Der junge indische FM Chithambaram Aravindh schlug erneut zu und bezwang mit den schwarzen Steinen seinen Landsmann und Großmeister Sundar Shyam und liegt vor der Schlussrunde mit überragenden 8,5 aus 10 einen halben Punkt vor dem Rest des starken Feldes. Es genügt ihm ein Remis um einen tollen Erfolg zu feiern. chess-results

Magnus Carlsens Team feierte den frischgebackenen Weltmeister feuchtfröhlich, indem es ihn in den Swimmingpool warf. Ein kurzes Video.... vg.no

Magnus Carlsen hat es geschafft und ist als Nr. 1 der Eloliste nun auch Schachweltmeister. Er besiegte Viswanathan Anand, der in seiner Heimat Chennai nicht zu seiner Normalform gefunden hat, verdient mit 6,5:3,5. In der 10. und letzten Partie des eigentlich auf 12 Partien angesetzten Duells schenkten sich die beiden Kontrahenten nichts und kämpften bis zum nackten König. Anand war es seinen indischen Fans schuldig die Partie bis zum letzten Zug auszukämpfen. Endlich griff Anand zu der ambitionierteren Sizilianischen Verteidigung, die er sicherlich schon eine Schwarzpartie eher hätte versuchen sollen. Carlsen wählte 3. Lb5+, eine als recht sicher geltende und eher positionellen Variante. Anand hatte durchaus seine Möglichkeiten, obwohl Carlsen im Mittelspiel Vorteil erlangte, den er aber durch einen zweifelhaften Zug weitgehend verdarb. Das enstandene Springerendspiel bot viele interessante Abspiele und Carlsen wählte das wohl spektakulärste. Er lenkte Anands König ab, opferte seinen Springer am Königsflügel und räumte alle Bauern am Damenflügel ab. Sowohl ein Bauer von Anand als auch von Carlsen liefen durch und das enstandene Endspiel Dame und Springer gegen Dame und drei Bauern endete nach Damentausch schnell im Remis. Damit ist Magnus Carlsen der 16. Weltmeister der Schachgeschichte. Halb Norwegen wird auf den Beinen sein, wenn Carlsen in seine Heimat zurückkehrt um mit ihm seinen Triumph zu feiern. Carlsen ist nun noch mehr der Superstar, der er ohnehin schon war. Er zeigte sich in Partie 9 hervorragend vorbereitet auf Anands Sämisch-Variante und bewies, dass er auch in der Eröffnung neue Ideen bringen kann und kein Risiko scheut. Er ist ein wahrer Weltmeister, der keine echten Schwächen hat und wie einst Kasparov in Topturnieren die Entscheidung in jeder Partie sucht. Die Weltpresse zeigte große Aufmerksamkeit und viele Menschen sind aufs Schachspiel aufmerksam geworden. Carlsen ist kein verschrobener Held sondern ein normaler junger Mann wie es auch Kramnik und Anand waren und sind und wer könnte gerade deswegen ein besserer Botschafter für das Spiel sein als er. chennai

Der unter französischer Flagge spielende Anatoly Vaisser (gebürtiger Kasache) hat nach 9 von 11 Runden die Führung in Rijeka übernommen. Nach seinen wichtigen Siegen über GM Kupreichik und GM Hulak ließ er ein Remis gegen den dänischen GM Kristiansen folgen. Er hat damit 7,5 Punkte und liegt einen halben Punkt vor Hulak, Kristiansen und Balashov. IM Branko Rogulj, der längere Zeit an der Tabellenspitze stand, fiel nach den zwei Niederlagen gegen Kristiansen und Balashov zurück. Bei den Damen konnte die Kasachin Yelena Ankudinova ihre Führung verteidigen. worldsenior

Während der Stern des noch amtierenden Weltmeisters Anand im Sinken begriffen ist geht in seiner Heimatstadt Chennai beim Grandmaster International Open ein indischer Stern auf. Nach 9 Runden führt unter Anderen der 1999 geborene FM Chithambaram Aravindh mit 7,5 Punkten und einer Performance von derzeit 2726. Er schlug dabei die 3 Großmeister GM Drazic (Serbien), GM Ter-Sahakyan (Armenien) und seinen Landsmann GM Lalith. Es stehen noch zwei Runden aus. Einziger Deutscher unter den Teilnehmern ist IM Stefan Löffler mit bislang 5 Punkten. tamilchess

Am kommenden Wochenende stehen die Runden 3 und 4 in der Schachbundesliga an. Im Austragungsort Solingen kommt es zu den interessanten Duellen Solingen-Eppingen und dem Kellerduell Trier-Bayern München. Spitzenreiter Baden-Baden richtet die Kämpfe mit Viernheim, Hockenheim und Griesheim aus. Hamburg (mit SF Berlin, König Tegel und Bremen) und Mülheim sind weitere Spielstätten, wobei in Mülheim nominell nahezu gleichstarke Mannschaften (neben dem Gastgeber noch Katernberg, Emstetten, Wattenscheid) aufeinandertreffen, was spannende Kämpfe verspricht. schachbundesliga

