Bereits 3 Runden vor Saisonschluss sind die Entscheidungen praktisch gefallen. Baden-Baden führt mit 5 Punkten Vorsprung vor Mülheim. Der Titelverteidiger gewann heute souverän mit 7,5:05 gegen Absteiger Griesheim. In der Abstiegsfrage sind ebenfalls so gut wie alle Fragen geklärt. Forchheim (3:5 gegen Mülheim) und Nordersteht (1:7 gegen Eppingen) sind nach ihren Niederlagen sicher abgestiegen. Die Schachfreunde Berlin haben 6 Punkte und 9 Brettpunkte Rückstand zum rettenden Ufer und haben nur noch theoretische Chancen dem Abstieg zu entrinnen. schachbundesliga

Es kommt wahrlich nicht oft vor beim Schach, dass man nach Runde 8 noch auf Platz 12 liegt und sich eine Runde später über den Turniersieg freuen darf. So geschehen in Skopje und der Glückliche heißt GM Zdenko Kozul aus Kroatien für den am gestrigen Tag alles spielte und der mit einem halben Wertungspunkt vor 7 punktgleichen Spielern mit je 7 Punkten aus 9 Runden landete. Zweiter und Dritter werden Maxim Rodshtein aus Israel und der Rumäne Constantin Lupulescu. Bernd Kohlweyer erreicht eine hervorragende Performance von 2577 Elo und Platz 24 bei 6 Punkten. chess-results
In Runde 2 sind erste Entscheidungen gefallen. Aronian setzte Gelfand im früh herbeigeführten Endspiel etwas unter Druck und Gelfand ließ nach einem schwachen Königszug einen taktischen Schlag Aronians zu, den er nicht mehr viel Widerstand entgegenbringen konnte. Aronian verwertete den Vorteil sicher. Ivanchuk riskierte gegen Radjabov die Leningrader Variante in der holländischen Verteidigung, aber Radjabov zeigte sich topvorbereitet und konnte die positionellen Defekte der schwarzen Position nachweisen und gewann sicher. Carlsen und Kramnik tauschen bereits im 9. Zug die Damen und es entstand bald eine remislige Stellung, die die beiden Spieler nicht weiter als zum 30. Zug übten. Grischuk und Svidler teilten sich den Punkt nach einer recht ausgeglichenen Partie. london2013
Baden-Baden ist bei 5 Punkten Vorsprung nach dem 11. Spieltag quasi Meister. Man siegte souverän 7:1 gegen Wiesbaden während Verfolger Solingen eine überraschende 3,5:4,5-Niederlage gegen Bremen bezog. Bei noch 8 zu vergebenden Punkten kann so gut wie nichts mehr passieren zumal Baden-Baden in jeder Begegnung klarer Favorit ist. Mülheim schob sich nach dem knappen 4,5:3,5 über die Schachfreunde Berlin auf den 2. Platz vor. Die Berliner hingegen taumeln jetzt mit 5 Punkten Rückstand zum rettenden Ufer in Richtung 2. Liga. Als erster Absteiger steht Griesheim fest, das knapp mit 3,5:4,5 gegen Trier verlor. Man spielte nur mit 7 Mann, da Ivan Farago am 2. Brett nicht angetreten ist. Nur noch marginale theoretische Chancen auf den Klassenerhalt haben Forchheim und Norderstedt, sind aber mit 8 Punkten Rückstand auf Rang 12 praktisch abgestiegen. Forchheims Youngster Leon Mons läßt erneut aufhorchen und schlägt mit den schwarzen Steinen im Spanier den Ukrainischen GM Yuriy Kryvoruchko mit der gewaltigen Elozahl von 2679. Damit ist der famos spielende FM Mons auf Großmeisternorm-Kurs. Wenn er so weitermacht kann er in die Fußstapfen eines Georg Meier treten, der einst auch wie aus dem Nichts großartige Resultate erzielte und dessen Elozahl in kurzer Zeit emporschnellte. Hamburg ist nach dem 4,5:3,5 gegen Eppingen so gut wie gerettet. schachbundesliga

An diesem Wochenende finden die Runden 11 und 12 in der Schachbundesliga statt. Baden-Baden, Solingen, Hamburg und Mülheim sind die Gastgebervereine. Auf der Seite der Schachbundesliga kann man den Vorbericht finden und die Partien live verfolgen. schachbundesliga

Nach der Niederlage von Vasily Yemelin gegen den Venezuelaner Iturrizaga führen jetzt 4 Spieler mit jeweils 6,5 Punkten. Neben Iturrizaga sind dies noch Lupulescu, Rodshtein und Perunovic. Bernd Kohlweyer ist nach seinem Remis gegen Vitali Golod auf GM-Norm-Kurs. chess-results

Die Auftaktrunde in London versprach mehr als sie hielt. Die Akteure übten sich in Sicherheitsdenken und Solidität, was zu Beginn eines so wichtigen Turnieres verständlich ist. Carlsen spielte den Bogoinder gegen Aronian und erreichte bald Ausgleich. Ivanchuk holte gegen Grischuk im Katalanen nichts heraus und Kramnik wählte die selten angewandte Semi-Tarrasch-Verteidigung. Gelfand und Radjabov hatten ebenfalls den Bogoinder zum Thema, allerdings ohne Abtausch des schwarzfeldrigen Läufers. london2013

Schach und Kultur erzählt von einer amüsanten, wahren Begebenheit und dem kuriosen Ende einer Hängepartie zwischen Weltmeister Capablanca und Dr. Vidmar, in der sich Letzerer als Ehrenmann erwies um nicht durch ein Missverständnis zu profitieren. schach-und-kultur
Eine neue Variante der Schachpräsentation wurde beim Match Ghaem Maghami gegen Nigel Short in Teheran unter die Zuschauer gebracht. Nigel Short dominierte das Match, das die Besonderheit aufwies, dass die Spieler intervallweise während der Partie in einem dafür vorgesehenen Raum mit Kamera ihre Gedanken und Stellungsbeurteilungen zum Besten gaben. Man darf gespannt sein, ob "Talking Chess" Nachahmer finden wird. talkingchess

Nach 4 gespielten Runden liegt der israelische GM Mark Tseitlin mit optimaler Ausbeute in Führung. Das weibliche Pendant zu ihm ist die bulgarische Großmeisterin Margarita Voiska, die bereits mit einem ganzen Punkt Vorsprung führt. Die 71-jährige Nona Gaprindashvili, als Favoritin ins Turnier gegangen, hat bereits 2 Punkte eingebüßt und steht bei 50%. escc2013