In Runde 6 trennen sich die Kontrahenten an den ersten sieben Brettern remis, so das sich nicht viel ändert. Es führen nach wie vor GM Klaus Bischoff, GM Rainer Buhmann und der stark agierende IM René Stern aus Berlin mit nun 4,5/6. Ein ausführlicher Rundenbericht unter DEM 2013
In der ersten Partie der Frauen Weltmeisterschaft im chinesischen Taizhou kann Titelverteidigerin Anna Ushenina mit den weißen Steinen eine schöne Stellung gegen Hou Yifan erreichen, greift aber mit 26. Se7 ? fehl (besser 26. Sb5) und Hou Yifan kann nach Entwicklung des Springers vom schwachen Feld b7 nach g5 eine gefährliche Initiative gegen den weißen König entwickeln, 0:1 nach 41 Zügen. Offizielle Seite
Im Spitzenspiel des First Saturday GM Turnieres stoppt in Runde 4 der ungarische GM Krisztian Szabo den mit 2,5/3 sehr gut gestarteten IM Dagur Arngrimsson und führt nun mit 3,5 Punkten. Beim IM Turnier liegen  IM Adam Szeberenyi und der titellose Belgier Rein Verstraeten (ELO 2298) mit 3,5/5 vorn, der deutsche Teilnehmer Jürgen Moeldner ist mit leider nur 1 Punkt dabei. Offizielle Seite
In der armenischen Kleinstadt Martuni hat sich ein illustres Feld aus einheimischen und internationalen Spitzenspielern zum Lake Sevan Turnier eingefunden, der ELO-Schnitt beträgt beachtliche 2629 Punkte.  Nominell ngeführt vom ELO-Favoriten Markus Ragger (ELO 2680) ragt nach drei Runden Arman Pashikian (ELo 2609) nach einem perfekten Start mit 3 Punkten heraus, bester Verfolger der weißrussische GM Sergei Zhigalko (ELo 2664) mit 2,5 Punkten. Offizielle Seite live chess-results.com
In dem bulgarischen Schwarzmeerküstenort Sunny Beach fand im Rahmen des 12. Georgiev-Kesarovsky Memorials ein stark besetztes Open über 9 Runden statt, das souverän vom aufstrebenden italienischen IM Axel Rombaldoni (ELO 2494) mit 7,5 Punkten gewonnen wurde. Vorentscheidend seit Vorschlussrundensieg gegen GM Vladimir Georgiev, final reichte ein Kurzremis gegen den bulgarischen GM Evgenij Ermenkov. Offizielle Seite live
Der Reiz des königlichen Spiels liegt vor allem im menschlichen Faktor. Das weiß jeder der schon mal mehrere Partien gegen kalte, nahezu fehlerlose Computer gespielt hat. Alsbald meidet man jene Konfrontation und nutzt den Rechner nur noch zur Analyse. Spielen jedoch menschliche Konzentration, deren Mängel, die körperliche Konstitution und viele andere Unzulänglichkeiten und Umstände, die uns stören oder ablenken eine Rolle, dann wird es spannend und interessant. In der heutigen Runde 4 "menschelte" es, denn an Brett 1 beim ersten Großmeisterduell dieser Meisterschaft hatte Turnierfavorit und Titelverteidiger GM Daniel Fridman einen Blackout.Sein Kontrahent GM Klaus Bischoff wählte eine geschickte Zugfolge um doch noch in ein Wolgagambit überzulenken. Fridman nahm die Herausforderung an, aber Bischoff kam zu einer der bekannten Idealstellungen in diesem Gambit mit mächtig Druck am Damenflügel. Dann im 21. Zug passierte etwas, was man bei einem Spieler Fridmans Klasse selten sieht - ein Blackout, der unmittelbar die Qualität kostete, nämlich 21.Td1?? wonach Bischoff 21...Lb3 mit Qualitätsgewinn hatte. Danach zeigte der routinierte Bischoff keine Mühe mehr den Vorteil souverän zu verwerten. Ein herber