Weltmeister Anand zeigt in Moskau keine gute Form und verliert heute gegen Nakamura, der in der Fianchetto-Variante im Spanier (3...g6) den gewagten Vorstoß g5-g4 spielte. Anand schaffte es nicht diese Königsflügelöffnung als Schwächung nachzuweisen. Nakamura verfügt über ein feines Gespür für überraschende und interessante Aktionen, die man als konventionell denkender Spieler als antipositionell einstufen würde. So führt er die Gegner in Stellungen, in denen sich jene oft nicht wohl fühlen. Anand verlor allerdings, weil er sich in einem unbequemen und komplizierten Springerendspiel zu viele schwache Züge leistete. Nakamura (4,5 Punkte) liegt damit erneut alleine in Führung, weil Gelfand gegen Carlsen nur remis spielte. Gelfand hatte in einem Leichtfiguren-Endspiel angenehmen Vorteil, der allerdings verpuffte. Andreikin, der zum ersten Mal ein Turnier dieser Güte spielt, schaffte heute gegen Mamedyarov souverän sein sechstes Remis in Folge. Schach von einem anderen Stern sah man heute in der Partie Caruana-Kramnik. Der geneigte Leser möge sich bitte selbst ein Bild dieser Partie machen. Kramnik hatte in der Berliner Verteidigung nach dem 22. Zug einen Turm weniger, was aber angesichts der Stellung keine Rolle spielte - Remis. Die verrückteste Partie seit Jahren im Weltklasseschach! Morozevich und Karjakin lieferten sich ein ausgeglichenes 100-Züge-Duell. Es führt Nakamura mit 4,5 vor Gelfand mit 4 Punkten. Mamedyarov und Carlsen folgen mit 3,5 Punkten. tal-memorial