Der schwedische GM Jonny Hector und der isländische GM Henrik Danielsen siegen bei der Copenhagen Chess Challenge mit 7/9. Hinter dem Turnierfavoriten Vladimir Georgiev (ELO 2559) landet Thorsten Michael Haub (ELO 2458) mit ebenfalls 6,5 Punkten auf einem guten sechsten Platz. Offizielle Seite
Bei den litauischen Landesmeisterschaften siegt GM Darius Zagorskis (ELO 2483) mit 7,5/9 und einem ganzen Punkt Vorsprung auf IM Mindaugas Beinoras (ELO 2359). ELO-Favorit Aloyzas Kveinys muss sich mit nur 5 Punkten und Platz 9 im zwölfköpfigen Teilnehmerfeld abfinden. Bei den Frauen siegt die haushohe Favoritin WGM Deimante Daulyte (ELO 2317) mit 8/9. Offizielle Seite

Vladimir Kramnik läßt beim Aljechin-Memorial die gewohnte Souveränität vermissen und verdirbt gegen Boris Gelfand eine klare Gewinnstellung zum Remis, was dem Israeli zur Führung verhilft. Es scheint fast so als hätte das Spiel Kramniks (jetzt 3,5 Punkte aus 8 Runden) durch die tragische Schlussrunde beim Kandidatenturnier in London einen Knacks erhalten. Seinen ersten verdienten Partiegewinn bei diesem Turnier schaffte Nikita Vitiugov und zwar ausgerechnet gegen den bisherigen Tabellenführer Vachier-Lagrave. Die übrigen Partien verliefen sehr ausgeglichen und verließen nie die Remisbreite. Gelfand führt mit 5 Punkten vor einem Quartett (Adams, Aronian, Anand, Vachier-Lagrave) mit 4,5. Tabellenletzter ist überraschenderweise der in London so stark aufgetretene Peter Svidler mit 2,5 Punkten. alekhine-memorial

Ein Remis hätte zum Turniersieg gereicht, aber Veselin Topalov zeigte auch in der Schlussrunde, was er in den ersten Runden angedeutet hatte - enormen Siegeswillen, Kampfkraft und Souveränität. Mit einer großartigen Performance von 2924 Elo scheint sich Topalov der alten Stärke anzunähern. Zwischen 2005 und 2009 nach dem Rücktritt Kasparows war Topalov der wohl beste Spieler der Welt und seine Ergebnisse und Partien waren voller Dynamik und Aggressivität. Seine beste Elozahl betrug damals 2813. In der Livetabelle nähert sich Topalov nach dem jetzigen Hinzugewinn von 22 Elo wieder der 2800-Schallmauer an. In der heutigen Runde gewann er gegen Karjakin, der sich ungewohnt viele Fehler im Mittelspiel leistete und dies sollte die einzig entschiedene Partie bleiben. Die übrigen Partien waren von ausgesprochener Friedfertigkeit geprägt. Topalov siegt mit 8 Punkten vor Nakamura mit 6,5 und Caruana, Ponomariov mit 6 Punkten. zug2013

Tabellenführer Quesada Perez kassierte nach einer sehr unsoliden Eröffnung mit Bauernopfer gegen die Caro-Kann-Verteidigung eine verdiente Niederlage gegen Ernesto Inarkiev. Zoltan Almasi kann durch seinen Sieg gegen den in diesem Turnier völlig indisponierten Pentala Harikrishna wieder zu Quesada Perez aufschließen - beide jetzt 5 Punkte. Einen beeindruckenden Sieg über Andreikin schaffte Leinier Dominguez Perez, der damit bei 4,5 Punkten liegt und Platz 3 inne hat. capablanca

