punkten aus 9 Runden. Er streicht dafür 6581 Dollar ein. Zweiter wird GM Joshua Friedel (USA) mit 7 Punkten vor dem Georgier GM Giorgi Margvelashvili, 6,5 Punkte. philadelphiaopen

Einen großen Turniersieg bei starker Gegnerschaft trug der Tscheche GM Viktor Laznicka beim Neckar-Open davon. Er gab nur zwei Remis ab und verwies den Polen GM Piorin Kacper und den Ukrainer GM Andrey Vovk auf die Plätze zwei und drei - beide 7,5 Punkte. Bester Deutscher wird Vitaly Kunin mit 7 Punkten und Platz 7. GM Arkadij Naiditsch, IM Hagen Pötsch, IM Andreas Heimann und IM Dennis Wagner machen ebenfalls gute 7 Punkte. IM Matthias Blübaum holt 6,5 Punkte. Beste deutsche Dame wird WGM Melanie Ohme mit 6 Punkten. neckar-open

Weltmeisterin Hou Yifan gewinnt ganz überlegen mit 8,5 Punkten aus 11 Runden das Grand-Prix-Turnier in Khanty Mansiysk. Die starke Russin Olga Girya belegt nach toller zweiter Turnierhälfte den 2. Platz mit 7 Punkten. Auch Alexandra Kosteniuk kam erst spät in Fahrt und erkämpfte sich schließlich noch den dritten Platz mit 6,5 Punkten. khantymansiysk2014