Nach Runde zwei gibt es erstaunlicherweise nur noch 3 Spieler mit voller Punktezahl, was für die große Ausgeglichenheit des Feldes spricht. An Brett 1 hatte es die Nr. 2 des Turniers GM Rainer Buhmann, der die schwarzen Steine führte, mit IM Sebastian Plischki zu tun, der bei zahlreichen Turnieren in den letzten Monaten (vor allem in Tschechien) konstant gute Ergebnisse erzielen konnte. In einem Slawen kam Buhmann durch das wohl zweifelhafte 17...Tad8 in eine unbequeme Stellung, denn Weiß hatte positionellen Vorteil. Nach 23....De6 enstand eine hochinteressante Stellung, die einiges an Taktik bot. Plischki wählte das stark aussehende 24.Sd5:, doch Buhmann hatte seinerseits den taktischen Schlag 24...Sf2: als Ressource und die Stellung blieb in der Remisbreite und endete kurze Zeit später mit dem entsprechenden Ergebnis. Hätte Plischki stattdessen 24.Td5: gespielt, hätte er einen Mehrbauern erobert und Buhmann wohl einen etwas härteren Kampf ums Remis vor sich gehabt. An Brett 2 trafen GM Martin Krämer und IM Rasmus Svane aufeinander. Nach einer interessanten Eröffnung in der Vorstoßvariante gegen die Caro-Kann-Verteidigung enstand eine ausgeglichene Stellung doch Svane ließ sich zu 13...h5 und 14...g6 hinreißen was wohl eher dem Berliner GM entgegenkam, denn danach war der Königsflügel abgeriegelt und Weiß konnte in der Folge einen Angriff gegen die lange Rochade von Schwarz aufziehen ohne Gegenspiel befürchten zu müssen, was Krämer auch in ruhiger und starker Weise tat und sicher gewann. Die zweifellos außergewöhnlichste Partie sah man an Brett 4 Felix Graf gegen Nikolas Lubbe. Letzerer leistete sich in der Philidor-Verteidigung den bösen Eröffnungsschnitzer 5...h6?? und kam nach gerade 11 Zügen unter die Räder. Einen starken Aufbau fand IM Hagen Pötsch, der kürzlich einen tollen Erfolg mit dem 3. Platz beim Vienna Open feiern konnte. Er deckte die Schwächen im Eröffnungskonzept (Moderne Verteidigung) von FM Vitali Braun deutlich auf und erreichte eine tolle Stellung. Mit 18.De7: statt 18.Le7:? hätte er entscheidenden Vorteil erlangen können, doch Braun revanchierte sich mit dem schwachen 19...Ld4+? und musste bereits im 25. Zug die Waffen strecken. Krämer, Graf und Pötsch haben nun 2 Punkte. Titelverteidiger GM Daniel Fridman spielte gegen die stärkste Dame im Feld WGM Zoya Schleining, die ihren Gegner in der Eröffnung wohl mit aller Gewalt aus der Theorie werfen wollte. Das Konzept ging zunächst auf. Fridman hatte zwar einen Bauern mehr, hing jedoch in der Entwicklung etwas hinterher. Schleining bekam die B-Linie und hätte mit 27...Tb2+ bequemen Ausgleich erreichen können. Stattdessen spielte sie passiv, wonach Fridman die zweite Reihe abriegelte, kein Gegenspiel mehr zuließ und seinen Zentrums- und Mehrbauern gewinnbringend mobilisieren konnte. Die Spitzenpaarung der dritten Runde lautet Felix Graf - GM Martin Krämer. dem

Titelverteidigerin WGM Mary Ann Gomes gewinnt die nationale Meisterschaft von Indien vor den beiden punktgleichen IM Tania Sachdev und WGM Soumya Swaminathan - alle 7,5 Punkte. Sie konnte sich im Stechen durchsetzen. chessdom