Der Fide-Weltmeister von 2005 Veselin Topalov führt nach seinem heutigen letztlich überzeugenden Schwarzsieg über Caruana mit einem ganzen Punkt Vorsprung (7 Punkte) und in der letzten Runde reicht ihm ein Remis zum Turniersieg. Sehr erstaunlich verlief die Partie Mamedyarov-Nakamura. In einem angenommenden slawischen Damengambit ging die Eröffnung Mamedyarovs völlig in die Hose. Die schlechte Stellung frustrierte den Aserbaidschaner wohl und er gab bereits im 22.Zug auf, obwohl man durchaus noch ums Remis hätte kämpfen können wie die Schachprogramme demonstrieren. Weitere Siege erringen Morozevich gegen Radjabov in einem Kalashnikov-Sizilianer und Gata Kamsky mit Schwarz gegen Karjakin nach kompromisslosem Kampf. Die beiden übrigen Partien Kasimdzhanov-Ponomariov und Giri-Leko endeten mit gerechten Remis. Auf Platz zwei mit 6 Punkten liegt Hikaru Nakamura. zug2013

Boris Gelfand hat nach seinem heutigen Sieg gegen Ding Liren in einem Königsinder mit 4,5 Punkten die Führung gemeinsam mit dem Franzosen Vachier-Lagrave inne. Er besiegte den Chinesen nach dessen Fehler im 38. und 39. Zug. Dabei hatte Ding die etwas bessere Stellung nach einem interessanten Qualitätsopfer. Den zweiten Tagessieg errang Weltmeister Anand, der Laurent Fressinet in einer schottischen Partie bezwingen konnte, nachdem sich der Franzose zuviele Ungenauigkeiten in ausgeglichener Stellung leistete. Michael Adams versäumte nach einer sehr schönen Stellung mit Mehrbauern die Gelegenheit den jungen Franzosen Vachier-Lagrave vom Thron zu stoßen - die Stellung verflachte aber ins Remis. Auch Vladimir Kramnik, mit Schwarz gegen Svidler, hatte eine schöne Stellung im Nimzoinder erreicht, aber auch er konnte den Vorteilen nicht verdichten. Ein leistungsgerechtes und ausgeglichenes Duell gab es zwischen Vitiugov und Aronian.  alekhine-memorial

Runde 6 und 7 standen ganz im Zeichen des Kubaners Yuniesky Quesada Perez, der sowohl Almasi als auch Harikrishna mit den schwarzen Steinen in überzeugenden Partien schlagen konnte. Der 28-jährige Kubaner führt nun mit 5 Punkten vor Almasi mit 4. capablanca

Trotz einer Remisrunde in Runde 6, die nach dem "Umzug" nun in St. Petersburg ausgetragen wurde, sahen die Zuschauer hochinteressante Duelle. Die unglaublichste Partie war Aronian-Adams, in der sich der Armenier zu einem inkorrekten Springeropfer hinreißen ließ. Adams reagierte akkurat und stand nach 36. Zügen auf Gewinn. Es hätte nur eines genauen Zuges bedurft und Aronian hätte aufgeben können, doch Adams griff im entscheidenden Moment fehl und Aronian entkam ins Remis. Ein interessanter Kampf war auch die Spitzenpartie zwischen Kramnik-Anand. Anand gab die Dame gegen Turm, Läufer und Bauern und entstand ein dynamisches Gleichgewicht. Die übrigen Partien verliefen ausgeglichen. Maxime Vachier-Lagrave bleibt mit nunmehr 4 Punkten in Führung. alekhine-memorial

Teimour Radjabov, Tabellenletzter in London 2013, der in kurzer Zeit 41 Elopunkte eingebüßt hat, beendet heute mit seinem schönen Sieg gegen Ponomariov in einem hochinteressanten, angenommenen Damengambit eine lange Negativserie und gibt in Zug die rote Laterne an Rustam Kasimdzhanov weiter. Der Usbeke stand mit Schwarz gegen Giri mit zwei Mehrqualitäten total auf Gewinn, ließ den Holländer aber unglaublicherweise ins Remis entkommen. Gata Kamsky spielte in ausgeglichener Stellung gegen Caruana unvorsichtig und der Italiener nutzte das Potential seiner Stellung mit feinen Manövern und gewann. Alexander Morozevich schwächelt derzeit und kassierte gegen den Amerikaner Nakamura seine dritte Niederlage in Folge. Topalov bleibt nach dem leistungsgerechten Remis gegen Mamedyarov Tabellenführer. Peter Leko versäumte seine sehr schöne Stellung gegen Karjakin in einen Sieg umzumünzen und erreichte nur Remis. Es führt Topalov mit 6 vor Caruana mit 5,5 Punkten. zug2013