Black is beautiful war das Erstrundenmotto in Peking. Ihre Ambitionen und Favoritenrollen stellten Karjakin, Grischuk und Topalov unter Beweis und gewannen ihre Partien mit den schwarzen Steinen. Karjakin gewann gegen Giri, der risikofreudig einen Bauern gegen die Berliner Verteidigung opferte. Wie so oft bedarf es jedoch genauen Spiels um die Initiative und Kompensation zu behalten. Der junge Niederländer ließ die Genauigkeit vermissen und Karjakin eroberte einen zweiten Mehrbauern, der zum Sieg reichte. Boris Gelfand ist ein sehr sicherer Weiß-Spieler, doch Topalov stellte ihn mit der komplexen Gründfeldindischen Verteidigung im Mittelspiel vor Probleme. Zunächst sah der Freibauer des Israeli gefährlicher als der von Topalov aus, doch nach einer Reihe von ungenauen Zügen Gelfands wendete sich das Blatt und Topalov ließ sich den Vorteil nicht mehr nehmen und gewann. Kamsky wurde Opfer seines Zeit-Raubbaus in einem ungewöhnlichen und sehr komplizierten Rossolimo-Sizilianer gegen Alexander Grischuk. Im Mittelspiel opferte der Amerikaner einen Bauern und hatte Kompensation dafür, aber die Stellung kostete zuviel Rechenarbeit und Kamsky überschritt in leicht schlechterer Stellung im 39.Zug die Zeit. Man sieht, dass sich viele Spieler um neue Ideen bemühen und vermehrt für das Spitzenschach ungewöhnliche Systeme auftreten. So spielte Morozevich den Grand-Prix-Angriff gegen Wang Yue, hatte auch eine schöne Stellung, ließ jedoch ein Endspiel mit ungleichfarbenen Läufern zu und die Partie verflachte. Wang Hao griff mit Schwarz zur Tarrasch-Verteidigung im Damengambit und hatte nach der harmlosen Fortsetzung Ivanchuks keine Mühe auszugleichen. Eine interessanteste und kämpferische Remis-Partie lieferten sich Leko und Mamedyarov, die trotz ungleicher Materialverteilung nie die Remisbreite verließ. beijing2013