Pavel Eljanov (Ukraine) reicht ein Schwarz-Remis gegen Viktor Laznicka aus Tschechien um das Karpov-Poikovsky mit 6 aus 9 Runden zu gewinnen. Den zweiten Platz belegt Alexander Motylev mit 5,5 Punkten vor Ernesto Inarkiev (5 Punkte), der in Runde 9 noch eine deutliche Niederlage gegen Viktor Bologan einstecken musste. Ivan Cheparinov (Bulgarien) wird trotz seines Schlussrundensieges über Sutovsky (Israel) Letzter mit 3 Punkten. ermakinfo

GM Ivan Salgado Lopez erringt den Titel des spanischen Meisters 2013 mit 7,5 Punkten aus 9 Runden. GM Miguel Illescas Cordoba wird mit 7 Punkten Zweiter vor dem punktgleichen GM Julen Luiz Martinez Arizmendi. GM Oleg Korneev, der Elofavorit folgt als Vierter. chess-results

Die Deutsche Meisterschaft in Saarbrücken begann heute mit spannenden Partien. Das Schicksal wollte es, dass der amtierende Präsident des deutschen Schachbundes IM Herbert Bastian und Turnierfavorit und Titelverteidiger GM Daniel Fridman gemeinsam im Fokus standen, denn sie trafen an Brett 1 aufeinander. Herbert Bastian wollte nicht die ausgetretenen Pfade der von Fridman angebotenen Pirc-Verteidigung beschreiten und antwortete deshalb nicht mit 3.Sc3 sondern mit 3.Ld3, wonach eine selten gespielte Variante enstand. Im 6. Zug hätte der Schachpräsident mit Le4: den Damentausch herbeiführen können, aber er hatte nach eigener Aussage kein Vertrauen in ein damenloses Endspiel bei gegnerischem Läuferpaar. Wohl eine kluge Entscheidung, denn auch so holte der Großmeister nichts aus der Eröffnung, doch nach Damen- und Figurenabtäuschen bekam Fridman die A-Linie und Bastian reagierte mit einem zu aktiven Läuferzug nach d7. Fridman verschmähte danach den möglichen Bauerngewinn auf b6 mit 31... oder 32...Ta6 - durchaus mit Gewinnchancen. Überraschenderweise wählte der Favorit einen anderen Turmzug, wonach Bastian seinen Bauern wieder verteidigen konnte. Kurz darauf einigten sich die Beiden nach Zugwiederholung auf Remis. Die Nummer zwei der Setzliste GM Rainer Buhmann (SV Hockenheim) spielte dagegen eine Partie wie aus einem Guss und ließ seinem Gegner Malte Colpe (Hamburger SK) keine Chance. Sehr hübsch war dabei der alles klärende Damenzug 33. Dh7. Sehr souverän auch GM Martin Krämer (SF Berlin) in seiner Partie gegen Andre Oberhofer (Caissa Schwarzenbach). Eine hochinteressante Partie lieferten sich IM Matthias Blübaum (Werder Bremen) und Hendrik Tabatt (ebenfalls Caissa Schwarzenbach). Letzterer warf den jungen IM bereits nach folgenden 3 Zügen aus der Theorie: 1.d4 Sf6 2.c4 d6 3.Sf3 Sc6!?. Blübaum: "Ich kannte die Theorie nicht, aber das was ich nach Sc6 gespielt habe, scheint wohl nicht das Beste gewesen zu sein." In der Tat kam Tabatt nach Blübaums Bauernraub 11.Db7: stark ins Spiel und entwickelte nach und nach große Initiative. Die Stellung von Weiß krankte an Bewegungsmangel und Blübaum war an guten Entwicklungszügen verlegen. In einer hochinteressanten Stellung versäumte Tabatt die starke und wohl vorentscheidende Möglichkeit 23...d4. Nach dieser verpassten Gelegenheit kam Zeitnot auf beiden Seiten ins Spiel und die praktischen Chancen für Blübaum stiegen trotz nach wie vor schlechterer Stellung. Im 36. Zug beging Tabatt den entscheidenden Fehler und musste doch noch die Waffen strecken. Sehr souverän agierten IM Rasmus Svane (Hamburger SK) und IM Dennis Wagner (SV Hockenheim), während der vielfache Blitzchampion GM Klaus Bischoff (Sportfreunde Katernberg) gegen FM Hans-Joachim Vatter (SC Untergrombach) nicht über ein Remis hinauskam. Die teilnehmenden Damen holten zusammen einen Punkt. WGM Zoya Schleining (Düsseldorfer SK) gewann sicher gegen Thomas Lochte (SK Weilheim) und Nadia Jussupow (SK Krumbach) musste FM Jaroslaw Krassowizkij den Punkte überlassen. Morgen kommt es an den beiden Spitzenbrettern zu den reizvollen Paarungen IM Plischki-GM Buhmann und GM Krämer-IM Svane. dem
Eines der schönsten Turniere der vergangenen Jahre mit dem Sponsor LGA startete gestern mit seiner letzten und besonderen Auflage. Es wird nicht als Open sondern als Einladungs-Rundenturniere in 3 Gruppen ausgetragen. Gruppe A startete gestern furios wie alle Turniere. Es gab insgesamt in 12 Partien nur ein einziges Remis. Turnierfavorit Evgeny Romanov (Elo 2655) schlug Lubomir Ftacnik mit den schwarzen Steinen...und zwei andere taten es ihm gleich mit ihren Schwarzsiegen. Kunin-Baramidze 0:1 und Prusikin-Sanikidze 0:1. Berelowitsch-Jonny Hector endete mit Remis. In Gruppe B gab es kein einziges Remis. Maiwald schlug Gutman und Arik Braun zerpflückte Raj Tischbierek in einem taktischen Gemetzel. Siege erzielten ebenfalls IM Zagaratski gegen GM Gabriel und FM Leon Mons gegen IM Renner. In Gruppe C schlug FM Dr. Seibold gleich mal Elofavorit IM Erik Zude und auch die amtierende Deutsche Meisterin Hanna-Marie Klek kam gegen FM Hirn zu ihrem ersten Punkt. Weitere Siege erzielten IM Olaf Heinzel und IM Christian Troyke.schach.lga

