Der kanadische IM Eric Hansen gewinnt überlegen mit 8,5 Punkten aus 9 Runden das Open in Panama-Stadt und wird bald den Großmeistertitel verliehen bekommen. Zweiter wird der Venezuelaner IM Rafael Prasca Sosa (GM-Norm) vor dem Peruaner GM Emilio Cordova - beide 7 Punkte. Bester Europäer wurde der bekannte Buchautor und Großmeister aus Rumänien Mihail Marin mit 6,5 Punkten auf Platz 6. chessdom

Dass die zweifache Mutter Judit Polgar trotz naturgemäßer Ablenkung ihr hohes Niveau halten kann, grenzt an ein Wunder, doch gegen den ausgeruhten Vollprofi Michael Adams (er pausierte gestern) kassiert sie heute ihre zweite Niederlage in London. Die positionelle Vorgehensweise Adams gegen den Polgar'schen Sizilianer war offensichtlich eine goldrichtige Entscheidung. Aronian ist nicht wieder zu erkennen in London - gegen Anand kam er sogar mit Weiß im Abtausch-Slawen bald in Schwierigkeiten und musste sehr froh sein, nicht seine dritte Niederlage in Folge zu kassieren - Remis. Auch Carlsen hatte im Duell der Führenden gegen Kramnik etwas Mühe das Endspiel mit Minusbauern zu halten. Von Beginn an hatte Kramnik mit der Englischen Eröffnung das heftig in die Hand genommen. Auch Gawain Jones geriet gegen den Grünfeld-Inder Nakamuras unter Druck, schaffte aber nach 80 Zügen das Remis. Es führen Kramnik und Carlsen mit je 7 Punkten vor Adams mit 6, der ein Spiel weniger hat. londonchessclassics

Bei der Schnellschach-ND-Damen-Schachgala siegt die amtierende Blitzweltmeisterin Valentina Gunina aus Russland im Finale gegen Deutschlands Nr. 1 Elisabeth Pähtz denkbar knapp. Nach dem Ende der Vorrunde hatte Pähtz noch geführt, unterlag dann aber im Finale mit 0,5:1,5. Die 17jährige deutsche Nachwuchshoffnung Hanna-Marie Klek setzte sich gegen die österreichische Staatsmeisterin Anna-Christina Kopinits mit 2:0 im Duell um Platz 3 durch. Im Vorfeld des Turniers wurde bekannt, dass die Erfurterin Elisabeth Pähtz ihr Engagement beim türkischen Schachverband gekündigt hat und ihre weitere Zukunft wieder in heimischen Gefilden sieht. Neben dem Hauptturnier fand auch ein Jugendturnier innerhalb der gelungenen Veranstaltung statt, die der sozialistischen Tageszeitung "Neues Deutschland" zu verdanken ist. neues-deutschland
Mit sehr dynamischem Spiel und einem hervorragenden Qualitätsopfer, das ihm ein immens starkes Läuferpaar bescherte, bezwingt Mamedyarov heute den bisherigen Tabellenführer Karjakin und hievt sich damit selbst an die Tabellenspitze. Der unermüdlich kämpfende Taktiker Morozevich zieht nach einem schönen Angriffssieg über Leko mit Mamedyarov gleich und führt mit diesem bei 6 Punkten. Ponomariov sorgte für den dritten Sieg des Tages, allerdings nicht durch eine tolle Leistung sondern vielmehr dadurch, dass Dominguez die eigene schöne Stellung selbst in den Ruin trieb. Der sich außer Form befindende Kubaner ist damit vor der Schlussrunde Tabellenletzter.  tashkent2012
Es wird gekämpft in London! In 4 Partien machten die Akteure 327 Züge, was einen Durchschnitt von 81 Zügen pro Partie darstellt. Die längste Partie des Tages war Anand-McShane, in der der Weltmeister nach einem schwachen Zug in einem Endspiel Turm gegen Turm und f- und h-Bauern total auf Verlust stand, doch McShane nutzte die Chance nicht und Anand entkam noch ins Remis. Auch Gawain Jones erreichte sehr glücklich ein Unentschieden gegen Judit Polgar, die schließlich eine Remis-Schaukel übersah. Einmal mehr hervorragende Technik bewies Vladimir Kramnik in seiner Schwarzpartie gegen Nakamura. In einer Schottischen Partie kam der Ex-Weltmeister bereits in der Eröffnung besser ins Spiel und verstand es dank seines Positionsverständnisses den Vorteil gewinnbringend zu vergrößern. Apropos vergrößern - Magnus Carlsen vergrößerte den Abstand zum Rest der Welt in der aktuellen Elo-Live-Tabelle, indem er die Nr. 2 Levon Aronian in einer spanischen Partie bezwang. Im Mittelspiel war die Partie weitgehend ausgeglichen, aber Aronian investierte zu viel Zeit und konnte am Ende dem Druck Carlsens nicht mehr standhalten. Es führen nach der 3-Punkte-Regel Kramnik und Carlsen mit je 6 Punkten, Aronian ist Letzter nach seinen beiden Start-Niederlagen. londonchessclassics

