Die Nr. 1 der Weltrangliste Magnus Carlsen und die Nr. 2 der Live-Ratingliste Levon Aronian wollen es wissen. Mit großartigen, glasklaren Partien haben beide jeweils Schwarzsiege geschafft. Carlsen setzte Svidler in einem Spanier von Beginn an etwas unter Druck und scheint wieder hervorragend vorbereitet gewesen zu sein. Svidler wusste im Mittelspiel nicht so recht ob er eine Verschlechterung seiner Bauernstruktur zulassen sollte oder nicht und so beging er die Ungenauigkeit 17.Se3, was ihn nach dem Zentrumsvorsoß Carlsens in Schwierigkeiten brachte. Carlsen erhöhte den Druck und Svidler brach darunter zusammen. Ähnlich verlief die Partie Radjabov-Aronian. Der Armenier erarbeitete sich die bessere Bauernstruktur und dominierte die wichtige d-Linie (wie auch Carlsen) in einer spanischen Partie. Die Schwäche des Bauern e4 wurde Radjabov schließlich zum Verhängnis und Aronian nutzte seine Optionen mit Genauigkeit. Beide Giganten führen nun mit 4,5 Punkten aus 6 Partien und es dürfte nicht verfrüht sein zu prognostizieren, dass entweder Carlsen oder Aronian Herausforderer des Weltmeisters werden wird, denn beide führen bereits mit 1,5 Punkten Vorsprung vor dem Rest des Feldes. Kramnik brachte gegen Ivanchuk ein interessantes Qualitätsopfer, das die Bauernstellung des Ukrainers schwächte und die eigenen Angriffsmöglichkeiten vergrößerte. Das dynamische Gleichgewicht blieb bestehen und man einigte sich auf Remis durch Zugwiederholung im 31. Zug. Gelfand versäumte in seiner Partie gegen Grischuk den ganzen Punkt einzufahren. Grischuk erlaubte sich im 26.Zug einen schlechten Springerzug und Gelfand erlangte in der Folge eine Gewinnstellung. Statt einen Bauern zu schlagen, der ihm alle Optionen gegeben hätte machte er mit 36...Tg8 einen Sicherheitszug zu viel und die Partie verflachte ins Remis. Gelfand bleibt damit wie Ivanchuk mit 2 Punkten am Tabellenende. london2013