GM Karen Grigoryan wird mit 9,5 Punkten aus 13 Runden überlegen Champion von Armenien. Den zweiten Platz mit 1,5 Punkten Rückstand erreicht GM Levon Babujian vor GM Tigran Kotanjian mit 7,5 Punkten. chess-results

Der Ukrainer GM Sergey Fedorchuk gewinnt das Young Masters im schweizer Ort Zug mit 7 Punkten aus 9 Runden und siegt knapp vor dem jungen ungarischen GM Peter Prohaszka, der den Turniersieg regelrecht hergeschenkt hat in den letzten beiden Runden. Prohaszka landet einen halben Punkt hinter dem Sieger, nachdem er auch die letzte Partie gegen FM Noel Studer als klarer Favorit nicht gewinnen konnte. Den Dritten Platz mit ebenfalls 6,5 Punkten erreicht GM Andrey Sumets aus der Ukraine. Lars Rindlisbacher und Nico Georgiadis schafften IM-Normen. youngmasters

Die Webseite der Deutschen Meisterschaft in Saarbrücken ist nun online. Die erste Runde startet heute um 14 Uhr. dem

Wilhelm Steinitz gewann 1889 den WM-Kampf in Havanna gegen Tschigorin mit 10,5:6,5. Einen Monat später zog er seine Teilnahme beim Turnier in New York zum Entsetzen der Veranstalter zurück. Dennoch wurde es ein interessantes Turnier mit 20 Teilnehmern. Der Russe Mikhail Tschigorin und der Ungar Max Weiss gewannen das Turnier gemeinsam. schach-und-kultur