Genau das was den Weltmeister Anand immer ausgezeichnet hat, nämlich schnelles und exaktes Rechnen, das ist ihm zumindest in diesem immens wichtigen WM-Kampf in seiner Heimat abhanden gekommen. Heute verlor er nach nur 28 Zügen nach einem katastrophalen Fehler und schlug sich erneut quasi selbst. Anand eröffnete heute wie viele erwarteten mit 1.d4 und spielte eine seltene Sämisch-Variante mit frühem g4 gegen die Nimzoindische Verteidigung. Die Stellung wurde sehr außergewöhnlich, der Weltmeister stellte sich sehr aggressiv auf und beabsichtigte einen Königsangriff. Die Chancen Carlsens lagen in seinem Freibauern am Damenflügel. Anand stürmte mit seiner Bauernphalanx nach vorne und es enstand eine optisch äußerst gefährliche Stellung für Schwarz, doch sowohl die Schachprogramme als auch Carlsen schien die Verteidigungsressourcen zu erkennen. Anand brach die Brücken hinter sich ab und ließ Carlsen dessen Freibauern mit Schach in eine Dame umwandeln, reagierte dann aber mit dem sofort verlierenden Sf1 statt mit Lf1. Ein kleiner Trost für Anand, dass auch nach Lf1 kein Matt in Sicht gewesen wäre und Carlsen nach einer erzwungenen Rückgabe der Dame mindestens Ausgleich gehabt hätte. Carlsen führt nun mit 6:3 und benötigt nur noch ein Remis aus den restlichen 3 Partien um Weltmeister zu werden. chennai

In Brno (deutsch: Brünn), der zweitgrößten Stadt Tschechiens findet derzeit ein interessantes Open statt. Ein großartiges Talent liegt derzeit in Führung, nämlich die erst 13-jährige WIM Zhansaya Abdumalik, die bereits über eine beachtliche Elozahl von 2311 verfügt und als Nr. 6 der Setzliste ins Turnier gegangen ist. Das Mädchen hat bislang alle Partien für sich entscheiden können und liegt einen halben Punkt vor dem 59 Jahre älteren IM Evgenij Piankov aus der Ukraine. chess-results

Runde 7 der Senioren-Weltmeisterschaft in Kroatien war sehr kämpferisch, denn an den ersten 6 Brettern gab es kein einziges Remis. Überraschungsmann ist weiterhin der kroatische IM Branko Rogulj, der den russischen GM Evgeni Vasiukov mit Weiß bezwingen konnte. Nur zwei Spieler können mit dem Kroaten Schritt halten, nämlich dessen Landsmann GM Krunoslav Hulak mit Sieg gegen IM Mochalov sowie GM Anatoly Vaisser (Frankreich), der GM Viktor Kupreichik besiegte. Alle drei Spieler haben nun 6 Punkte. Bester Deutscher ist Dr. Matthias Kierzek (Fulda), der IM Blechzin schlagen konnte und jetzt 5 Punkte hat. Bei den Damen hat die Kasachin WFM Yelena Ankudinova nach ihrem Sieg gegen Spitzenreiterin WGM Khmiadashvili die Führung übernommen. Eine große Überraschung, denn Ankudinova zählte mit Elo 2121 nicht zum engen Favoritinnenkreis. worldsenior

Magnus Carlsen ist seinem Ziel Weltmeister zu werden einen Schritt bzw. einem halben Punkt näher gekommen und das in einer Partie, die lediglich 40 Minuten gedauert hat. Dieses Mal wählte Carlsen 1. e4, was für Anand eine wunderbare Gelegenheit geboten hätte den Fehdehandschuh aufzugreifen um z.B. mit der Sizilianischen Verteidigung einen schwerblütigen Kampf mit eventuell heterogenen Rochaden aufzunehmen. Doch Anand spielte ausgerechnet die Berliner Variante im Spanier mit der Carlsen vertraut sehr gut vertraut ist. Carlsen griff zur remisträchtigsten Variante innerhalb dieses Systems und spielte die Züge sehr schnell herunter. Nach bereits 28 Zügen waren alle Figuren vom Brett verschwunden, außer ein paar Bauern und bald darauf war das Remis zum 5:3 des Herausforderers perfekt. In den letzten beiden Partien war kein Aufbäumen des Weltmeisters gegen den Verlust des Titels zu erkennen. Offensichtlich verläßt sich Anand auf die zwei noch ausstehenden Weißpartien um den Ausgleich noch schaffen zu können. chennai