Raschid Neschmetdinow war internationaler Meister und ein sehr erfolgreicher Damespieler. Er feierte Siege über Tal, Spassky usw.. Schach und Kultur stellt unter anderem eine großartige Partie des Protagonisten gegen Polugajewski vor. schach-und-kultur

Der Chinese Wang Hao besiegt Fabiano Caruana mit der scheinbar harmlosen Abtausch-Variante im Slawen, die Weiß einen risikolosen kleinen Vorteil beschert. Nach einem unbedachten Bauernzug am Damenflügel setzte Wang Hao mit einem energischen Bauernvorstoß nach und bekam Spiel gegen den schwachen Flügel des Italieners und verwertete den entstandenen Vorteil sicher. Die restlichen Partien endeten mit Remis. Durch Caruanas Niederlage führt jetzt Kajakin alleine mit 5,5 Punkten aus 9 Runden. tashkent2012

Was für ein Start in London! Nakamura übernimmt sehr bald mit Schwarz die Initiative gegen Levon Aronian, der die Stellungsprobleme in Zeitnot nicht lösen kann und bereits nach 32 Zügen aufgeben muss. Kramnik reagiert auf Judit Polgars taktische Scharmützel mit kalter Logik und gewinnt souverän. Magnus Carlsen kam zunächst in positionelle Bedrängnis gegen McShane, aber ein unnötiger Königszug des Engländers ließ Carlsen aufatmen und in der Folge setzte sich die Klasse Carlsens durch. Im inner-englischen Duell kam Gawain Jones gegen seinen erfahrenen Landsmann Michael Adams nach einer fragwürdigen Zentrumsöffnung positionell ins Hintertreffen und Adams bekam die bessere Bauernstruktur und die aktiveren Figuren, die ihm den Sieg sicherstellten. Weltmeister Anand pausierte als Erster im ungeraden Teilnehmerfeld. londonchessclassic

Sergei Tiviakov gewinnt das Turnier durch eine glanzvolle, mit aller Geduld vorgetragenen Positionspartie a la Karpov gegen S.L. Narayanan und der 19-jährige indische Großmeister Babu Lalith wird punktgleich Commonwealth-Champion durch seinen Schlussrundensieg gegen IM Karthikeyan. Auffallend ist, dass alle Partien an den ersten 7 Brettern entschieden wurden, was zeigt wie hart in Indien um das Preisgeld gekämpft wird. Die Plätze 2-9 gehen ausschließlich an Inder trotz der Anwesenheit erfahrener ausländischer Großmeister. Platz 3 mit 8 Punkten geht an IM Sundar Shyam. tamilchess

Es ist eine der größten Sensationen in der Schachgeschichte. Die 27jährige Anna Ushenina aus der Ukraine, aktuell die Nr. 37 der Weltrangliste, erringt den Frauen-Weltmeistertitel. In der zweiten Tiebreak-Partie bezwingt sie nach einer feinen positionellen Leistung ihre Kontrahentin Antoaneta Stefanova in 94 Zügen und siegt mit dem Gesamtergebnis von 3,5:2,5. Ohne die Leistung der neuen Weltmeisterin schmälern zu wollen - es werden Stimmen laut werden, ob dieser Mini-Match-Modus ein gerechtes System darstellt. Es gibt eigens Schnellschach- und Blitzweltmeisterschaften und in lediglich 2 Partien mit Turnierschachmodus kann man nicht wirklich eine "echte" Weltmeisterin ermitteln, wenn nach unentschiedenem Stand Schnellschach- und Blitzpartien folgen. Ob die Fide damit dem Schachsport einen Gefallen tut, wenn Aushängeschilder wie Yifan Hou oder Humpy Koneru bereits in Vorrunden ausscheiden, sei dahingestellt. chess2012