Nach den beiden großen Open in Albena in den vergangenen 2 Wochen folgt erneut eines an der bulgarischen Schwarzmeerküste, nämlich die 7. Auflage des Opens in der wunderschönen Stadt Varna. Elofavorit ist GM Tamir Nabaty aus Israel bei 89 Teilnehmern. chessvarna

Die beiden Elofavoritinnen des Grand Prix- Turniers in Armenien Koneru Humpy und Anna Muzychuk schließen nach überzeugenden Siegen gegen Tatiana Kosintseva und Viktoria Cmylite zur führenden Nana Dzagnidze (Remis gegen Weltmeisterin Anna Ushenina) auf. Vor allem der Sieg von Koneru über Kosintseva mit schöner Taktik ist beeindruckend. Alle drei Spielerinnen haben nun 3 Punkten aus 4 Runden. dilijan2013

Weltmeister Anand zeigt in Moskau keine gute Form und verliert heute gegen Nakamura, der in der Fianchetto-Variante im Spanier (3...g6) den gewagten Vorstoß g5-g4 spielte. Anand schaffte es nicht diese Königsflügelöffnung als Schwächung nachzuweisen. Nakamura verfügt über ein feines Gespür für überraschende und interessante Aktionen, die man als konventionell denkender Spieler als antipositionell einstufen würde. So führt er die Gegner in Stellungen, in denen sich jene oft nicht wohl fühlen. Anand verlor allerdings, weil er sich in einem unbequemen und komplizierten Springerendspiel zu viele schwache Züge leistete. Nakamura (4,5 Punkte) liegt damit erneut alleine in Führung, weil Gelfand gegen Carlsen nur remis spielte. Gelfand hatte in einem Leichtfiguren-Endspiel angenehmen Vorteil, der allerdings verpuffte. Andreikin, der zum ersten Mal ein Turnier dieser Güte spielt, schaffte heute gegen Mamedyarov souverän sein sechstes Remis in Folge. Schach von einem anderen Stern sah man heute in der Partie Caruana-Kramnik. Der geneigte Leser möge sich bitte selbst ein Bild dieser Partie machen. Kramnik hatte in der Berliner Verteidigung nach dem 22. Zug einen Turm weniger, was aber angesichts der Stellung keine Rolle spielte - Remis. Die verrückteste Partie seit Jahren im Weltklasseschach! Morozevich und Karjakin lieferten sich ein ausgeglichenes 100-Züge-Duell. Es führt Nakamura mit 4,5 vor Gelfand mit 4 Punkten. Mamedyarov und Carlsen folgen mit 3,5 Punkten. tal-memorial

Die international noch unbekannte Großmeisterin aus der Mongolei mit dem schwierigen Namen Batchimeg Tuvshintugs (Elo 2316) ist klar am Ende der Setzliste des stark besetzten Grand Prix Turniers zu finden - sie sorgte aber in Runde 2 für eine große Überraschung, in dem sie Olga Girya schlug. Das stellte sich dann in Runde 3 nicht als Eintagsfliege heraus, denn die überraschend starke Mongolin konnte die Weltklassespielerin Viktoria Cmylite überzeugend bezwingen und liegt nun auf dem geteilten zweiten Platz mit 2 Punkten. Es führt Nana Dzagnidze mit 2,5 Punkten. dilijan2013

Die "Generalprobe" des WM-Kampfes im November zwischen Weltmeister Anand und Herausforderer Carlsen ging in beeindruckender Weise an den Norweger. In typischer, scheinbar einfacher Manier vergrößerte Carlsen seinen Vorteil im Rubinstein-System (4.e3) im Nimzoinder. Carlsen wählte im Mittelspiel den Plan f3 nebst e4 und hatte durchschlagenden Erfolg, denn Anand schaffte es während der gesamten Partie nicht Gegenspiel zu entwickeln. Carlsen hat nun 3 Punkte aus 5 Runden und liegt auf dem mit Mamedyarov (Remis gg. Caruana) geteilten 3. Platz. Den zweiten Tagessieg schaffte Boris Gelfand, der ein frühes kaum korrektes Qualitätsopfer von Morozevich bestrafte und sicher gewann. Er liegt nun gemeinsam mit Nakamura (Remis gegen Andreikin) in Führung mit 3,5 Punkten. Kramnik und Karjakin neutralisierten sich. Somit liegen Exweltmeister Kramnik und Morozevich gemeinsam mit je 1,5 Punkten am Tabellenende. talmemorial

Die Schachwelt hat einen neuen Betrugsfall! Der 12jährige Russe German Merkin trug in Runde 3 des Golden Sands-Open ein mobiles Gerät mit sich. Als der Schiedsrichter darauf aufmerksam gemacht wurde, forderte er von dem Jungen die Herausgabe des Geräts und fand darauf dessen aktuelle Partiestellung. Daraufhin wurde er vom Turnier ausgeschlossen. Ein weiteres trauriges Beispiel! Ohne (Hosen-)Taschenkontrolle scheint es beim Schach nicht mehr zu gehen. Der anständige Spieler weiß, dass der Reiz des Schachspiels vor allem im Menschlichen liegt - in Kreatitivät und Unzulänglichkeiten.  betrug

Nils Grandelius, der 20-jährige Großmeister aus Schweden zeigt heute seine Ambitionen und siegt in der Schlussrunde des Golden Sands-Open über den indischen GM Arun Prasad und gewinnt damit das Turnier mit 7,5 Punkten und den stolzen Geldpreis von 6000 Euro. Vladimir Georgiev und Zbynek Hracek (vier Kurzremis in Folge) einigen sich nach bereits 13 Zügen auf Remis und müssen den Schweden an sich vorbeiziehen lassen. Zweiter wird Hracek vor dem Rumänen Nevednichy mit je 7 Punkten. Bester Deutscher wird IM Matthias Röder auf Platz 78 mit 5 Punkten. goldensands

Malatya ist eine Großstadt in Ostanatolien und war Ausrichtungsort eines kleinen Opens. Das Turnier war an der Spitze fest in georgischer Hand. Alleiniger Sieger wurde IM Davit Benidze mit 7 Punkten vor seinem Landsmann Shota Azaladze mit 6,5 Punkten. Den dritten Platz unter den 36 Teilnehmern belegte IM Logman Guliev (6,5 Punkte) aus Aserbaidschan. malatyaopen

Bisland sind zwei Runden gespielt beim Damen-Grand-Prix-Turnier im armenischen Dilijan. Den besten Start mit 2 Siegen legte die Georgierin Nana Dzagnidze hin. Einen halben Punkt dahinter sind die beiden Elofavoritinnen Koneru Humpy und Anna Muzychuk platziert. Die amtierende Weltmeisterin Anna Ushenina aus der Ukraine startete mit 2 Remis. dilijan2013
Nach tollen Partien in den ersten 5 Runden betätigt sich Zbynek Hracek nun, durchaus verständlich, als Minimalist um womöglich einen der satten Geldpreise (1. Platz 6000 Euro) einzusacken. Heute waren es ganze 7 Züge, die er gegen Grandelius mit Weiß spielte um Remis zu vereinbaren. An Brett 2 übten Vladimir Georgiev-Dragan Solak 13 Züge lang. Es führen jetzt Hracek, Grandelius, Vl. Georgiev und der Inder Arun mit je 6,5 Punkten. IM Matthias Röder schaffte ein beachtliches Schwarz-Remis gegen den starken GM Iturrizaga (Elo 2645) aus Venezuela. goldensands