Die Entscheidung um den Turniersieg beim GM-Turnier in Biel wird auf morgen in einem vierköpfigen Stechen vertagt, weil Ding Liren gegen Vachier-Lagrave ein Turmendspiel mit Minusbauern nicht halten konnte und nach Remis in den beiden anderen Partien 4 Spieler auf 14 Punkte gekommen sind. Dies sind Bacrot, Vachier-Lagrave, Ding Liren und Moiseenko. Vom gleichzeitig ausgetragenen Meisterturnier gibt es aus deutscher Sicht erfreuliches zu berichten. IM Daniel Hausrath, der sich seit Jahren oberhalb der Elomarke von 2500 bewegt und den GM-Titel verdient hätte, schlug in Runde 9 den starken Niederländer Jan Smeets und hat vor der 11. und letzten Runde 7 Punkte. Er spielt morgen mit den schwarzen Steinen gegen Pentala Harikrishna, der gemeinsam mit Mateusz Bartel mit 7,5 Punkten führt. bielchessfestival

Das erst 18jährige Riesentalent Karen Grigoryan aus Armenien gewinnt das spanische Open mit 7,5 Punkten. Den zweiten Platz holte sich GM Alexei Barsov aus Usbekistan vor dem Venezuelaner IM Daniel Pulvett - beide 7 Punkte. Bester Deutscher wird FM Frank Buchenau vom SC Tempo Göttingen als Achtzehnter mit 5,5 Punkten. chess-results

Es ist kein Geheimnis mehr, dass die Erfolge des Weltranglistenersten Magnus Carlsen einen Schachboom in Norwegen ausgelöst haben. In diesem Zusammenhang ist es als sehr positiv zu sehen, dass der deutsche Schachbund und der Norwegische eine Kooperation eingehen. Gemeinsam möchte man für die Schacholympiade in Tromsö werben. Auch die Berliner Tageszeitung "Neues Deutschland" wird als Partner mit ihm Boot sitzen und gemeinsame Aktivitäten sponsern. Schachpräsident Herbert Bastian gab dazu ein interessantes Interview. chess-international
Der Ukrainer Alexander Moiseenko wahrt mit einem Sieg über Vachier-Lagrave seine Chancen auf den Turniersieg. Er konnte sich aufgrund eines wesentlich besseren Läufers und Angriff gegen den König des Franzosen in einem Gründfeldinder durchsetzen. Ding Liren versuchte alles seine gut geführte Partie zum Gewinn zu führen, aber es gelang ihm trotz Mehrbauern im Damenendspiel nicht den sich umsichtig verteidigenden Ian Nepomniachtchi zu schlagen. Recht ruhig verlief die Partie Rapport-Bacrot und mündete in einem Remis-Endspiel. Vor der Schlussrunde führt Ding Liren mit 14 vor Bacrot und Moiseenko mit je 13 Punkten. Morgen kommt es zum Showdown in Sachen Turniersieg und zu den interessanten Paarungen Bacrot-Moiseenko und Vachier-Lagrave-Ding Liren. bielchessfestival

Kramnik und Leko fühlen sich seit zig Jahren pudelwohl in Dortmund und trafen heute aufeinander. Peter Leko hatte aus der Eröffnung heraus eine sehr gute Stellung, was Kramnik zu einem positionellen Springeropfer veranlasste. Der vorsichtige Ungar hätte das Opfer besser angenommen, doch auch die Partiefortsetzung hielt etwas Vorteil fest. Ein unbedachter Damentausch brachte ihn jedoch in unnötige Schwierigkeiten in Form einer lästigen Fesselung. Bald musste der sonst so zähe Leko wegen Materialverlust die Waffen strecken. Fridman und Meier taten sich in 52 Zügen nicht weh und spielten remis. Khenkin schenkte dem in diesem Turnier arg gebeutelten Dmitri Andreikin einen leichten Sieg. Er nahm in völlig ausgeglichener Stellung einen vergifteten Bauern und wurde in nur 27 Zügen matt gesetzt. Michael Adams, wohl einer der Großmeister mit der feinsten Technik, siegte heute wie von selbst, denn sein Kontrahent Wang Hao opferte unnötig die Qualität. Objektiv gesehen blieb er mit einer ausgeglichener Stellung, aber Adams weiß gegnerische Stellungsschwächen auszuspähen und zu belagern. Der Chinese hätte eine wunderschöne Verteidigungsressource im 25. Zug gehabt, verlor aber die Übersicht und patzte böse. Naiditsch erkämpfte sich ein hochverdientes Remis gegen Caruana. Damit führen Kramnik und Adams mit überragenden 4. Bereits 1,5 Punkte dahinter Naiditsch, Meier und Wang Hao. sparkassen-chess-meeting