Rückschlag für Fridman in Sachen Titelverteidigung! An Brett 2 kam es zur Partie GM Rainer Buhmann-Felix Graf. In einem slawischen Abspiel mit schwarzem Fianchetto auf g7 wählte Buhmann die Abtauschvariante und behielt leichten Vorteil, doch hätte Graf mit Aktivität wohl den ungefähren Ausgleich bewahren können, doch im 23. Zug spielte er Dd5? (statt z.B. 23...Ta4), was die B-Linie preisgab, die sich Buhmann mit 24. Tb1 sofort zunutze machte. Wenige Züge später gab Felix Graf die hoffnungslose Stellung auf. GM Martin Krämer und IM Dennis Wagner lieferten sich ein interessantes Theorie-Duell im Grünfeldinder mit einem gerechten Remis-Schluss. Eine unglaubliche, verrückte Remis-Partie lieferten sich IM Alexander Donchenko - IM Matthias Blübaum. Man wird den Eindruck nicht los, dass hier häusliche Vorbereitung eine große Rolle gespielt haben mag. Ergänzend muss man noch IM Rene Stern erwähnen, der eine starke Partie gegen Nikolas Lubbe für sich entscheiden konnte und dann noch die verblüffende Remispartie IM Hagen Pötsch - WGM Zoya Schleining, in der Weiß eine klare Gewinnstellung noch verdarb. Es führen nun die beiden Großmeister Rainer Buhmann und Klaus Bischoff mit je 3,5 Punkten, die morgen auch die Klingen kreuzen werden. dem

Der unverwüstliche IM Karl-Heinz Podzielny (SV Letmathe) zeigte sich beim Gocher Open am siegeshungrigsten und schaffte 6 Partiegewinne in 7 Runden. Nach der in Goch geltenden 3-Punkteregel macht das 18 Zähler, was kein anderer Teilnehmer erreichte. Den zweiten Platz belegte der Niederländer IM Twan Burg (Turm Emstetten) mit 17 Punkten vor dem punktgleichen Ukrainer GM Andrey Sumets (SF Wirtzfeld). gocher-open

Ein tolles Tunier mit dem großzügigen Sponsor LGA, das in den letzten Jahren ein fester Zielort für viele Schachspieler war, ist mit seiner letzten Auflage zu Ende gegangen. In drei Gruppen wurde es als Einladungsturnier ausgetragen. In Gruppe A siegte der klare Elofavorit, der Russe Evgeny Romanov mit 5 Punkten aus 7 Runden vor David Baramidze mit 4,5. Gruppe B wurde von Ilja Zaragatski dominiert, der 5,5 Punkte erreichen konnte und die Konkurrenz deutlich abhängte. Hier wurde Lev Gutman mit 4 Punkten Zweiter. Die C-Gruppe gewann zu seiner eigenen Überraschung der 61-jährige Problemschach-Spezialist Yochanan Afek mit 5 Punkten vor Olaf Heinzel mit 4,5 Punkten. Hanna-Marie Klek zeigte gutes Schach, agierte aber etwas unglücklich und wurde Vierte. schach.lga
Gut vorbereitet zeigte sich der noch titellose Felix Graf in seiner Partie an Brett 1 gegen den Berliner Großmeister Martin Krämer. In einem Abspiel des Petrosjan-Systems mit 4. a3 im Dameninder setzte Krämer recht aktiv mit 12....c5 fort, was zwar eine der thematischen Fortsetzungen darstellt, doch im speziellen Fall hatte Graf nach 13.bc5: bc5: die starke Fortsetzung 13.Dh4 und der GM konnte dem Damentausch danach kaum ausweichen, weil Graf in der Folge mit Ld3 ein weiteres wichtiges Entwicklungstempo hätte gewinnen können. Im Endspiel neigen hängende Bauern oftmals eher zur Schäche zu werden. Nach 15...Tc8 16.Sf5 Tc7 sieht die schwarze Stellung nicht mehr allzu vertrauenserweckend aus. Endgültig in große Schwierigkeiten brachte sich Krämer dann mit 18...Lc6?! (statt