Vizeweltmeister Boris Gelfand aus Israel ist verdienter Sieger beim Tal-Memorial. Er hat sich damit selbst das schönste Geburtstagsgeschenk gemacht, denn morgen feiert er seinen 45. Geburtstag. Schachlich feiert er seinen zweiten Frühling und erreicht nach dem Turnier mit aktuell 2773 Elo (Livetabelle) seine höchste je erreichte Elozahl. Sein heutiger Kontrahent Vladimir Kramnik zeigte mit Weiß keinerlei Ambitionen und war wohl froh, dass das für ihn desaströse Turnier endlich zu Ende war. Kramnik wird Letzter mit mageren 3 Punkten. Magnus Carlsen hatte in einem Königsinder Glück, dass Mamedyarov nicht sehr kampfeslustig war - die Schlussstellung bot durchaus noch Quälpotential, denn der Aserbaidschaner hatte einen Mehrbauern, begnügte sich überraschend schnell mit Remis. Karjakin-Anand zeigte in einem Naidorf-Siziliander in der Bauernraub-Variante, dass dieses Abspiel wohl ausanalysiert ist und zum Remis führt. Die positivste Überraschung ist vielleicht Dmitri Andreikin, der mit bemerkenswerter Souveränität bei seinem Debüt in einem Top-Turnier agierte. Er war nie in Verlustgefahr und stets bestens vorbereitet - es spricht alles dafür, dass sich der junge Russe in der Weltelite etablieren wird. Den einzigen Sieg der Schlussrunde schaffte Morozevich mit Schwarz gegen Nakamura, der das Turnier lange anführte, gegen Ende jedoch etwas einbrach. Gelfand gewinnt mit 6 Punkten vor Carlsen 5,5. Den dritten Platz mit 5 Punkten teilen sich Mamedyarov, Andreikin und Caruana.
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