Wenn der Amerikaner japanischer Abstammung Hikaru Nakamura solide Eröffnungen spielt, dann ist er brandgefährlich. Sein Kontrahent Caruana wollte heute einfach zu viel und wurde klassisch ausgekontert. In einem Najdorf-Sizilianer brachte Nakamura ungewöhnliche Ideen mit einem interessanten Damenschach auf h4 und unterminierte später Caruanas Bauernphalanx mit dem starken Zug 26...b5, was der Italiener wohl übersehen hatte und vollendete den Partiegewinn mit hervorragender Technik. Damit führt Nakamura mit 3 Punkten aus 4 Runden, denn alle anderen Partien endeten mit Remis. Unglaublich verlief die Eröffnungsphase in Karjakin-Mamedyarov, in der Letzterer 2 Bauern für Entwicklungsvorsprung opferte. Ein enorm riskantes Konzept, aber Karjakin gab einen Bauern zurück und konnte das enstehende Endspiel nicht gewinnen. Anand und Gelfand übten wie schon beim WM-Kampf den Rossolimo-Sizilianer, das Gelfand mit gewohnter Zähigkeit zum Remis führte. Carlsen holte gegen den bestens vorbereiteten Andreikin nichts heraus und Morozevich konnte seinen Positionsvorteil gegen Kramnik nicht verdichten. Hinter Nakamura liegen Mamedyarov und Gelfand mit je 2,5 Punkten. talmemorial

Einen überraschenden Schwarzsieg schaffte der junge Schwede Nils Grandelius gegen den Rumänen Nevednichy, der gemeinsam mit Hracek geführt hatte. Er kann damit ebenso wie Vladimir Georgiev zum Führenden Zbynek Hracek aufschließen - alle 6 Punkte. FM Klaus Friedrichs (Schachfreunde Brackel) ist mit 5 Punkten bester Deutscher auf Platz 34 - er konnte in Runde 7 IM Radoslav Dimitrov bezwingen. goldensands

Der spanische GM Oleg Korneev führt beim stark besetzten Voronezh-Chess-Festival mit weißer Weste nach 4 Runden. Einen halben Punkt dahinter sind GM Kovalenko und GM Kurubov unter den 82 Teilnehmern. chess-results

Der rumänisch-stämmige Großmeister Andre Istratescu, der 2011 zum französischen Schachverband gewechselt ist, gewinnt das Echternacher Open mit 8 Punkten aus 9 Runden. Zweiter unter den 283 Teilnehmern wird der belgische IM Tanguy Rangoir vor den punktgleichen beiden deutschen Nationalspielern Khenkin und Fridman - je 7,5 Punkte. desprenger-echternach

Der slowakische IM Stefan Mazur (Elo 2378) gewinnt sehr überraschend das stark besetzte Pula-Open mit tollen 8 Punkten aus 9 Runden und einer Performance von 2603. Zweiter wird der lange Zeit führende IM Frode Urkedal (Norwegen) mit 7,5 Punkten. GM Sinisa Drazic aus Serbien belegt den 3. Platz mit ebenfalls 7,5 Punkten. Bester Deutscher wird der titellose Kevin Kahleys (Schachgesellschaft Bochum) mit 6 Punkten und Platz 24. skpula

Der Tscheche GM Hracek und der Rumäne GM Nevednichy hinterlassen an der Schwarzmeerküste beim Golden Sands-Open einen hervorragenden Eindruck und führen verdient mit 5,5 Punkten nach 6 Runden. Heute gönnten sie sich ein Kurzremis gegeneinander. Gestern spielten beide großartige Partien mit Schwarz. IM Matthias Röder liegt als bester Deutscher mit 4 Punkten auf Rang 60. goldensands

Fabiano Caruana, der 20jährige Italiener bezwang heute den Weltranglistenersten Magnus Carlsen mit den schwarzen Steinen. Er profitierte von einem Rechenfehler des Norwegers, der einen Bauern gab und wohl meinte, dass Caruana ihn nicht nehmen könne. Im Turmendspiel nutzte Carlsen seine Remischancen auch nicht - definitiv hatte er heute keinen guten Tag. Der Italiener hat in der Live-Elo-Tabelle nun den 3. Platz mit 2796 erobert und ist wohl bald einer der ganz Wenigen, die die 2800 Schallmauer überschritten haben. Anand konnte mit einem Sieg über Morozevich sein Punktekonto ausgleichen. Der Russe suchte mít aggressiven Zügen Gegenspiel, was jedoch letztlich Linien zugunsten des Weltmeisters öffnete. Nakamura wies mit dem scheinbar ruhigen Zug 5.Ld2 im Grünfeldinder gegen Karjakin nach, dass dieses System relativ viel Gift enthält und positionell wohlbegründet ist. Karjakin konnte nie ausgleichen und Nakamura gewann mit einwandfreier Technik. Sehenswert und theoretisch interessant war die Remispartie zwischen Mamedyarov und Kramnik im Nimzoinder/Capablanca-Variante, die ebenso mit Zugwiederholung endete wie auch Gelfand-Andreikin. Es führen Gelfand, Caruana Mamedyarov und Nakamura mit je 2 Punkten. chessbase

In der entscheidenden sogenannten Armageddon-Partie (Weiß hat eine Minute mehr, muss aber gewinnen - Schwarz reicht also ein Remis) siegte Hou Yifan gegen David Navara und holt sich den Gewinn der Chess Trophy in Prag mit 4:3. Sowohl die Turnier- als auch die Blitzpartien endeten vorher mit Remis. Ein toller Erfolg der Ex-Weltmeisterin gegen einen Spieler mit über 2700 Elo. praguechess

Vladimir Kramnik ist schachlich nicht wiederzuerkennen. Heute hatte er nach der Eröffnung in einem Königsinder gegen Nakamura großen, wenn nicht schon entscheidenden Vorteil. Das einfache 21.f4 hätte den Tag entschieden. Statt dessen kam Kramnik vom gesunden Pfad ab und verdarb seine Stellung gegen den findigen Amerikaner Zug um Zug. Damit ziert Kramnik überraschend das Tabellenende nach zwei Runden. Der gestern so auftrumpende Caruana geriet in die Theoriefänge des Vizeweltmeisters Boris Gelfand. In einer langen komplizierten Variante im Najdorf-Sizilianer übernahm der Israeli die Initiative im Mittelspiel und verwertete überzeugend zum Partiegewinn. Carlsen klammerte Karjakin im Spanier erfolgreich zum Remis ab. Mamedyarov hielt auch Stand gegen Morozevich, der allerdings wohl mehr aus der angenehmen Stellung hätte machen könnten. Mamedyarov hat somit wie Carlsen und Gelfand 1,5 Punkten und liegt an der Tabellenspitze. Andreikin und Anand lieferten sich ein relativ ereignisloses Remis im Damengambit. chessdom

Der norwegische IM Frode Urkedal führt etwas überraschend mit 6,5 Punkten aus 7 Runden. Immerhin nehmen 10 Großmeister teil. Bester Deutscher ist FM Oliver Uwira mit 5,5 Punkten, der in Runde 7 den kroatischen Großmeister Robert Zelcic bezwingen konnte. chess-results