Sd7 oder g6) wonach eine hübsche Abwicklung mit dem Sprengungszug 20.e4 folgte. Krämer opferte in seiner Not einen Bauern um seinen Turm zu aktivieren - nicht selten die einzige Chance in schlechteren Turmendspielen. Nach einigem Lavieren und leichten Stellungsverbesserungen griff Graf mit 40. h4? fehl (40.Te4+ bot gute Gewinnchancen) und ließ die Abtäusche der Türme zu. Vermutlich dachte er das enstehende Bauernendspiel sei gewonnen, aber bald musste er einsehen, dass er einer Fehleinschätzung erlegen war und hatte das Remis zu akzeptieren. GM Rainer Buhmann zeigte gegen IM Hagen Pötsch seine Stärke mit Weiß. In einer Nebenvariante der Damenindischen Verteidigung platzierte der Hockenheimer Spitzenspieler seine Leichtfiguren so, damit sie maximalen Druck auf den schwachen schwarzen Zentrumsbauern auf d5 ausüben konnten. Zuvor beraubte sich Pötsch mit 11...c4?! jeder Dynamik und wird diesen strategischen Fehler später bereut haben. Buhmann vergrößerte Zug um Zug den Druck auf die schwarze Stellung und hätte bereits mit dem taktischen Schlag 24.Sd5:! für klare Verhältnisse sorgen können. Buhmann begnügte sich mit der zweitbesten Fortsetzung Df5, denn auch danach war die schwarze Verteidigung überlastet und brach bald zusammen.IM Sebastian Plischki bekam den nächsten Brocken mit den weißen Steinen, nämlich GM Daniel Fridman. Plischki hatte eine schöne Stellung nach der Eröffnung und die Überraschung 13.c5 parat, einen Zug den man nicht erwartet, gibt er doch das wichtige Feld d5 preis. Die Partie entwickelte sich schwierig für Fridman und mit 21.Sc4 (oder Se4) hätte Plischki positionell hervorragend gestanden. 21.e4 ermöglichte Sf4 nebst Db5 und danach wurde es richtig kompliziert, denn Plischki war zu einem interessanten Qualitätsopfer gezwungen. Die Optionen waren mannigfaltig, doch mit dem schwachen Springerrückzug 31.Se3 verdarb sich der IM alle Chancen und die Initiative ging auf Schwarz über. Nach dem Damentausch waren die verbundenen schwarzen Freibauern stärker als die des Weißen. Ein Drama ereignete sich in der hochspannenden Partie IM Matthias Blübaum gegen IM Tobias Jugelt. Kurz vor der Zeitkontrolle spielte Jugelt in noch offener Stellung den Zug 39...De2??, der nach 41. Sc4 ein böses Erwachen gab. Zu den Führenden gesellte sich spät am Abend auch IM Alexander Donchenko, der das Enspiel Turm und Läufer gegen Turm nach 118 Zügen gegen FM Johannes Carow zum Siege führte. Es führen nun folgende 8 Spieler mit 2,5 Punkten: Graf, Krämer, Fridman, Buhmann, Wagner, Blübaum, Bischoff und Donchenko. dem
Knapper und spannender hätte die Argentinische Landesmeisterschaft nicht verlaufen können. GM Diego Flores sah wie der sichere Sieger aus, hatte er doch 1,5 Punkte Vorsprung und das zwei Runden vor Schluss! In Runde zwölf verlor er aber mit Weiß gegen GM Peralta. Jener gewann in der Schlussrunde auch noch gegen GM Ruben Felgaer und konnte mit dieser Energieleistung noch mit Flores (Schlussrunden-Remis gegen IM Krysa) gleichziehen. Tragisch für GM Flores, dass letztlich allein der direkte Vergleich gegen den punktgleichen und glücklichen GM Fernando Peralta über die Titelvergabe entschied. Den dritten Platz erreichte GM Diego Valerga. chessdom