Ding Liren schlägt den Ungarn Richard Rapport mit Schwarz in einer außergewöhnlichen Partie im Königsinder. Der Ungar opferte unmotiviert und inkorrekt die Qualität und versuchte dann mit aller Gewalt einen Angriff anzuzetteln. Der Chinese reagierte stoisch und gewann den interessanten Kampf. Damit kann Ding Liren nach dem herkömmlichen Punktescore zu Bacrot aufschließen, der auch gegen Vachier-Lagrave nach sehr kritischer Stellung mit guter Verteidigung in ein Remis entschlüpfte. Nach der in Biel geltenden Dreipunktregel führt der Chinese jedoch mit 13 Punkten vor Bacrot 12. Ian Nepomniachtchi, der sich bisher weit unter Wert geschlagen hat, spielte auch heute nicht besonders gut, aber Moiseenko fand bei schöner Stellung in Zeitnot nicht die richtigen Züge und verlor. bielchessfestival

Der 20jährige Alexander Ipatov, in der Ukraine geborener und jetzt türkischer Großmeister gewinnt mit 8 Punkten aus 9 Runden und einem ganzen Punkt Vorsprung vor GM Tiviakov die DSK Chess-Championship in Kapstadt. Fünfter mit 5 Punkten wurde der für Dresden startende GM Raj Tischbierek. dsk chess-results

Titelverteidigerin Valentina Gunina kämpfte sich nach ihrer Niederlage in Runde 2 mit 5 nacheinander errungenen Siegen wieder an die Tabellenspitze, die sie sich mit der Vietnamesin Thanh Trang Hoang mit je 6 Punkten teilt. Nana Dzagnidze und Anna Muzychuk sind jetzt in der Verfolgergruppe mit 5,5 Punkten zu finden. Da die Meisterschaft über 11 Runden geht ist noch alles drin, aber wohl nicht mehr für die deutschen Teilnehmerinnen. Beste Deutsche ist Zoya Schleining mit guten 4,5 Punkten. Tatjana Melamed und Elisabeth Pähtz haben 4 Punkte. belgrade2013

Es schien als dass Chinese Ding Liren heute eine hervorragende Gelegenheit verpasst hätte die Führung in Biel zu übernehmen. In seiner Partie gegen Etienne Bacrot hatte er einen angenehmen Vorteil im entstandenen Endspiel, Bacrot verteidigte das Endspiel brillant und wie durch ein Wunder entkam der Franzose ins Remis. Auch die Schachprogramme wähnten den Chinesen auf der Siegerstraße, doch die Verteidigungs-Ressourcen sind erstaunlich in diesem hochinteressanten Turmendspiel. Die beiden anderen Partien sahen einen Sieger. Vachier-Lagrave hatte nach der Eröffnung gegen Nepomniachtchi eine leicht schlechtere Stellung, aber der Russe entfernte seinen schützenden Läufer vom eigenen König, was sich als fatal erwies. Der Franzose konnte danach einen Angriff inzenieren und entscheidend Linien gegen den schwarzen König öffnen. Recht einseitig verlief Moiseenko-Rapport. Der Ukrainer musste nur auf die Fehler des Ungarn warten. Dieser hatte sich letztlich auf ein Figurenopfer verlassen, das nicht ganz korrekt war. Rapport bleibt nach dieser Niederlage Tabellenletzter. Es führt Bacrot nun mit 4,5 Punkten vor dem Trio Ding Liren, Moiseenko und Vachier-Lagrave mit je 4. bielchessfestival

Es ist ein riskantes Unterfangen gegen den führenden Katalanisch-Experten Kramnik in dessen Terrain zu spielen - sowohl mit Schwarz als auch mit Weiß. Letzeres bekam heute Georg Meier zu spüren. Kramnik zeigte sich jederzeit Herr der Lage mit den schwarzen Steinen und wusste genau wie er auf das Bauernopfer Meiers zu reagieren hatte. Kramniks Strategie wurde durch das wunderschöne Damen-Scheinopfer im 32. Zug gekrönt und er gewann. Arkadij Naiditsch schaffte seinen ersten Partiegewinn gegen Dmitri Andreikin mit einer feinen positionellen Leistung in einer spanischen Partie. Andreikin ist damit abgeschlagen Letzer mit nur einem Remis auf der Habenseite. Dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen musste auch Fabiano Caruana erfahren. Er kassierte eine herbe Niederlage gegen den Chinesen Wang Hao. Letzterem gelang eine tolle Positionspartie. Zunächst spielte sich alles am Damenflügel ab, dann plötzlich konnte der Chinese die geöffnete h-Linie zum entscheidenden Angriff nutzen. Leko-Adams und Khenkin-Fridman taten sich jeweils nicht weh und somit führen Kramnik und Adams mit je 3 Punkten. sparkassen-chess-meeting